Beispiele dafür sind Landrat Josef Decker, die Bürgermeister Hans Scherm und Hans Oberndorfer, Regierungsdirektor Dr. Franz Rudolf und „Frohsinn“-Präsident Karl Reiß.
Die erste Nachkriegswahl, bei der mehrere Listen zugelassen waren, fand am 25. April 1948 statt. Den Bürgern stellten sich auf 5 Listen 74 Kandidaten zur Wahl. Bereits damals waren Gruppen vertreten, die als Vorläufer der Freien Wähler anzusehen sind: „Eintracht“ (5718 Stimmen), "Einheitsliste" (8725) und „Heimkehrer“ (1313). Auf die CSU entfielen 7856, auf die SPD 1709 Stimmen: Die politischen Parteien konnten miteinander nur 27 Prozent der Stimmen für sich verbuchen.
Die „Eintracht“-Liste der Heimatvertriebenen stellte die Stadträte Oskar Kirchner, Willibald Neidhardt und Willi Päsold. Für die "Einheitsliste" zogen Josef Decker, Fritz Franzeck, Georg Fronhöfer, Willibald Ott, Karl Reiß, Josef Roder und Hans Scherm ins Stadtparlament ein. Als Vertreter der „Heimkehrer“ errang Andreas Lutz ein Mandat.
Auch am 30. März 1952 warben von insgesamt fünf Wahlvorschlägen drei parteiunabhängige Gemeinschaften um die Gunst der Wähler. Mit 80,99 Prozent verbuchten sie einen eindeutigen Wahlsieg: „Heimatvertriebene“ (7802 Stimmen) mit Fritz Franzeck, Rudi Gröger, Georg Hermann, Kurt Hein und Willibald Neidhardt, „Wahlgemeinschaft“ (6247) mit Ludwig Hey, Erwin Koppe, Hans Pühler und Karl Reiß, „Wählervereinigung“ (6929) mit Georg Fronhöfer, Josef Höller, Albert Rohrer, Hans Scherm und Josef Schreml.
Wegen zahlreicher Wegzüge ins Rheinland und in den Raum Nürnberg mussten die Heimatvertriebenen zwar starke Stimmenverluste hinnehmen, konnten sich jedoch nach der Wahl vom 18. März 1956 mit Fritz Franzeck, Rudi Gröger, Hugo Koch und Paul Zinke als zweitstärkste Fraktion (6648 Stimmen) im Stadtrat behaupten. Für die „Wahlgemeinschaft“ ( 580) zogen Martin Neukam und Hans Pühler, für die "Wählervereinigung" (3280) Josef Höller und Hans Scherm in den Stadtrat ein. CSU (8580) und SPD (3049) erreichten zusammen 46 Prozent.
Zur Wahl des Stadtrats am 27. März 1960 war eine Anzahl von bekannten Kandidaten, die 1952 und 1956 noch auf den Listen von Wählergemeinschaften standen, bei der CSU zu finden. Dies hatte zur Folge, dass die Union ihr Kontingent erneut um zwei Mandate verbesserte. Die Heimatvertriebenen erreichten mit zwei Listen 7227 Stimmen und entsandten für sechs Jahre Fritz Franzeck, Bruno Fritsch, Rudi Gröger und Josef Ziegler ins Stadtparlament. 5101 Stimmen entfielen auf die „Wählervereinigung“; deren Mandatsträger wurden Martin Neukam, Ernst Sondermann und Georg Stahl. Auf CSU entfielen 10 532 und auf die SPD 3122 Stimmen.
Die Integration der Heimatvertriebenen schlug sich sechs Jahre später noch stärker auf den Wahlausgang nieder. Die Auszählung am 13. März 1966 ergab für ihre Liste nur noch 3566 Stimmen. Fritz Franzeck und Rudi Gröger erhielten einen Sitz im Stadtrat. Für die „Wählervereinigung“ (2293 Stimmen) zog Karl Reiß ein. Die neu gegründete „Freie Wählervereinigung“ erhielt auf Anhieb 6232 Stimmen, was Hans Hüttner, Ludwig Pesch und Franz Praun Mandate sicherte. Zusammen hatten diese drei Listen noch einen Stimmenanteil von 40,82 Prozent. Ergebnisse der anderen Listen: CSU 10 268 (34,19 Prozent), SPD 4906 (16,34) und Christliche Wählergemeinschaft 2760 Stimmen (9,16).
Vor der Wahl am 11. Juni 1972 vereinten sich die „Unabhängige Wählervereinigung“ der Heimatvertriebenen und die „Wählervereinigung“. Gemeinsam erreichten sie 13,39 Prozent der Stimmen. Ihre Repräsentanten wurden Fritz Franzeck und Dr. Franz Rudolf. Die „Freie Wählervereinigung“ (17,49 Prozent) verlor wegen einer weiteren CSU-nahen Liste ebenfalls Stimmen und entsandte Hans Hüttner, Ludwig Pesch und Franz Praun in das Ratsgremium. Weitere Ergebnisse: CSU 11 896 (34,54 Prozent), SPD 5533 (16,06), Christliche Wählergemeinschaft und „Überparteiliche Christliche Wählergemeinschaft“ (ÜCW) 6379 Stimmen (18,52).
