So ließ die Stadtgemeinde in Eschenbach in der Maria-Hilf-Bergkirche zwei bunte Fenster mit den Namen ihrer im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten anbringen. Es tat sich aber noch mehr: Aufgrund eines Staatsvertrags zwischen dem Deutschen Reich und Bayern wurden die bisher unter bayerischer Landeshoheit betriebenen Post- und Bahnunternehmen zum 1. April 1920 dem Reich angegliedert. Das Reichpostministerium richtete deshalb in München eine eigene Verwaltungsabteilung ein, die mit außerordentlichen Befugnissen den innerbayerischen Postverkehr betreffend ausgestattet war. Für die Übertragung des Eigentums der bayerischen Post samt Verwaltung und zugehörigem Telegrafennetz verpflichtet sich das Reich zur Zahlung von 620 Millionen Mark.
Die am 14. Februar und 30. März erschienen Freimarken mit Landarbeitern und der Schutzpatronin Bavaria, die sogenannte „Abschiedsausgabe“, erhielt zur Weiterverwendung durch die Münchner Druckerei Bruckmann den Aufdruck „Deutsches Reich“. Diese Freimarken hatten für das ganze Reich Gültigkeit und kamen auch in einzelnen nicht bayerischen Gebieten zum Schalterverkauf. Gleichzeitig hatten die Marken Bayerns allein oder zusammen mit den Marken des Deutschen Reiches Gültigkeit. Die Überdruckmarken blieben bis zum 30. September 1923 gültig, also bis in die letzten Inflationsmonate.
Begonnen hatte die Briefmarkenzeit Bayerns mit dem legendären „Schwarzen Einser“, dem Einkronenwert vom 1. November 1849. Weitere Werte mit dem gleichen Motiv folgten 1850 und 1862.
Als am 1. Juli 1851 die Postexpedition Eschenbach eröffnet wurde, erhielt sie einen Halbkreistempel, mit dem die aus- und eingehende Post versehen wurde. Zur Verwendung kamen auch Mühlradstempel. Eschenbach erhielt für die Zeit bis 1856 die Nummer 416. Erster Postexpeditor (1. Juli 1851 bis 31.Dezember 1871) war August Barth. Als letzter „bayerischer“ Expeditor (1919 bis 1920) diente Hermann Cherdron aus Marnheim/Pfalz. Ihm folgte Alois Pammer aus Falkenstein.
Ein weiterer Markstein war, als am 1. April aufgrund der neuen Reichseinheitlichkeit des öffentlichen Verkehrswesens die Eisenbahn- und Postanlagen aus dem bayerischen Staatsvermögen ausschieden. Außerdem wurden zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg wieder die deutschen Fußballmeisterschaften ausgetragen. Meister wird am 13. Juni der 1. FC Nürnberg. In Frankfurt am Main besiegt er den Lokalrivalen Spielvereinigung Fürth vor 35.000 Zuschauern mit 2:0.
Ein weiterer Markstein: Coburg wird zum 1. Juli offiziell ein Teil des Freistaates Bayern. Vorausgegangen war am 30. November 1919 eine klare und überzeugende Entscheidung: Die Coburger lehnten mit 26 102 Stimmen (88 Prozent) einen Anschluss an Thüringen ab und votierten für eine Verbindung mit Bayern. Der Staat Sachsen-Coburg und Gotha war beim Umsturz 1918 zerfallen und in der Stadt Coburg erinnerte man sich an schlechte Erfahrungen während des Krieges, als die Thüringer sich bei der Zuteilung von Lebensmitteln als nicht sehr spendabel erwiesen hatten.
In München schlug mit der Gründung der Radiogesellschaft „Deutsche Stunde in Bayern, Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung GmbH“ die Geburtsstunde des Bayerischen Rundfunks. Mit der Gesellschaft wird die Grundlage eines eigenen bayerischen Rundfunks geschaffen, der am 30. März 1924 auf Sendung ging.
Im Hofbräuhaus ergriffen in einer Versammlung Münchener Bergsteiger und örtliche Wandervereine die Initiative. Die Naturfreunde gründeten die Bergwacht, die gegen zunehmende Zerstörung der Natur in den bayerischen Bergen durch Touristen und Rowdies vorgehen sollte.














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