25.02.2019 - 16:49 Uhr
EschenbachOberpfalz

Gewalt gegen Einsatzkräfte: Feuerwehr Eschenbach sorgt vor

Gewalt gegen Einsatzkräfte scheint eine Entwicklung der letzten Jahre zu sein. Die Feuerwehr Eschenbach sorgt mit einem Kurs nun vor. Auch die Dachverbände machen sich Gedanken.

Trainer Andreas Fachtan (links) hält einen Selbstbehauptungskurs für die Feuerwehr Eschenbach. Auch Kommandant Udo Drechsler (rechts) lässt sich schulen.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil
von Jürgen MaschingProfil

Es ist eine traurige Entwicklung, die Kreisbrandrat Marco Saller in den letzten Jahren feststellen muss: „Auch Feuerwehrleute sind Beleidigungen und Angriffen ausgesetzt. Da geht es den Einsatzkräften der Feuerwehr genauso wie anderen Rettungskräften.“ Das sei ein Trend der letzten Zeit, die Feuerwehrleute seien Beleidigungen und körperlichen Angriffen ausgesetzt, beklagt Saller. Ein Brennpunkt sind Absperrungen bei Einsätzen, wo die Feuerwehrler den Unmut der Verkehrsteilnehmer auf sich ziehen.

Die Feuerwehr Eschenbach geht deswegen in Eigenregie einen besonderen Weg und hat einen Profi eingeladen. Andreas Fachtan aus Ebnath ist Referent und Trainer für Selbstverteidigung, Gewaltprävention und Kampfsport. Der 37-Jährige betonte zu Beginn des Selbstbehauptungskurses in der Turnhalle der Eschenbacher Markus-Gottwalt-Schule: „Das oberstes Ziel ist es, Gefahren- und Gewaltsituationen vorzubeugen. Um Gewaltpotenzial zu vermeiden, müssen alle Parteien sensibilisiert werden. Vom potenziellen Opfer, über die Täter bis hin zu den Schutzbeauftragten.“

Es wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, von verbaler Gewalt bis hin zur körperlichen Gewalt. „90 Prozent aller Zweikämpfe enden für beide Kontrahenten am Boden“, erklärt Fachtan. Nach fast zwei Stunden war die Ausbildung für die Kameraden beendet. „Ich hoffe, es wird nie so weit kommen, dass wir das Gelernte anwenden müssen“, sagte Kommandant Udo Drechsler, der auch selbst am Kurs teilnahm. „Beim Absperren werden wir eigentlich ständig angepöbelt“, weiß er aus eigener Erfahrung. Das habe es zwar schon immer gegeben, sagt er, gibt aber auch zu, dass es schlimmer geworden sei.

Dass lokale Wehren einen Selbstverteidigungskurs machen, begrüßt Kreisbrandrat Saller: „Das ist schon sinnvoll. Das wird derzeit auch in den Dachverbänden diskutiert. Eine Zusammenarbeit mit der Polizei wäre denkbar, um sich in diesem Bereich weiterzubilden.“ Ob dieser Trend zu verbalen und körperlichen Übergriffen auf Einsatzkräfte eine abschreckende Wirkung auf den Nachwuchs habe, wollte Saller so pauschal nicht beantworten. „Aber man muss diese Entwicklung beklagen“, bilanziert er.

Weiden in der Oberpfalz
Feuerwehr Eschenbach in Ausbildung
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