24.06.2020 - 18:47 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Stadtrat in Erbendorf ernennt sieben Beauftragte auf einen Streich

Die Stadt Erbendorf erhöht die Zahl der Beauftragten. Statt bislang drei gibt es nun gleich sieben Funktionäre, die sich ehrenamtlich um Jugend, Senioren, Familien, Behinderte und Integration kümmern.

Die neue Doppelspitze für die Jugendarbeit: Martin Kastner (rechts) bekommt nun Unterstützung von Johannes Dostler.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Bisher gab es in der Steinwald-Stadt Beauftragte für die Jugend, für die Senioren und für die Familien. Diese drei Aufgabenbereiche hat der Stadtrat am Montag wieder besetzt, teilweise sogar mit Doppelspitzen. Zwei Aufgabenbereiche sind ganz neu hinzugekommen: ein Ansprechpartner für Behinderte und einer für Integration.

"Die Beauftragten müssen keine Mitglieder des Stadtrats sein und dienen als Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Bürgern, Stadtrat und Verwaltung", gab Bürgermeister Johannes Reger die Richtung vor. Um die Ernennung gab es keinerlei Diskussion. Bereits im Vorfeld hatten sich die Fraktionen auf die Besetzung der Ämter geeinigt. Die Abstimmung im Stadtrat war reine Formsache.

Jugend und Familien

Für die Jugend- und die Familienarbeit gibt es nun jeweils zwei gleichberechtigte Verantwortliche. Der bisherige Jugendbeauftragte und Agrarfacharbeiter Martin Kastner (26) teilt sich das Amt des Jugendbeauftragten nun mit Johannes Dostler (28). Von Beruf ist der "Neue" Alten- und Palliativpfleger im Caritas-Seniorenheim Erbendorf.

Kathrin Götzl bringt als eine von zwei Familienbeauftragten ihre Ideen in den Stadtrat ein.

Im Amt bestätigt wurde als Familienbeauftragter Karlheinz "Charly" Rottmann aus Wildenreuth, der bei der Wahl sein SPD-Stadtratsmandat verloren hat. Dem Diplom-Sozialpädagogen steht nun Erzieherin Kathrin Götzl (39) zur Seite, die auf der CSU-Liste für den Stadtrat kandidiert hatte. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern ist beruflich als Erzieherin am Waldkindergarten in Waldershof im Einsatz.

Charly Rottmann ist auch nach dem Ausscheiden aus dem Stadtrat weiter Familienbeauftragter. Er ist der andere Teil der neuen Doppelspitze.
Roland Lochner kümmert sich um die Senioren. Er löst in diesem Amt die Stadtbedienstete Monika Schaefer ab.

Beauftragter für die Senioren ist Rentner Roland Lochner (61). Der gelernte Maschinenbautechniker hat als Projektleiter des Generationen-Netzwerks Senioren bereits reichlich Erfahrungen in diesem Bereich. Er löst Stadtbedienstete Monika Schaefer ab. Der Stadtrat hat nun auch einen Behindertenbeauftragten. Dieses Amt übernimmt CSU-Stadtratskandidat Markus Fütterer (40), der Verwaltungsfachangestellter beim Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth ist. Fütterer ist dort auch stellvertretender Schwerbehindertenvertreter.

Markus Fütterer ist nun Behindertenbeauftragter der Stadt Erbendorf.

Auch einen Integrationsbeauftragten hat der Stadtrat ernannt. Dieses Amt übt David Runschke (42) aus Wildenreuth aus, der bei der Kommunalwahl Stadtratskandidat der Grünen war. Beruflich ist er beim Landkreis Tirschenreuth als Integrationslotse beschäftigt.

Die Stadt Erbendorf hat nun auch einen Integrationsbeauftragten. David Runschke aus Wildenreuth übt dieses Amt aus.

Außerdem hat der Stadtrat nun die Ausschüsse besetzt. Sieben Ausschüsse sind gebildet worden. Der reine Sportausschuss wurde aufgelöst. Stattdessen gibt es nun ein Gremium für Sport und Kultur. Außerdem wurde das Wort Fremdenverkehr durch Tourismus ersetzt.

Bemerkenswert ist, dass die kleinste Fraktion, die der Grünen, den Vorsitzenden im Rechnungsprüfungsausschuss stellen darf. In allen anderen Ausschüssen ist Bürgermeister Reger aufgrund seines Amtes der Vorsitzende. Mit Ausnahme des Werkausschusses und des Rechnungsprüfungsausschuss sind alle Ausschüsse nur beratend tätig. Die gefassten Empfehlungen müssen im Stadtrat behandelt und abgesegnet werden. Um die Zahl und Vergabe der Sitze in den Ausschüssen hatte es im Vorfeld ein langes Tauziehen gegeben. Die Besetzung spiegelt nun die neuen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat wider: In allen Gremien haben SPD, Freie Wähler und Grüne mehr Stimmen als Bürgermeister Reger, CSU und CWL. Einstimmig stimmte der Stadtrat dem zu.