Wahltaktisch lohnte sich offenbar eine weitere Fusion parteipolitisch unabhängiger Wählergruppen nicht. Als sich nämlich „Wählergemeinschaft“ und „Freie Wählervereinigung“ für die Wahl am 5. März 1978 zusammenschlossen, erreichten sie nur 23,17 Prozent der abgegebenen Stimmen. Es verblieben lediglich Stadtratsmandate für Karl Blendinger, Fritz Franzeck und Lutz Koppe. Zulegen konnten die Parteien CSU mit CWEG und ÜCW (58,31 Prozent) und die SPD mit 18,52 Prozent.
Der Abwärtstrend der Freien Wähler setzte sich am 18. März 1984 fort, als ihr Stimmenanteil auf 12,2 Prozent sank. Die neue Bürger-, Heimat- und Naturliste von Franz Praun junior - sie hatte sich im Zusammenhang mit Baumaßnahmen an der B 470 im Bereich Rußweiher etabliert - vereinte 9,33 Prozent Proteststimmen. Auf CSU, CWG und ÜCW entfielen 59,59, auf die SPD 18,68 Prozent.
Das Ziel der Freien Wählervereinigung - sie hatte nach der Wahl am 18. März 1990 (15,35 Prozent) Karl Blendinger, Lutz Koppe und Klaus Schmitz ins Rathaus entsandt – war es, dieses Ergebnis am 10. März 1996 erneut zu verbessern. Und das gelang ihr: Sie erhielt 27,10 Prozent der abgegebenen Stimmen, 41,45 Prozent die CSU und 25,55 Prozent die SPD. Der Stadtrat setzte sich zusammen aus Franz Dilling, Richard Götz, Ludwig Höller, Peter Hübl, Klaus Lehl, Martin Neukam und Stephan Prösl (alle CSU), Hans Bscherer, Karl Lorenz, Willi Trummer und Klaus Schmitz (alle FW), Fritz Betzl, Ingrid Kallmünzer, Franz Teichmann und Martin Schusser (alle SPD) sowie Hannelore Ott (ÜCW).
Die Wahl vom 3. März 2002 brachte die absolute Mehrheit für die CSU, die ihren Stimmenanteil von 15 380 auf 17 927 (51,73 Prozent) erhöhte. Die Freien Wähler fielen von 10 055 auf 7347 (21,2 Prozent), die SPD von 9480 auf 7108 Stimmen (20,51 Prozent) zurück. Die ÜCW legte leicht auf 2274 Stimmen (6,56 Prozent) zu. Daraus ergaben sich Stadtratsmandate für Erwin Böhm, Wolfgang Denk, Franz Dilling, Richard Götz, Peter Hübl, Klaus Lehl, Stephan Prösl, Gerda Rupprecht und Hubert Schug (alle CSU), Hans Bscherer, Karl Lorenz und Willi Trummer (alle FW), Fritz Betzl, Franz Teichmann und Martin Schusser (alle SPD) sowie Hannelore Ott (ÜCW).
Gestärkt gingen FW, SPD und ÜCW aus der Wahl am 16. März 2008 hervor. Es entfielen auf die SPD 9235 (27,98 Prozent), auf die FW 7413 (22,46 Prozent) und auf die ÜCW 2810 Stimmen (8,52 Prozent). Die CSU fiel auf 13 542 Stimmen (41,04 Prozent) zurück und büßte zwei Mandate ein. Den Stadtrat bildeten Robert Dotzauer, Martin Gottsche, Peter Hübl, Klaus Lehl, Stephan Prösl, Hubert Schug und Dr. Sabine Schultes (alle CSU), Fritz Betzl, Andreas Karl, Udo Müller und Karolina Teichmann (alle SPD), Hans Bscherer, Karl Lorenz, Thomas Riedl und Willi Trummer (alle FW) sowie Hannelore Ott (ÜCW).
Eine deutliche Zunahme in der Wählergunst erfuhr die SPD bei der Wahl am 16. März 2014. Sie erhielt 11 381 der abgegebenen 30 965 gültigen Stimmen. Die Freien Wähler fielen auf 6787 und die CSU auf 9293 Stimmen zurück. Die jungen Bewerber der ÜCW verbesserten ihr Ergebnis auf 3504 Stimmen. In den Stadtrat zogen ein: Marcus Gradl, Klaus Lehl, Hubert Schug, Dr. Sabine Schultes und Reinhard Wiesent (alle CSU), Fritz Betzl, Karolina Forster, Franz Fuchs, Matthias Haberberger, Udo Müller und Ludwig Schneider (alle SPD), Hans Bscherer, Karl Lorenz und Willi Trummer (alle FW), Peter Nasser und Korbinian Dunzer (beide ÜCW).
8 Rathauschefs in 75 Jahren
Nach dem Ende der NS-Zeit wirkten als Bürgermeister: Josef Ficker (bis 1948), Josef Decker (1948 bis 1952), Hans Scherm (1952 bis 1956), Walter Ficker (1956 bis 1966), Hans Grünwald (1966 bis 1972), Hans Oberndorfer (1972 bis 1978), Walter Ficker (1978 bis 1990), Robert Dotzauer (1990 bis 2008) und Peter Lehr (seit 2008). Eine kommunalpolitische Ausnahmeerscheinung war der aus Breslau stammende Schuhmachermeister Fritz Franzeck, der von 1952 bis 1978 das Amt des zweiten Bürgermeisters ausübte.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.