23.06.2020 - 14:49 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Stadt Erbendorf öffnet das Freibad

Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Das Erbendorfer Freibad öffnet am Mittwoch, 1. Juli, seine Pforten.

Das Freibad Erbendorf öffnet am 1. Juli.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Mit Spannung erwarteten rund 40 Zuhörer in der Stadtratssitzung am Montag im großen Saal der Stadthalle den Beschluss, ob die Stadt trotz der Corona-Auflagen das Freibad öffnen würde. Mit überwältigender Mehrheit sprach sich das Gremium dafür aus, diesen Schritt zu wagen.

Seit Dienstag laufen die Pumpen für den Badebetrieb. Nach Auskunft von Bürgermeister Johannes Reger braucht die Stadt eine Woche Vorlaufzeit, um das Bad fit für den Notbetrieb zu machen. Am Mittwoch, 1. Juli, sollen die ersten Badegäste die Tore passieren.

Mit einem umfassenden Sicherheitskonzept und vielen Einschränkungen möchte die Stadt das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln gewährleisten. Unter anderem ist geplant, die Zahl der Besucher auf 330 Badegäste pro Tag zu beschränken. Mit der Ausgabe von Bändern soll diese Zahl kontrolliert werden. Auch die Gäste, die sich gleichzeitig in den Becken erfrischen dürfen, wird begrenzt. Im Schwimmerbecken sollen sich gleichzeitig 20, im Nichtschwimmerbecken 27 Personen aufhalten dürfen.

Das Plantschbecken bleibt komplett gesperrt. "Da dürfte sich immer nur eine Familie aufhalten", begründete Reger diesen Vorschlag. Auch die Wärmeduschen und die bisherigen Umkleidekabinen bleiben zu. Für die Umkleidekabinen ist ein Ersatz vorgesehen. Öffnen soll der Wirtschaftsbetrieb. Kinder unter 14 Jahren dürfen nur in Begleitung von Erwachsenen ins Bad. Auf den Wiesen werden die freigegebenen Liegeplätze farbig markiert. Von allen Badegästen werden, wie in Gaststätten, personenbezogene Daten erhoben. Für Besucher, die ankommen, und Gäste, die das Gelände verlassen, werden unterschiedliche Wege ausgewiesen. Zudem ist geplant, für Risikogruppen von 9 bis 10.30 Uhr eine Sonderzeit anzubieten.

Für den Notbetrieb sind weitere Aufsichtspersonen nötig, die den Kassenautomat und andere Dinge desinfizieren und das Einhalten der Auflagen kontrollieren. In den Bädern in Grafenwöhr und Waldsassen helfen hier Mitglieder der Stadtverwaltung im Bad aus, wie Bürgermeister Reger in Erfahrung gebracht hat. Der Erbendorfer Rathauschef erklärte klipp und klar, dass dies in Erbendorf nicht infrage komme. Dazu sei die Verwaltung viel zu schlank gestrickt. Wenn bei einem Gast Corona festgestellt werde, dann werde das Bad sofort geschlossen, kündigte Reger an. Zudem bat er den Stadtrat darum, ihn zu ermächtigen, das Bad auch schließen zu dürfen, wenn sich die Besucher nicht an die Vorgaben hielten.

Bürgermeister Reger hatte sich vor der Beratung umfassend informiert und etliche Stellungnahmen, auch vom Gesundheitsamt und der juristischen Abteilung des Landratsamts, eingeholt. Nach den Schreiben der Fachstellen habe er eigentlich nicht öffnen wollen, bekannte Johannes Reger. Aber später habe er seine Meinung doch wieder geändert, auch weil sich viele in Erbendorf dafür ausgesprochen hätten: "Ein eingeschränkter Spaß ist besser als gar keiner." Wenn alle Besucher verantwortungsbewusst handeln würden, könne man die Öffnung wagen.

Reger hatte bei diesem Punkt keine Empfehlung der Verwaltung. Die Entscheidung überließ er allein dem Stadtrat. Alle Fraktionssprecher votierten für die Öffnung, betonten aber auch unisono, dass jedes Mitglied frei ohne Fraktionszwang entscheiden werde. Das Votum ergab eine überwältigende Mehrheit für die Öffnung. Lediglich Sven Lehner von den Freien Wählern sprach sich dagegen aus. Ein dickes Lob gab es für Bürgermeister Reger für die umfassende Information und Aufbereitung des Themas.

Von der CSU kamen die Vorschläge, das Freibad-Personal mit Ferienarbeitern aufzustocken, ein Zwei-Schicht-System im Bad einzuführen (bis 15 Uhr und nach 15 Uhr) sowie möglichst viele Karten online zu verkaufen, um lange Schlangen an den Eingängen zu vermeiden. Der Rathauschef kündigte am Schluss an: "Wenn es Ärger und Streit gibt, werde ich unverzüglich wieder zumachen." Ausdrücklich sprach er dabei auch die Verbreitung von falschen Meldungen aus dem Bad über Facebook und soziale Medien an, die er nicht dulden werde.

In den vergangenen Jahren hatten die Freibäder in der Region ganz andere Probleme. Hier lesen Sie mehr dazu:

Tirschenreuth
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