Geschäftsordnung verabschiedet

Auch die Geschäftsordnung für die Stadtratsarbeit brachte das Gremium einstimmig auf den Weg. SPD-Fraktionssprecher Bernhard Reis betonte, dass diese Grundlage diesmal auch die Handschrift der SPD trage. Fast 100 Stunden seien damit verbracht worden, sie auf den Weg zu bringen. Ziel sei es gewesen, Entscheidungen durchschaubarer zu machen und mehr Transparenz in die Rathauspolitik zu bringen. Zweiter Bürgermeister Bernhard Schmidt (FW) betonte, dass damit Zuständigkeiten konkretisiert worden seien. Wichtig sei es natürlich, wie die Geschäftsordnung nun angewandt werde. "Sie trägt die Handschrift von Bürgernähe. Wir haben nun sechs Jahre Zeit, das Beste herauszuholen", meinte der Grüne Josef Schmidt.

Bürgermeister Johannes Reger betonte, dass sich die Änderungen aus seiner Sicht in Grenzen halten. "Im Wesentlichen ist die Geschäftsordnung so wie früher." Für ihn ist Stadt-Geschäftsführer Hubert Wojtenek Mitarbeiter des Monats, weil er in vielen Rechtsfragen letztlich die richtige Auffassung vertreten habe. Dies wiederum ließ der Grüne Josef Schmidt nicht unkommentiert. Dies komme so raus, dass man rechtswidrige Dinge gewollt und Schmarrn dahergeredet habe, wetterte der Grüne. Das bedürfe im Nachgang noch einer Klärung.

Im Blickpunkt:

Die Besetzung der Ausschüsse

Verwaltung und Finanzen:

Ordentliche Mitglieder im Verwaltungs- und Finanzausschuss sind: Dominik Vollath und Alfons Meierhöfer (beide CSU), Hans Rose und Bernhard Schmidt (beide FW), Bernhard Reis und Martin Gallersdörfer (beide SPD), Matthias Fütterer (CWL) und Berta Wenning (Grüne).

Bauangelegenheiten:

Ordentliche Mitglieder im Grundstücks- und Bauausschuss sind Christian Bauer und Robert Bayer (beide CSU), Adrian Kottas und Hans Rose (beide FW), Anton Hauer und Reinhold Kastner (beide SPD), Toni Schinner (CWL) sowie Berta Wenning (Grüne).

+Jugend, Soziales, Gesundheit:

Im Ausschuss für Jugend, Soziales und Gesundheit haben als ordentliche Mitglieder Sitz und Stimme: Alfons Meierhöfer und Georg Frieser (beide CSU), Sven Lehner und Bernhard Schmidt (FW), Reinhold Kastner und Anton Hauer (beide SPD), Matthias Fütterer (CWL) und Berta Wenning (Grüne).

Sport und Kultur:

Im Ausschuss für Sport, Kultur und Gemeinschaftspflege sitzen Robert Bayer und Dominik Vollath (beide CSU), Sven Lehner und Bernhard Schmidt (beide FW), Reinhold Kastner und Bernhard Reis (beide SPD), Franz Schraml (CWL) und Josef Schmidt (Grüne) als ordentliche Mitglieder.

Tourismus und Umwelt:

Dem Ausschuss für Tourismus und Umwelt gehören an: Robert Bayer und Josef Bollmann (beide CSU), Bernhard Schmidt und Adrian Kottas (FW), Martin Gallersdörfer und Bernhard Reis (beide SPD), Franz Schraml (CWL) und Josef Schmidt (Grüne).

Werkausschuss:

Sitz und Stimme im Werkausschuss haben als ordentliche Mitglieder Dominik Vollath und Robert Bayer (beide CSU), Rolf Hanauer und Bernhard Schmidt (beide FW), Anton Hauer und Martin Gallersdörfer (beide SPD), Toni Schinner (CWL) sowie Josef Schmidt (Grüne).

Rechnungsprüfung:

Der Rechnungsprüfungsausschuss tagt unter dem Vorsitz von Josef Schmidt (Grüne). Ordentliche Mitglieder sind Josef Bollmann und Georg Frieser (beide CSU), Bernhard Schmidt und Rolf Hanauer (beide FW), Martin Gallersdörfer (SPD) und Matthias Fütterer (CWL). Ist Josef Schmidt verhindert, rückt der Freie Wähler Rolf Hanauer als Vorsitzender nach.

In der gleichen Sitzung hat der Stadtrat auch die Öffnung des Freibads beschlossen:

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