01.03.2020 - 14:58 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Klare Bekenntnisse zum ländlichen Raum

Landarztquote, Weltraumforschung und Digitalisierung sprach Bayerns Wissenschafts- und Kulturminister Bernd Sibler beim 49. Politischen Ascherfreitag in Erbendorf an. Er fand auch deutliche Worte zur AfD.

Beim Politischen Ascherfreitag des CSU-Kreisverbandes in der Erbendorfer Stadthalle (von links) : Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, CSU-Ortsvorsitzender Johannes Reger, Staatsminister Bernd Sibler, CSU-Kreisvorsitzender und Landratskandidat Roland Grillmeier sowie JU-Landesvorsitzender Christian Doleschal. Die Oberpfälzer Mandatsträger überreichten dem Staatsminister Pralinen und Hochprozentiges aus Erbendorf.
von Carolin BöcklProfil

Der Politische Ascherfreitag des CSU-Kreisverbands Tirschenreuth hat nicht nur Bürger in die Erbendorfer Stadthalle gezogen, sondern auch zahlreiche Mandatsträger. Stargast des Abends war jedoch Staatsminister Bernd Sibler. Nach dem traditionellen Fischessen begrüßte CSU-Ortsvorsitzender Johannes Reger die Gäste. Erbendorf sei in einer sehr guten Ausgangslage. Aber: "Wer sich heute auf den Lorbeeren von gestern ausruht, wird morgen in den Brennnesseln sitzen." Unternehmer sowie junge Leute forderte er auf, wagemutig zu sein und eigene Ideen zu entwickeln. Die Rahmenbedingungen hierfür müsse die Stadt schaffen. Jede Maßnahme müsse finanziell gut durchdacht sein. "Mit der Hau-Drauf-Methode kommen wir höchstens in den Ruin, aber keinesfalls in die Zukunft."

Lästig sein, wie ein Zeck

Dann trat Bernd Sibler ans Rednerpult. Der Niederbayer sei gerne zu Gast in Nordbayern. Ob bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel oder jüngst im Kloster Waldsassen. "Wir haben großartige kulturelle Angebote in München, Nürnberg und Regensburg. Wir brauchen sie aber auch hier. Wir müssen Rückzugsgebiete schaffen."

Die neue Hochschule Amberg-Weiden und auch die neue OTH-Außenstelle in Tirschenreuth seien ein "massiver strukturpolitischer Aufschlag". Um Hochschulstandorte in die Region zu holen, brauche es auch Hartnäckigkeit: "Da muss man lästig sein wie ein Zeck, bis man sein Ziel erreicht hat."

Versorgung mit Quote sichern

Auch beim Thema Medizin gebe es viel zu tun. "Bayern ist derzeit das einzige Bundesland, das nennenswert in Medizinstudienplätze investiert. Wir wollen damit nicht nur die Forschung stärken, sondern auch die Versorgungssicherheit gewähren." Dazu gehöre auch die Landarztquote. "Die Quote ist ein klares Bekenntnis zum ländlichen Raum und eine Ansage an die Parteien, die behaupten, dass sich niemand kümmert. Die CSU kümmert sich sehr wohl."

Klar äußert sich der Staatsminister auch zur AfD, die seiner Meinung nach die Stimmung im Landtag verändert hat. Dass während der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust ein Teil dieser Fraktion den Saal verließ, und dass sich Björn Höcke offiziell als Faschist bezeichnet, mache "klar, wes Geistes Kind diese Leute sind. Dieses Verhalten ist schäbig, ich kann es nicht anders sagen." Auch Sibler sei Patriot. "Patriotismus bedeutet stolz sein in einem Sinne, der andere nicht ausschließt." Nationalismus hingegen lasse andere nicht mitkommen. "Das hat auch viel mit Dummheit zu tun." Das Publikum spendet Beifall.

Digitalisierung als Lösung

Für Silber liegt die Zukunft in den Bereichen Robotik, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Er stellte klar, dass Angst vor der Technik und neuen Entwicklungen der falsche Weg sei. "Technik ist Teil der Lösung und nicht das Problem." Auch im Bereich Pflege erwarte er Fortschritte durch die Digitalisierung. "Technik muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Wenn das Pflegepersonal von Routinearbeiten befreit wird, bleibt mehr Zeit für Zuwendung." Auch Johannes Regers Ziel, einen gemeinsamen Standort für BRK und Feuerwehr zu errichten, nahm er mit Begeisterung auf. "Synergien können so optimal genutzt werden."

Hoffnung auf Touchdown

In Anspielung auf Siblers Football-Kostüm beim Franken-Fasching in Veitshöchheim überreichte Stadtrat Josef Bollmann dem Staatsminister einen echten "Football". Sportlich zeigten sich die Politiker, als Sibler Bollmann den Ball von der Bühne aus zuwarf und dieser ihn an CSU-Landratskandidat Roland Grillmeier und Bürgermeisterkandidat Johannes Reger weiterreichte - in der Hoffnung auf einen "Touchdown am 15. März." Nachdem sich der Staatsminister in das Goldene Buch der Stadt Erbendorf eingetragen hatte, überreichte ihm Johannes Reger noch ein Geschenk mit Erbendorfer Spezialitäten.

Grillmeier dankte Sibler für seinen Einsatz in der Region. Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß hob vor allem die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und Kommunikation auf allen Ebenen hervor. Die Erbendorfer Stadtkapelle schloss die Veranstaltung mit der Bayern- und Deutschlandhymne ab.

Ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Erbendorf durfte nicht fehlen. Umrahmt wird Sibler von Ortsvorsitzendem Johannes Reger, Landratskandidat Roland Grillmeier, Bürgermeister Hans Donko, Europaabgeordnetem Christian Doleschal und dem Kreisvorsitzenden MdL Tobias Reiß.
Die Stadtkapelle bereitete Minister Bernd Sibler mit dem Bayerischen Defiliermarsch einen gebührenden Empfang.
Die Begrüßung übernahm CSU-Bürgermeisterkandidat und Ortsvorsitzender Johannes Reger.
Mit dabei waren auch Roland Grillmeier, Christian Doleschal und Alfred Scheidler.
Staatsminister Bernd Sibler bei seiner Rede beim Politischen Ascherfreitag des CSU-Kreisverbandes.
Das Publikum lauscht den Worten Bernd Siblers zu Forschung, Medizin und der AfD.
Auch für ein Gruppenbild war noch Zeit.

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