03.09.2021 - 11:05 Uhr
EschenbachOberpfalz

1962: Bahnfracht von Unterfranken nach Eschenbach sieben Tage unterwegs

Der aktuelle Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, verbunden mit längeren Lieferzeiten im Güterverkehr, rufen Erinnerungen wach an Lieferungen der Deutschen Bundesbahn vor sechs Jahrzehnten nach Eschenbach. Das konnte dauern.

Der Transport eines Kartons dauerte 1962 von Marktheidenfeld in Unterfranken nach Eschenbach sieben Tage.
von Walther HermannProfil

Ein Zeitdokument bescheinigt: Ein Karton aus dem unterfränkischen Marktheidenfeld brauchte 1962 nach Eschenbach ganze sieben Tage. Der Stempel des Versandbahnhofs trägt als Datum der Einlieferung den 29. Oktober 1962. Der Bestimmungsbahnhof bescheinigt den Eingang der Sendung am 5. November des gleichen Jahres. Auf der Rückseite des Frachtbriefs enthält das Feld für „Stempel der Umlade oder Zuwechselbahnhöfe“ die Angaben: „Aschaffenburg Hbf 30.10“, „Bamberg 2.11.“ und „Hof Hbf 3.11.“. Benachrichtigt vom Eingang der Lieferung wurde der Empfänger am 6. November 1962. Die Auslieferung wird mit „08.11.“ bescheinigt.

Wegen Unrentabilität stellte die Bundesbahn außerdem den Personenverkehr zwischen Pressath und Kirchenthumbach im Jahr 1962 ein. Ratenweise schloss sich das endgültige „Aus“ für den Schienenverkehr an: 1969 Stilllegung der Strecke zwischen Eschenbach und Kirchenthumbach, 28. Februar 1977 Fahrt des letzten Güterzuges nach Eschenbach, ab 13. März 1978 Abbau und Abtransport der Gleise zwischen Eschenbach und Grafenwöhr, am 19. Oktober 1978 Abbruch der Eisenbahnbrücke am Ortsausgang in Richtung Grafenwöhr und im Juni 1983 Verkauf des ehemaligen Bahnhofsgebäudes an die Stadt Eschenbach.

Jahrzehnte zuvor, am 19. Juli 1904 war die erste Eisenbahn in Eschenbach eingefahren. Der Fahrplan der „Bayerischen Staatseisenbahnen“ vom 1. Mai 1914 enthielt noch zahlreiche Haltestellen mit den Abfahrtszeiten: Pressath Bf. 7.15 Uhr, Pressath St. 7.19, Grafenwöhr 7.37, Gössenreuth 7.43, Trag 7.48, Thomasreuth 7.53, Eschenbach 8.03, Stegenthumbach 8.10, Metzenhof 8.23 und Ankunft Kirchenthumbach 8.33.

Hufeisen bei Thurndorf und die Geschichte des "Schwedensteins"

Thurndorf bei Kirchenthumbach
Die Fracht nach Eschenbach durchlief drei Zwischenstationen.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.