09.03.2020 - 18:31 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Landrat Wolfgang Lippert kontert Roland Grillmeier

Überraschend erschien Landrat Wolfgang Lippert (FW) auf der Abschlussveranstaltung der Freien Wähler Erbendorf. Aussagen von CSU-Landratskandidaten Roland Grillmeier (CSU) in einem NT-Interview wollte er nicht unkommentiert lassen.

Ein Interview mit dem stellvertretenden Landrat und Landratskandidaten Roland Grillmeier (CSU) traf auf Verwunderung und Verärgerung bei Landrat Wolfgang Lippert (FW).
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Überraschend erschien Landrat Wolfgang Lippert (FW) bei der Abschlussveranstaltung der Freien Wähler Erbendorf. Aussagen des CSU-Landratskandidaten Roland Grillmeier (CSU) in einem NT-Interview wollte er nicht unkommentiert lassen.

"Ich sehe hier die Arbeit meiner Mitarbeiter und auch mein Bestreben in den vergangenen zwölf Jahren ein Stück weit mit Füßen getreten", eröffnete der Landrat laut Pressemitteilung seine Rede vor über 100 Gästen in der Stadthalle Erbendorf. Er wundere sich, wie "aus dem Landkreis was wurde", sagte Lippert. Denn laut Grillmeier seien in den vergangenen Jahren vor allem die Bereiche Bauen, Tourismus und die interkommunale Zusammenarbeit mit Neustadt/WN und Weiden zu kurz gekommen.

Darauf erwiderte der Landrat: Alleine die Übernachtungszahlen seien von 299 900 (2010) auf 405 832 (2019) gestiegen. Zudem sei er mit seinem Neustädter Kollegen, Landrat Andreas Meier (CSU), nahezu täglich in Kontakt. "Von mangelnder Zusammenarbeit kann hier wirklich niemand sprechen." Als Beispiele nannte Lippert die Atemschutzstrecke der Feuerwehren in Neuhaus, den Rettungszweckverband zum Betrieb der Integrierten Leitstelle (ILS Nordoberpfalz) und den gemeinsamen Tourismusverband.

Ein weiterer Streitpunkt sei die Arbeit des Bauamtes am Landratsamt. "Ich habe festgestellt, dass manche Bauanträge auf gemeindlicher Ebene durchgewunken werden und somit der Schwarze Peter dem Landkreis zugeschoben wird", so Lippert. Er verwies auf geltendes Baurecht, das er nicht beugen werde. "Während meiner Amtszeit gab es keine Gefälligkeitsgutachten", betonte der Landrat. Zudem habe er seine Mitarbeiter angewiesen, bei negativen Bescheiden immer Lösungsmöglichkeiten anzubieten, wie Bauvorhaben umgesetzt werden könnten. "Besonders in der Zusammenarbeit mit Betrieben wie IGZ, Cube oder Hamm wurde uns von den Bauherren immer großes Lob ausgesprochen", sagte Wolfgang Lippert. Dass ein Landrat in München besseres Gehör bei der Planung des Süd-Ost-Links fände als ein Bürgermeister, darüber schmunzelte der Landrat ein wenig: "Weil der Bundestagsabgeordnete Albrecht Rupprecht und der Wirtschaftsminister nichts ausrichten können, schicken sie jetzt den Söder vor. Und da soll ein kleiner Landrat etwas bewegen können?"

Lippert selbst warte seit Mai noch auf Rückmeldung des CSU-Landratskandidaten in Bezug auf die Finanzierung einer grenzüberschreitenden Koordinierungsstelle für den Kreis. Diese wurde von der CSU-Fraktion im Mai 2019 beantragt, allerdings gab es keine Förderung der Personalkosten. "Kreisrat Grillmeier wollte sich persönlich darum kümmern, auf politischem Weg eine Förderung durch das Heimatministerium zu erwirken", sagte Lippert. "Aber bis heute habe ich nichts mehr davon gehört."

Hier das Interview mit dem CSU-Landratskandidaten Roland Grillmeier:

Tirschenreuth
Kurz vor Beginn war die Stadthalle Erbendorf bereits gut gefüllt. Am Ende waren über 100 Bürger gekommen. Rund eine Woche vor der Kommunalwahl ist das Interesse weiterhin groß.
Die Redner der Abschlussveranstaltung der Freien Wähler Erbendorf vor der Kommunalwahl 2020 von links: Vorsitzender der FW Erbendorf Rolf Hanauer, Bürgermeisterkandidat Bernhard Schmidt, Landratskandidat Ely Eibisch, stellvertretender Landesvorsitzender der FW Bayern Hans Martin Grötsch und Landrat Wolfgang Lippert.

 

 

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