16.12.2020 - 11:50 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Klosterbruder Michael aus Erbendorf zum Diakon geweiht

Über gleich zwei Diakonenweihen freut sich die Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Nach Martin Schraml hat nun auch Klosterbruder Michael (Markus) Bäumler die Weihe empfangen.

von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Während der verheiratete Familienvater Martin Schraml (52) Ständiger Diakon bleibt, ist das Amt für den 31-jährigen Klosterbruder Michael (OSB) nur eine wichtige Durchgangsstation zu einem noch wichtigeren Amt.

Der Benediktiner, der im Kloster St. Ottilien in Oberbayern lebt, strebt die Priesterweihe an, die er im nächsten Jahr empfangen will. Die Primiz möchte er dann mit den Gläubigen in seiner alten Heimatpfarrei in Erbendorf feiern. Dann hoffentlich ohne Corona-Einschränkungen. Denn ebenso wie seine feierliche Profess fand wegen der Pandemie auch die Diakonweihe im kleinen Kreis unter Auflagen statt. Auch eine Erbendorfer Abordnung mit Heimatpfarrer Martin Besold und der Familie des Klosterbruders durfte die Feier miterleben.

Schauplatz der Weihe war die Klosterkirche der Erzabtei St. Ottilien, in der Bruder Michael Ende Oktober bei der feierlichen Profess sein ewiges Klosterversprechen abgegeben hat. Eigentlich sollte der Augsburger Bischof Bertram Meier die Weihe vornehmen. Er musste sich aufgrund eines Covid-19-Falls in seinem persönlichen Umfeld am Tag vor der Weihe in Quarantäne begeben. Deshalb übernahm Weihbischof Anton Losinger die ehrenvolle Aufgabe. Er verlas die von Bischof Bertram vorbereitete Predigt und spendete im Auftrag des Bischofs die Weihe.

Der komplette Gottesdienst über die erste Diakonweihe nach sechsjähriger Pause in St. Ottilien

Diakon als "Auge der Kirche"

In der Predigt betonte der Weihbischof, dass der Diakon als „Auge der Kirche“ eine tragende Funktion innehabe. „Manchmal predigt ein Bild mehr als Worte“, sagte Anton Losinger im Auftrag von Bischof Bertram.

Der Bischof spannte einen Bogen von der Weihe zu den Attributen der der Namenspatronin der Erzabtei, der heiligen Odilia, nach deren Gedenktag der Tag der Diakonweihe gewählt worden war und deren Attribute Bruder Michael auch für sein Gebetsbild ausgesucht hatte. In beiden träten die Grunddienste der Kirche ans Licht. Das Buch stünde für das Wort Gottes, das es zu leben und zu verkünden gelte; der Kelch sei Zeichen für die Eucharistie als Mitte und Höhepunkt des christlichen Lebens, und die Augen seien ein Aufruf, „den Menschen mit den Augen Gottes zu sehen.“ Hintergrund dieser Worte war die Lebensgeschichte der heiligen Odilia. Sie wurde der Legende nach blind geboren, konnte aber nach ihrer Taufe mit zwölf Jahren wundersamer Weise wieder sehen.

„Der Diakon wird in allem wie das Auge der Kirche sein“, zitierte die Predigt des Bischofs aus einer syrischen Kirchenordnung der Spätantike. Dieser hohe Anspruch der frühen Kirche an das Amt des Diakons müsse auch heute noch gelten. Bruder Michael müsse als Diakon einen Blick haben für die geistigen, geistlichen und materiellen Nöte der Menschen und in das Bewusstsein der Gesellschaft rücken. Ja, mehr noch: „Mit Ihrer Weihe zum Diakon werden Sie, Bruder Michael, heute zum Stachel im Fleisch der Pfarrei, in der Sie die nächsten Monate wirken werden, und Ihres Klosters, an das Sie sich durch die ewige Profess auf Lebenszeit unlängst gebunden haben.“ Die Diakonie sei eine Wunde, in die er seine Hand legen solle. Es gelte die diakonale Existenz der Kirche immer dann wieder einzuklagen, wenn sie hinter frommen Worten und folgenloser Liturgie verschwinde.

„Augen sind wie ein Buch“, so Bischof Bertram in der Predigt. Die Menschen wollten nicht übersehen, sondern angeschaut werden. Dies gelte besonders für die, die oft nicht gesehen und keines Blickes gewürdigt werden. „Vergessen Sie besonders die am Rande nicht!“, betonte der Bischof und wünschte dem Weihekandidaten: „Herr, führe Bruder Michael ein ins Diakonat. Sei du sein Auge und hilf ihm sehen, wo er gebraucht wird.“

Weihbischof überreicht auch Evangeliar

Unter Gebet und Handauflegung spendete Weihbischof Losinger dem jungen Benediktiner nach der Predigt die Diakonenweihe. In den sich anschließenden ausdeutenden Riten legte Bruder Michael Stola und Dalmatik an und empfing das Evangeliar aus den Händen des Weihbischofs als Zeichen für den Auftrag der Glaubensverkündigung: „Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“

Das Diakonat ist für den Benediktiner Bruder Michael eine wichtige Station auf dem Weg zur Priesterweihe. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Regensburg und Salzburg legte er am 31. Oktober dieses Jahres in der Erzabtei St. Ottilien, die im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech liegt und zur Diözese Augsburg gehört, seine ewige Profess ab. Sein Pastoraljahr als Diakon verbringt er in der Pfarrei Mering im schwäbischen Dekanat Aichach-Friedberg.

Die Marktgemeinde hat knapp 15.000 Einwohner und liegt etwa 30 Kilometer von der Erzabtei entfernt ganz in der Nähe von Augsburg. Am Samstag, 12. Juni 2021, soll dann im Kloster St. Ottilien die Priesterweihe folgen. Auch einen Termin für die Primiz in Erbendorf gibt es bereits. Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt plant den ersten Gottesdienst mit dem Neupriester für Samstag, 19. Juni 2021, ein.

Hier erfahren Sie mehr über Bruder Michael

Erbendorf

Hier der Bericht über die Weihe von Martin Schraml

Erbendorf
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