20.09.2019 - 14:43 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Kirwa in der Kirch'

Die Kirchweih auch in der Kirche feiern. Dazu lädt am Kirchweihsonntag die katholische Pfarrei Erbendorf ein. Auf den Tag genau feiert sie den Jahrestag der Benediktion von Märiä-Himmelfahrt.

Die frühere Simultanpfarrkirche vor 1920. Das Langhaus wurde 1799 nach dem Brand von1796 fertiggestellt. Der heutige Kirchturm wurde erst später, 1865/66 an der Ostseite errichtet.
von Jochen NeumannProfil
Ansicht von Erbendorf um 1840 mit der alten Simultankirche.

Obwohl die katholische Pfarrkirche unter dem Patronat Mariä-Himmelfahrt steht, wird die Kirchweih am Michaeli gefeiert. Der Grund hierfür liegt schon lange zurück und ist in den vielen Stadtbränden zu suchen, bei der die Kirche mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein Beispiel ist der Brand von 1771, bei dem die ganze Kirche dem Feuer zum Opfer fiel. Sie wurde wiederaufgebaut und das Kirchenschiff nach Westen verlängert. Doch das Glück währte nicht lange. 25 Jahre später erneut ein Stadtbrand. Der Wiederaufbau dauerte aber. Denn die Pfarrei beziehungsweise die Simultankirchen-Verwaltung hatte - kurz gesagt - kein Geld mehr in ihrer Kasse.

Im katholischen Pfarrhof befindet sich ein Aufsatz über jene Zeit, den 1903 der Theologiestudent Johann Püller in Zusammenarbeit mit Pfarrer Josef Maier verfasste. Darin wird berichtet, dass für den Wiederaufbau nach 1796 kein Geld vorhanden war, dafür aber noch 1800 Gulden Schulden vom vorletzten Brand. Sammlungen brachten nicht die erhofften Spenden herein. Zudem verzögerte sich der Kirchenbau durch das Verhalten des evangelischen Pfarrers Georg Matthäus Paucker, der lieber seinen Pfarrhof wieder aufbaute. Wahre Intrigen entfachten sich in diesen Jahren zwischen dem Landrichter von Ibscher und den beiden Pfarrern, der einen Wiederaufbau hintertrieb.

Doch letztendlich konnte der Rohbau der Simultankirche im September 1799 fertiggestellt werden. Der katholische Pfarrer Franz Joseph Krems selbst weihte am Sonntag, 22. September 1799, nach „gnädigster Erlaubnis von Regenburg“ die Kirche ein und feierte den ersten Gottesdienst.

Zum Kirchenbau wird vermerkt, dass es „damit noch lange nicht abgetan“ war. Denn es waren noch keine Altäre, keine Kanzel, geschweige denn eine Orgel vorhanden. Dafür kam den Erbendorfern wenige Jahre später die Säkularisation gerade recht. Doch das ist eine andere Geschichte.

Auf den Tag genau

Am Sonntag sind es auf den Tag genau 220 Jahre, dass die Kirche eingeweiht wurde. „Die katholische Pfarrei lädt alle herzlich ein, die Kirchweih auch in der Kirche zu feiern“, sagt Pfarrer Martin Besold. „Manches Kirchweih-Brauchtum hilft uns, mit allen Sinnen das Geschenk unseres Glaubens zu feiern.“ Dabei wies Besold auf die „Kirwa-Koichla“ hin, die der katholische Frauen- und Mütterverein vor und nach den Gottesdiensten im Kirchenpark verkauft.

Den samstäglichen Gottesdienst zum Kirchweihfest um 18 Uhr gestaltet der Evangelische Posaunenchor musikalisch. Am Kirchweihsonntag beginnt der Festgottesdienst um 9.30 Uhr. Der Kirchenchor führt die Missa in G von Christopher Tambling auf. Nach der Messe lädt die Pfarrgemeinde zu einem Festzug ins Kirwa-Zelt des Rauchclubs in der Bahnhofstraße zum Weißwurstfrühschoppen ein. Angeführt wird der Zug vom Spielmannszug der Feuerwehr und den Vereinen mit Fahnen.

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