27.01.2020 - 19:51 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Mehr politisches "Public Viewing"

Auch Tage danach ist die Podiumsdiskussion der drei Bürgermeisterkandidaten Gesprächsthema in der Steinwaldstadt. Oberpfalz-Medien und Kolping haben anscheinend einen Nerv getroffen. Die Resonanz der Erbendorfer war enorm.

Kein Fußballmatch, sondern einen politischen Schlagabtausch gab es auf der Leinwand des kleinen Saals im Kolpinghaus zu sehen.
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Von Politikverdrossenheit keine Spur. Die Menschen wollen wissen, was in ihrer Heimatstadt passiert. Nach der Veranstaltung im Kolpinghaus (wir berichteten), ist die Neugier vieler Bürger geweckt. Es gibt anscheinend Nachholbedarf.

Jochen Neumann (SPD) will einen Schritt zu mehr Transparenz gehen, indem er ab Mai in den Stadtratssitzungen andere Schwerpunkte setzt. Es sollen mehr Punkte in den öffentlichen Teil wandern. Nicht öffentlich sollen hauptsächlich Personal- und bestimmte finanzielle Entscheidungen diskutiert werden.

Johannes Reger (CSU) informierte vom Podium aus über das bisher hinter verschlossenen Türen besprochene Projekt eines Heims für 24 behinderte Jugendliche unweit der Nordseite des Friedhofs. Träger soll die Katholische Erwachsenenfürsorge sein. Bernhard Schmidt (FW) will im kulturellen Bereich anschieben. Lokal-Matadoren wie Spielmannszug und Stadtkapelle müssten bessere Plattformen haben. Prominente Künstler in die Steinwaldstadt zu bekommen, sei natürlich eine Frage des Preises.

Sozialexpertin Brigitte Scharf meldete sich zu Wort und beklagte, dass Rentner, die ins Rathaus gehen und Rentenfragen auf dem Herzen haben, unverrichteter Dinge wieder abziehen müssten. "Ich weiß natürlich, dass das keine kommunale Pflichtaufgabe ist." Trotzdem dürfe man die Menschen damit nicht alleine lassen. Jochen Neumann betonte, dass die Stadt den Dienstleistungsgedanken für die Bürger wieder mehr pflegen müsse. Auch Bernhard Schmidt plädierte für deutlich mehr Service in der Verwaltung. Johannes Reger betonte, dass die Tür des Rathauses immer offenstehe. Schließlich fasste sich Jugendbeauftragter Martin Kastner ein Herz und beschwerte sich, dass Bürgermeister Hans Donko und die gesamte CSU nicht genug für die jungen Leute tun: "Unsere Stimmen werden nicht gehört."

Moderator Wolfgang Benkhardt fragte noch nach der einen oder anderen Vision der Kandidaten: Bernhard Schmidt verwies beispielhaft auf einen verbesserungswürdigen ÖPNV. Für ihn ist "Baxi" ein absolut zukünftsträchtiges Modell. Jochen Neumann dachte an "Einkaufsbusse". Johannes Reger würde zunächst die Akzeptanz in der Bürgerschaft prüfen und zusammen mit dem Landkreis Konzepte angehen. Die Bürger sind auf alle Fälle begierig zu erfahren, was nach dem 15. März so alles passieren wird.

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