17.05.2021 - 13:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Steinwald-Allianz: Kräuter und Gemüse für kommunale Blumenkästen

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Die biologische Vielfalt ist auch in der Oberpfalz gefährdet. Um mehr Abwechslung in die städtischen Blumenkübel zu bekommen, hatte die Steinwald-Allianz Bauhofmitarbeiter zu einem Seminar nach Kemnath eingeladen.

Zur Seminarreihe „Biodiversität und Förderung der Artenvielfalt“ mit Bio-Gärtner Richard Becher (links) hatte Eva Gibhardt (rechts), Projektmanagerin der Öko-Modellregion Steinwald, kommunale Mitarbeiter auf den Kemnather Bauhof eingeladen. Dort hatte Stadtgärtner Florian Frank (Mitte) schon Blumenkästen vorbereitet.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Wie können städtische Grünanlagen zu mehr Biodiversität und Artenvielfalt beitragen? Dieser Frage gingen kommunale Mitarbeiter bei einer Seminarreihe der Öko-Modellregion Steinwald nach. Auf dem Gelände des Kemnather Bauhofs präsentierte Richard Becher, Inhaber der Bio-Kräutergärtnerei aus Ebnath, ungewohnte Möglichkeiten, Blumenkübel zu bepflanzen.

"Die Blumenkästen, die wir heute vorbereiten, sind alles andere als normal", sagte Richard Becher, als er aus seinem Lieferwagen verschiedene Blumen, Heilkräuter und Gemüsepflanzen auslud. "Es muss nicht jedes Jahr die Geranie sein", meinte er. Zwar seien diese Zierpflanzen dekorativ und lockten mit ihren Duft Bienen an, Nektar oder Pollen könnten sie aber nicht bieten. "Insektenfreundliche Blumenkästen oder Blühwiesen entstehen durch Vielfalt", erklärte Becher. Damit die Tiere vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung finden, sind also Pflanzen nötig, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen.

Kräuter für mehr Vielfalt

Eva Gibhardt, Projektmanagerin der Öko-Modellregion Steinwald, sieht die Förderung der Biodiversität als Gemeinschaftsaufgabe. "Blühstreifen und ungemähte Wiesen nehmen in privaten Gärten, aber auch an Feldern zu", freute sie sich. Städte und Gemeinden könnten durch diese Art der Bepflanzung ein neues Bewusstsein für Artenvielfalt schaffen und auch zum Nachahmen animieren. Schließlich könnten Kräuter, Beeren und Gemüsepflanzen auch auf heimischen Terrassen und Balkonen gedeihen. Richard Becher nannte noch weitere Vorteile: "Die Kräuter sehen super aus, verbreiten einen tollen Duft und können verzehrt werden".

Zehn Kästen und einen großen Trog hatte Stadtgärtner Florian Frank für das Seminar vorbereitet. Sie sind unter anderem für das Brückengeländer am Primianusplatz bestimmt, der Trog ist auf Stadtplatz zu bewundern. Auch in anderen Gemeinden der Steinwald-Allianz interessierte man sich für diese Art der Bepflanzung. Bauhofmitarbeiter aus Waldershof, Brand, Kulmain, Kastl, Erbendorf und Falkenberg sahen gespannt zu, wie Richard Becher den ersten Wasserspeicherkasten mit verschiedenen Basilikumsorten, Schnittlauch und Hängetomaten bestückte. "Sind die Tomaten reif, kann natürlich auch genascht werden", so Becher. In den nächsten Blumenkästen landeten Esstagetes, einjähriges Bohnenkraut, Winterestragon und Katzenminze. Für gelbe und orange Farbtupfer soll in Zukunft die Kapuzinerkresse sorgen. "Sie blüht das gesamte Jahr über", wusste Becher.

"Es muss nicht jedes Jahr die Geranie sein."

Richard Becher

Für mehr Wertschöpfung sollen mehrjährige Pflanzen, wie das Herzgespann, oder Lavendel sorgen. "Vorteil ist hier, dass man nicht jedes Jahr neue Pflanzen kaufen muss", erklärte Becher. Allerdings müssten diese Pflanzen überwintert werden, was ein Winterquartier voraussetzt. Zu den einzelnen Pflanzen gab Becher Informationen zum Wachstum, Blütezeit sowie Pflegehinweise. Schließlich müssen sich die Bauhofmitarbeiter später um die Pflanzen kümmern.

Um Abwechslung in die städtischen Blumenkästen zu bekommen, empfahl Becher Fächerblume und Männertreu mit vielen blauen und violetten Blüten. Eine weiße Blütenpracht kann mit Schneegestöber oder Margeriten geschaffen werden. Wer rote, gelbe, oder orangene Blüten bevorzugt, kann zu Biden und Portulacröschen greifen. Auf einen Meter Kasten empfahl Becher vier bis fünf Pflanzen. "So haben sie genügend Platz."

Abwechslung auch in den Kemnather Gärten

Kemnath

Kreativ ging es an einem von zwei großen Pflanztrögen weiter. "Der gut ein mal ein Meter große Kübel wird später auf dem Stadtplatz aufgestellt", erklärte Florian Frank. "Ein sehr sonniger Standort." Gemeinsam mit Richard Becher platzierten zwei Mitarbeiterinnen des Kemnather Bauhofs in der Mitte des Kastens eine Kletterpflanze: die Schwarzäugige Susanne. Hinzu kamen Tagetes-Variationen sowie stehendes und hängendes Männertreu.

Kletterpflanze am Stadtplatz

Richard Becher (links) arrangierte mit den Bauhofmitarbeitern einen großen Pflanztrog. Dieser ist für den Kemnather Stadtplatz bestimmt.
Info:

Steinwald-Allianz

Die Steinwald-Allianz wurde 2004 von zehn Gemeinden gegründet.

  • Inzwischen gehören ihr alle 16 Kommunen des westlichen Landkreises Tirschenreuth und die Stadt Windischeschenbach an.
  • Im Vordergrund stehen die regionalen Wertschöpfung, der Tourismus, die überörtliche, grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Durchführung von gemeinsamen Projekten und Aktionen
  • Seit Herbst 2014 arbeitet die Steinwald-Allianz als anerkannte Öko-Modellregion intensiv daran, den Ökolandbau zu fördern.
  • Nach dem Motto "Aus der Region - für die Region" wird an einer intakten, touristisch interessanten Natur, für gesunde Lebensmittel und Arbeitsplätze vor Ort gearbeitet. "Alles im Sinne der Nachhaltigkeit", so Projektmanagerin Eva Gibhardt.

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