19.06.2020 - 16:51 Uhr
EschenbachOberpfalz

Dreh auf der Seebühne: ARD zu Gast bei "Flying Boots"

Die fliegenden Stiefel der „Flying Boots“ wecken sogar das Interesse des Deutschen Fernsehens. Dabei wurde die Seebühne im Rußweiherfreibad zur begeisterten Schaubühne.

von Walther HermannProfil

Die "Flying Boots" sind über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wie weit ihr Ruf reicht, war den Mitgliedern aber nicht bewusst. Umso überraschender kam dieser Anruf. „Am Montag erhielten wir einen Anruf von der ARD, ob wir am Dienstagabend für Tanzaufnahmen und Interviews bereit stünden“, berichtete Rainer Pech. Diesen Wunsch konnte der "Flying Boots"-Vorsitzende in Erwartung bundesweiter Präsentation seiner Tänzer nicht ausschlagen. Sie hatten im vergangenen Jahr mit einer grandiosen 20-Jahr-Feier bei internationaler Beteiligung auf sich aufmerksam gemacht. Da der Saloon beim „Scherm-Karl“, seit 2006 Heimstätte der „Flying Boots“, Corona bedingt geschlossen ist, zeigte Bürgermeister Marcus Gradl ein Herz für die tänzerischen Botschafter Eschenbachs und stellte die Seebühne im Rußweiherfreibad zur Verfügung. Auf ihr hatten beim Millenniumsfest im Juli 2000 bereits die Musiklegenden Max Greger, Hazy Osterwald, Ambros Seelos und Hugo Strasser 3500 Besucher zu Begeisterungsstürmen hingerissen.

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Pech und seine Vorstandsmitglieder trommelten von den etwa 150 Vereinsmitgliedern einen begrenzten Kreis von Tänzern zusammen, die sich unter Einhaltung bestehender Abstandsgrenzen dem angekündigten Fernsehteam präsentieren wollten. Nach wochenlanger Trainingspause hatte er eine Vorlaufzeit zum Aufwärmen und zu „Lockerungsgymnastik“ eingeplant. Die Tänzer nutzten dies und wurden zunehmend heiß auf die ARD-Mannschaft, die dann mit etwas Verspätung im Freibad eintraf und sich begeistert von Bühnenangebot und Stufenböschung zeigte.

Während der Gruppen- und Detailaufnahmen wurde die Bühne zu einem Resonanzboden. Hochmotiviert liefen die „Flying Boots“ zu Höchstform auf und begeisterten die Fernsehleute durch wippende Schritte und stets wechselnde Schrittkombinationen, Hüftschwünge, Stampf- und Klatschpassagen. Ihr „Lonely Drummer“ wirkte gar nicht so einsam. Als die Aufnahmeleitung das Dargebotene mit „Sehr, sehr cool“ kommentierte, war dies für Pech Anlass für eine Zugabe. Er aktivierte seinen Lautsprecher mit „Doctor, Doctor“ und seine Tanztruppe ließ erneut die Stiefel fliegen.

Diesem tänzerischen Teil schlossen sich Interviews an. Heike Müller beantwortete Fragen zur Ausübung amerikanischer Kultur durch Line Dance und zeigte sich überzeugt, dass die aktuellen Trump-Ankündigungen keinen Knick in den regionalen deutsch-amerikanischen Freundschaften bewirken werden. Sie hielt es für schade, „wenn es in eine andere Richtung läuft“ und räumte ein: „Wir müssen abwarten, was passiert.“

„Wir leben deutsch-amerikanische Kultur“, bekräftigte Rainer Pech und gab auf eine weitere Trump-Frage zu bedenken: „Er ist gewählt und regiert auf seine Weise.“ Als die ARD-Mitarbeiter erfuhren, dass es als Folge der Auftritte der „Flying Boots“ beim Deutsch-Amerikanischen Volksfest, stets Höhepunkt im Jahresgeschehen der Tänzer, sogar zu einer deutsch-amerikanischen Hochzeit gekommen ist, stürzten sie sich auf Tom Lasch, der die deutsch-amerikanische Freundschaft als „very good“ pries. Das Fernsehteam versicherte, Pech rechtzeitig über den Sendetermin zu informieren.

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