13.01.2020 - 14:09 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Johannes Reger will Jugend-Treff zur Chefsache machen

Auch die CSU ist am Freitag in den Wahlkampf gestartet. CSU-Bürgermeisterkandidat Johannes Reger machte dabei deutlich, dass er die Politik von Hans Donko fortsetzen will.

Johannes Reger beim Wahlkampfauftakt im Sportzentrum im Kreinzl.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Die CSU tritt auch diesmal bei den Wahlveranstaltungen gemeinsam mit der schwarzen Landliste CWL auf. Rund 30 Frauen und Männer waren am Freitag zum Wahlkampfauftakt der beiden Gruppierungen im Bistro "IQ" im Sportzentrum Kreinzl versammelt. Damit war das Keglerstüberl voll, interessierte Bürger waren jedoch kaum darunter. Die meisten Zuhörer waren selbst Kandidaten auf einer der beiden Listen.

Die Stadtratsbewerber stellten sich, unterstützt von einer computergestützten Präsentation, kurz vor. Die Vorstellung der verhinderten Bewerber übernahmen Bürgermeisterkandidat und CSU-Ortsvorsitzender Reger sowie CWL-Listenführer Matthias Fütterer. Sandra Kellermann stellte zudem auf der Leinwand Muster-Stimmzettel vor und erläuterte, wie man keine Stimme verschenkt.

Per Beamer wurden die Porträts der Stadtratskandidaten der CSU und der CWL präsentiert.
Johannes Reger machte deutlich, dass er nicht für finanzielle Abenteuer zu haben ist. Die Realisierung von Projekten sei nur mit entsprechender Förderung möglich.

Reger umschrieb das Wahlprogramm, mit dem die CSU die Mehrheit und den Chefsessel im Rathaus verteidigen will, mit den drei Attributen "Visionen", "Bodenständigkeit" und "Einigkeit". Es dürfe auch nach der Ära Hans Donko keinen Stillstand geben. "Erbendorf muss sich weiterentwickeln, dazu brauchen wir vernünftige Ideen und Visionen und keine Hirngespinste."

Die gesteckten Ziele ließen sich nur umsetzen, wenn alle an einem Strang zögen. Als Fraktionssprecher und Zweiter Bürgermeister sei es ihm bei der Arbeit im Erbendorfer Rathaus immer wichtig gewesen, diese Einigkeit schon vor den öffentlichen Beratungen herzustellen. Das wolle er auch als Erster Bürgermeister so beibehalten. Die CSU sei die ganze Zeit über und nicht nur im Wahlkampf aktiv, betonte Reger. Man dürfe Erbendorf nicht den Abenteurern überlassen, sondern müsse die Stadt zielgerichtet und strukturiert weiterentwickeln. Mit den beiden Listen sei die Partei gut gerüstet. Er könne auf ein "super starkes Team" bauen. Viele Projekte, wie das Aribo-Hotel oder den Steinwald-Radweg, würde es ohne die CSU nicht gegeben. Reger: "Unser Aribo-Hotel ist heute eine Perle des Tourismsus in der Region. Wir brauchen weiter eine Mehrheit und Visionen, um die Stadt voranzubringen."

Der schwarze Spitzenkandidat sprach von vielen Parallelen, die es heute zur Wahl von 1996 gebe, als Hans Donko erstmals Bürgermeister wurde. Vorher sei Erbendorf in Agonie verharrt. Die CSU habe die Städtebauförderung angepackt, das Gewerbegebiet mit Leben erfüllt und danach auch sehr mutige Entscheidungen, wie beim Baugebiet "Brückelpoint", getroffen.

Diese Arbeit wolle er fortsetzen. Als Pluspunkt für sich führte Johannes Reger die guten Verbindungen zum CSU-Landratskandidaten Roland Grillmeier ins Feld, den er schon seit der gemeinsamen Zeit an der Spätberufenenschule Fockenfeld kenne.

Jugend und Jugendarbeit

Ein Ziel im Wahlprogramm der CSU ist die Verwirklichung eines Jugendzentrums. Während es auf dem Land die "Heisla" gebe, habe die Stadt keinen vereinsübergreifenden Treffpunkt, so Reger. Das will er ändern. Von den Räumlichkeiten sei die Stadt dafür gerüstet. Reger kündigte an, dieses Thema im Falle seiner Wahl zur Chefsache zu machen.

Innenstadt

Reger will die Bräugasse und den Marktplatz mit Unterer Markt und Kaiserberg in Kooperation mit den Bürgern unter optimaler Ausnutzung von Fördermitteln neu gestalten. Auf der Agenda steht dabei neben der Sanierung und Umbau des Anwesens 23 in der Bräugasse zum Bürgerhaus auch der Bereich Jahnstraße/Bräugasse mit Feuerwehrhaus und Berufsbildungzentrum. Das Feuerwehrhaus soll an einem neuen Standort als Rettungsstützpunkt neu gebaut werden.

Infrastruktur

Reger will, dass die Straßensanierung im innerstädtischen Bereich an Fahrt aufnimmt. Dazu will die CSU eine Prioritätenliste aufstellen, die in kleinen Schritten, je nach Finanzierbarkeit, umgesetzt werden soll. Außerdem sollen die Arbeiten für ein Kanalkataster weiter vorangebracht werden.

Verwaltung

Die Erbendorfer Rathaus-Verwaltung sei eine "kompakte, schlanke Truppe" ohne große Hierarchie. "Dies will ich weiterführen." Allerdings dürfe man sich auch der Digitalisierung nicht verschließen. Bestimmte Dienstleistungen müssten auch von daheim abgefragt werden können. Zudem will Reger mehr Transparenz im Rathaus schaffen. Wirtschaft und Umwelt

Ein zentrales Ziel ist die Erweiterung des Gewerbegebiets "Schleifmühle". Reger will sich intensiv um Gewerbetreibende kümmern. Auch den Ausbau der Breitbandversorgung haben er und die CSU sich auf die Fahnen geschrieben. Arbeitsbedingungen wie in der Großstadt, aber intakte Natur vor der Haustür seien eine große Chance für die Stadt. Für die Stadtwälder will er mehr Biodiversität. Eine klare Absage erteilte er einer "Öko-Diktatur" für die Landwirtschaft.

Energie

Die CSU will den Einsatz von Photovoltaik auf öffentlichen Dächern ausbauen. Unter anderem ist dabei an eine Photovoltaikanlage auf der Kläranlage gedacht. Für die neue Schwimmhalle soll ein weiterer Kraft-Wärmeblock an der Schule errichtet werden. Von einem Ausbau der Windkraft am Hessenreuther Wald hält Reger allein schon aus wirtschaftlichen Überlegungen nichts. Für 100 Prozent regenerative Energien sind nach Meinung der Erbendorfer CSU neue Stromtrassen unerlässlich.

Bürgermeister Donko zeigte sich in einem kurzen Statement noch einmal "glücklich darüber", dass die CSU auf seinen Stellvertreter Reger setzt. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass um jede Stimme, auch auf Kreisebene, gekämpft werden müsse. Es gehe bei der Wahl auch um den Einfluss von Erbendorf im Kreistag und in verschiedenen Gremien, wie dem Aufsichtsrat der Kliniken AG.

Zudem sei die Arbeit bei der Erbendorfer Kommune nicht mit der in vielen anderen Rathäusern vergleichbar. Aufgrund der Stadtwerke sei die Stadt mit 120 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber im Ort. Die rechtlichen Verknüpfungen stellten sehr hohe Anforderungen an das gesamte Gremium.

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