24.05.2021 - 14:51 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Insektenfreundliche Blumenkästen rund ums Erbendorfer Rathaus

Insektenfreundliche Blumenkästen anstelle von Geranien: ein Versuch, die Artenvielfalt zu erhalten. Die ersten Blumenkästen wurden jetzt an den Fenstern des Erbendorfer Rathauses und der Geschäftsstelle der Steinwald-Allianz angebracht.

Individuell angepflanzt wurden die insektenfreundlichen Blumenkästen für das Rathaus und die Geschäftsstelle der Steinwald-Allianz. Auf dem Bild (von links) Geschäftsführer Martin Schmid, Projektmanagerin Eva Gibhardt und Bürgermeister Johannes Reger.
von Jochen NeumannProfil

„Alle sind gefordert und müssen mitmachen.“ Diese Erkenntnis des Runden Tisches "Artenvielfalt" der Bayerischen Staatsregierung im Frühjahr 2019 machte sich auch die Steinwald-Allianz zu eigen: Sie hatte Anfang Mai eine Schulung für Bauhofmitarbeiter zur Bepflanzung von insektenfreundlichen Blumenkästen organisiert.

Im Beisein des Vorsitzenden der Steinwald-Allianz, Bürgermeister Johannes Reger, des Geschäftsführers Martin Schmid und der Projektmanagerin Eva Gibhardt wurden auch um das Rathaus in Erbendorf die Kästen präsentiert.

„Die Öko-Modellregion Steinwald hat das Thema insektenfreundliche Blumenkästen bereits vergangenes Jahr modellhaft mit einer Bio-Gärtnerei in Ebnath eingeleitet“, erklärte Gibhardt. „Die Kästen stießen auf großes Interesse der Bürger.“ Diese Aktion sei nun auf die kommunalen Verwaltungen in der Steinwald-Allianz ausgeweitet worden.

Bereits Ende April wurden in der Steinwaldstadt die Blumenkästen von Charly Beer, Inhaber des Geschäftes „Blumen und mehr“, in enger Absprache mit Projektmanagerin Eva Gibhardt und Zusammenarbeit mit der Neusorger Gärtnerei Förth bepflanzt. „Jeder Blumenkasten wurde individuell mit rund sechs Pflanzen gestaltet.“

Die Bauhofmitarbeiter absolvierten vor kurzem eine Schulung

Kemnath

Als Fachmann verwendete Charly Beer bienenfreundliche Pflanzen wie Ziersalbei, Sonnenröschen, Staudensonnenblume, Löwenmaul, Prachtkerze, Spornblume, Katzenminze, Fächerblume, Nachtkerze, Wandelröschen, Schmuckkörbchen, Goldemarie, Lobelie, Schokoladenblume, aber auch Kräuter wie Oregano, Borretsch, Lavendel und Strauchbasilikum.

Gut angewurzelt schmücken die bunten, blühenden Blumenkästen pünktlich nach den Eisheiligen nun die Fenster des Rathauses und des Büros der Steinwald-Allianz. „Wenn die Kästen auch anfangs vielleicht noch etwas mager aussehen, so werden sich die Pflanzen das Jahr über entwickeln“, wusste die Projektmanagerin. „Durch ihre Blütenvielfalt sollen sie die unterschiedlichsten Insekten und deren zum Teil speziellen Bedürfnisse ansprechen.“

Die mehrjährigen Pflanzen überdauern den Winter im Bauhof, um dann im Frühjahr mit neuen Begleitern die Bürger der Stadt an öffentlichen Plätzen zu erfreuen. „Wir sehen es in diesem Jahr als Experiment, welches wir im nächsten Jahr auch auf andere Gebäude übertragen können“, sagte Reger. Nachahmer im privaten Bereich seien jederzeit erwünscht.

Die Förderung der biologischen Vielfalt in der Steinwald-Allianz ist als Ilek-Projekt 52 festgehalten. Bereits im Januar 2019 trafen sich Experten der Region, um einen möglichen Weg der Umsetzung zu planen. Dabei sollten vor allem die Projektziele, Bewusstseinsbildung für den Rückgang der Artenvielfalt im ländlichen Raum sowie die Vernetzung der regionalen Partner, berücksichtigt werden. Die Fortführung der Bauhof-Schulungen in den Mitgliedsgemeinden wird derzeit geplant.

 

 

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