16.11.2021 - 16:02 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Ein Leben für die Kirche: Abschied von Altbischof Wilhelm Schraml

Am Montag fanden in Altötting das Requiem und die Beisetzung des Erbendorfers Wilhelm Schraml, emeritierter Bischof von Passau, statt. Auf seinen eigenen Wunsch fand er in der Anbetungskapelle seine letzte Ruhestätte.

von Jochen NeumannProfil

Für den am 8. November verstorbenen Passauer Altbischof Wilhelm Schraml fand in der Basilika St. Anna im Marienwallfahrtsort Altötting am Montag die Totenmesse mit zahlreichen kirchlichen Würdenträgern, Gästen aus der Politik und der Gesellschaft sowie seinen Angehörigen statt. An den Feierlichkeiten nahmen viele Bischöfe teil, darunter Bertram Meier (Augsburg), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Gregor Maria Hanke (Eichstätt). Aus Rom kam Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Aus der Politik waren mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete vertreten, außerdem der Chef der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU).

Auch aus Erbendorf nahmen vonseiten der katholischen Pfarrei Pfarrer Martin Besold, Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer und Pfarrgemeinderatssprecher Holger Popp teil. Zudem war die Stadt mit Bürgermeister Johannes Reger, seinen Stellvertretern Bernhard Schmidt und Reinhold Kastner sowie mit Bürgermeister a. D. Hans Donko vertreten, die dem verstorbenen Ehrenbürger eine letzte Ehre erwiesen.

Liebe zur Kirchenmusik

Den Gottesdienst zelebrierte Schramls Nachfolger als Bischof von Passau, Stefan Oster. Bischof Schramls Einsatz für die Kirche und ihre Verkündigung sei immer voller Herzblut und Leidenschaft gewesen. "Der Herr der Kirche möge es ihm reichlich lohnen." Aber, wie Bischof Oster ausführte, Schraml konnte auch kantig sein. "Ihm ging es immer klar um die Sache." Als Beispiel nannte er den pastoral-strukturellen Erneuerungsplan, der nicht in dem Maße eingeführt wurde, wie er geplant war.

Oster hob auch Schramls Liebe zur Kirchenmusik hervor. "Denn er verstand: Inmitten der Musik ist Christus der Herr." Wie der Bischof weiter ausführte, fand der Verstorbene schon früh Zugang zu Maria. "Hier in Altötting war er der Muttergottes ganz nah." In dem Wallfahrtsort hatte der Bischof emeritus seinen Ruhestand verbracht. Vor einigen Monaten habe er den Wunsch geäußert, gerne hier begraben zu werden. "Genauer gesagt in der Anbetungskapelle der Stiftskirche." Diese Kapelle hatte Schraml selbst für die immerwährende Anbetung vorbereiten lassen.

Oster zitierte aus einem Kondolenzschreiben von Papst emeritus Benedikt XVI.. Unter anderem schrieb er: "Durch das Grab in der Anbetungskapelle bleibt Altbischof Schraml als Vorbeter, als ein mit Maria Hörender unter uns und zeigt uns den Weg." Abschließend sagte Bischof Oster: "Ich bin dankbar für sein Lebenszeugnis." Hier sei er im Leben nah bei Maria gewesen. "Eine gute Reise dorthin in die himmlische Gemeinschaft", rief Oster dem Verstorbenen zu.

Unterstützung für die alte Heimat

Nach der Feier der Heiligen Messe sprach Bürgermeister Johannes Reger neben Altöttings Bürgermeister Stephan Antwerpen, Altöttings Landrat Erwin Schneider und dem Passauer Diözesanratsvorsitzenden Markus Biber. Bürgermeister Reger hob dabei die "vier Häuser" - Geburtshaus, Kirche, Schulhaus und Rathaus - hervor, über die der Verstorbene in seiner Heimat immer gerne sprach und deren Bedeutung allen verinnerlichte. "In seiner alten Heimat fühlte sich Schraml wohl", sagte Reger. "Bei vielen Projekten war er unterstützend tätig." Der Bürgermeister nannte beispielsweise den Kindergartenbau, die Errichtung des Caritas-Altenheims und die Neugestaltung des Kirchenumfeldes. Reger trug während seiner Rede die Goldene Amtskette des Bürgermeisters, die Schraml einst an Erbendorf spendete. "Bischof Schraml vergaß seine alte Heimat und deren Menschen nicht", stellte Reger fest. "Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts im Jahr 2001 würdigte der Stadtrat einen großen Erbendorfer, der sich unabhängig von Aufgabe und Wirkungsstätte immer wieder für Belange der Stadt und der Pfarrei einsetzte."

Letzte Ruhestätte

Nach dem Requiem in der Basilika begab sich der Trauerzug mit dem Sarg des Verstorbenen vorbei an der Gnadenkapelle zur letzten Ruhestätte, der Anbetungskapelle an der Stiftskirche. Hier fand die Beisetzung im engsten Kreis statt - mit den Angehörigen, Bischof Stefan Oster und weiteren Bischöfen, darunter auch Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der direkt aus Rom anreiste. Die weitere Trauergemeinde verfolgte die Beisetzung per Lautsprecherübertragung auf dem Kapellplatz.

Der Nachruf zum Tod von Altbischof Wilhelm Schraml

Erbendorf
Hintergrund:

Meilensteine aus dem Leben von Altbischof Wilhelm Schraml

  • Wilhelm Schraml wurde am 26. Juni 1935 geboren.
  • 1956 absolvierte er sein Abitur im Studienseminar St. Augustin in Weiden.
  • 1961 wurde Schraml in Regensburg zum Priester geweiht, 1986 folgte die Weihe zum Weihbischof.
  • 1985 bekam Schraml das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse überreicht für seinen großen Einsatz zugunsten von sozial Schwachen, Alten und Behinderten in der Funktion als Bischofsvikar für alle karitativen Werke der Diözese Regensburg.
  • 2001 wurde Schraml zum Bischof von Passau durch Papst Johannes Paul II. ernannt.
  • 2001 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Erbendorf.
  • 2004 Verleihung des Bayerischen Verdienstkreuzes
  • 2013 wird er von Papst Franziskus in den endgültigen Ruhestand entlassen.
  • 2015 erhielt er die Ehrenbürgerwürde von Altötting.

„Durch das Grab in der Anbetungskapelle bleibt Altbischof Schraml als Vorbeter, als ein mit Maria Hörender unter uns und zeigt uns den Weg.“

Stefan Oster, Bischof von Passau, zitiert aus dem Kondolenzschreiben von Papst emeritus Benedikt XVI.

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