18.11.2019 - 13:35 Uhr
ErbendorfOberpfalz

"Nicht gut, Konflikte unter den Teppich zu kehren"

„Es ist nicht gut, Konflikte unter den Teppich zu kehren.“ Das stellte Pfarrer Christoph Zeh bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Kriegerdenkmal in Erbendorf fest. Mittelschüler riefen dazu auf, Gewalt zu verhindern.

Am Kriegerdenkmal legten bei der Gedenkstunde Hauptmann Thomas Härtl von der Soldaten- und Kriegerkameradschaft sowie Bürgermeister Hans Donko gemeinsam einen Kranz nieder.
von Jochen NeumannProfil

Das Gedenken zum Volkstrauertag begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt, den Pfarrer Martin Besold mit den Gläubigen feierte. Danach zogen die Vereine und Verbände mit Fahnenabordnungen sowie dem Stadtrat angeführt vom Spielmannszug und der Stadtkapelle zum Kriegerdenkmal.

Schüler der Grund- und Mittelschule riefen in einem Prolog dazu auf, Gewalt zu verhindern sowie Hass und Vorurteile zu überwinden. "Verhindert Gewalt, arbeitet für Frieden und Versöhnung in der Welt", riefen sie gemeinsam.

Das Gedenken am Kriegerdenkmal bezeichnete Pfarrer Christoph Zeh als "Trauerstunde". Dabei zitierte er den Friedensbeauftragten der evangelischen Kirche, Renke Brahms: "Es darf nicht sein, dass angesichts der zunehmenden Zahl von Konflikten in der Welt immer mehr der Ruf nach dem Militär erschallt." Zeh bezog dieses Zitat auf die deutschen Waffenexporte. "Sie werden nicht nur für die Sicherheit, sondern auch für Kriege in Krisengebieten eingesetzt."

Pfarrer Zeh stellte die Frage, wie Konflikte zu lösen seien. "Denn wo Menschen zusammenleben, gibt es Konflikte, immer." Es sei nicht gut, diese unter den Teppich zu kehren: "Denn dann brodelt der Konflikt weiter und ist Nährboden für politischen Extremismus."

"Wir müssen unsere Konflikte klären", meinte Zeh. "Am Gartenzaun genauso wie an der Staatsgrenze." Dabei entscheidend sei aber, mit welchen Mitteln. "Wir müssen lernen, friedliche Lösungen zu finden. Dazu mahnen uns heute die Toten der Weltkriege", sagte der Geistliche. "Weil damals die Waffen gesprochen haben, statt Menschen."

Zeh führte aus, dass die deutsche Geschichte auch zeige, dass es anders gehe. Er erinnerte an den Mauerfall vor 30 Jahren, der mit Friedensdemonstrationen in Leipzig begonnen hat. "Es wurde kein Blut vergossen, es gab keine Gewalt."

"Der Tag heute mahnt uns, uns darauf zu besinnen, es mit friedlichen Mitteln zu tun, wie es auch im Psalm 34 ausdrücklich heißt", betonte Pfarrer Zeh. "Lass ab vom Bösen und tu Gutes, suche Frieden und jage ihm nach." Nach den Musikstücken, unter anderem durch den Gesang- und Musikverein unter der Leitung von Elisabeth Liedl legte Bürgermeister Hans Donko mit Thomas Härtl, Vorsitzender der Soldaten- und Reservistenkameradschaft, am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Abschließend dankte der Bürgermeister allen, die zur würdigen Gestaltung beigetragen haben.

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