Auf die Frage „Was gehört alles zum Winter?“ antwortet Google: „Im Winter sind die Tage kurz und die Strahlen der Sonne fallen nur schräg auf die Erde. Darum ist es im Winter kalt, oft sinken die Temperaturen sogar unter null Grad Celsius. Es kommt zu Frost. Das Wasser in Seen und Bächen gefriert zu Eis, statt Regen fällt oft Schnee.“ Als Oberpfälzer kann man diese Beschreibung des Winters zunächst nur amüsiert zur Kenntnis nehmen.
Da jedoch die Winterzeit meteorologisch ab 1. Dezember und kalendarisch von 21. Dezember bis 20. März angesetzt ist, liegt mit Blick auf die Witterungsverhältnisse seit sechs Wochen die Vermutung nahe, dass Google richtig liegt. Sinken doch die Temperaturen oft sogar unter null Grad.
Wetterexperte Andy Neumeier resümiert in seiner jüngsten Prognose enttäuscht: „Auch wenn’s zwischendurch mal ordentlich schneit – so richtig Winter wird’s nur in höheren Lagen. ... Auch wenn es zunächst stellenweise ganz nett aussieht, so sind die Wintereinbruchs-Versuche für Mitte Januar eher erbärmlich.“
Was herrschten doch vor Jahrzehnten für Winterzeiten, die ihrem Namen gerecht wurden? Wegen Schneeverwehungen war vor 60 Jahren die Straßenverbindung zwischen Eschenbach und Neustadt am Kulm unpassierbar. Abhilfe schaffte erst eine Schneefräse aus Oberbayern. Sogar der „Eslarner Bockl“ steckte fest, Soldaten der Bundeswehr schaufelten ihn frei. Wiederholt mussten gegen Ende des 20. Jahrhunderts Räum- und Transportfahrzeuge eingesetzt werden, um Schneemassen, die den fahrenden und ruhenden Verkehr am Stadtplatz behinderten, aus der Innenstadt zu entfernen.
Gerne erinnern sich die Eschenbacher und Besucher aus dem Umland noch an Zeiten, in denen der Rußweiher eine dicke Eisdecke trug, die sogar der Bauhof einmal mit einem kleinen Räumgerät teilweise vom Schnee befreite. Eisstock- und Eishockeyfreunde schufen sich Freiflächen für ihren Sport und Familien trafen sich zum Sonntagsspaziergang. Die Wasserwacht war zu keinen Rettungseinsätzen gefordert. Mehrere Male leistete sie jedoch Hilfsdienste besonderer Art und richtete einen dankbar und erfreut angenommenen Glühweinstand ein.
All diese Zeiten gehören seit Jahren zur Geschichte des Kleinen Rußweihers. Am Oberen Rußweiher (Obersee) tummeln sich nun bereits Schwäne, Wildgänse und die ersten Stockenten. Ob sich der aktuelle 42-Tage-Wettertrend bewahrheitet? „Extrem-Kälte im Februar – Winter kommt mit Schnee.“ Wintersportler und Schneewanderer würden sich freuen.
„Auch wenn es zunächst stellenweise ganz nett aussieht, so sind die Wintereinbruchs-Versuche für Mitte Januar eher erbärmlich.“















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