20.02.2019 - 11:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Partygäste verprügeln Ersthelfer

Bei einem Einsatz im Grafenwöhrer Waldbad gehen Gäste auf einen BRK-Mann los. Der Helfer wird schwer verletzt. Nun steht der Haupttäter erneut vor Gericht. Seine Berufungsverhandlung nimmt ein überraschendes Ende.

Es bleibt bei der bereits verhängten Strafe wegen Körperverletzung und Beleidigung: Ein 24-Jähriger nimmt seine Berufung zurück.
von Autor hczProfil

Schlecht hätte es für einen 24-Jährigen ausgehen können, wenn er seine Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts nicht zurückgenommen hätte. Dann hätte aus der Verurteilung zu einem Jahr und vier Monaten auch eine zu zwei Jahren werden können.

Bei einer Geburtstagsfeier im Grafenwöhrer Waldbad hatte sich ein junger Mann eine stark blutende Wunde an der Hand zugezogen. Ein "Helfer vor Ort" (HvO) des Roten Kreuzes versorgte den Verletzten. Währenddessen machte sich ein Dritter am Gerätekoffer des Ersthelfers zu schaffen. Diesen schubste der Rotkreuzmann, so dass der stark Angetrunkene aufs Gesäß fiel. In der Folge fühlten sich zahlreiche Umstehende bemüßigt, den Mann zu rächen und schlugen auf den HvO ein. Bis zu zehn sollen es gewesen sein, hatten Zeugen in der ersten Verhandlung berichtet. "Mindestens drei" hatte der Sanitäter bemerkt.

https://www.onetz.de/grafenwoehr/vermischtes/jugendliche-verletzen-und-bestehlen-brk-helfer-sanitaeter-geschlagen-d1747568.html

Er hatte bei dem Vorfall erhebliche Verletzungen davongetragen, unter anderem eine Gehirnerschütterung, vier ausgeschlagene Zähne sowie Platzwunden und Prellungen im Gesicht. Man hatte ihn mit Fäusten ins Gesicht geschlagen und dabei auch seine Brille getroffen. Der Heftigste der Schläger soll der Angeklagte gewesen sein. Er hatte das Opfer zudem als "Hurensohn" bezeichnet.

Rechtsanwalt Tobias Konze wies darauf hin, dass viele der Mittäter nicht ermittelt werden konnten. Ob man "gefährliche", weil gemeinschaftlich begangene Körperverletzung nachweisen könne, sei somit fraglich. Letztlich aber eine akademische Frage, denn am Strafmaß dürfte dies nichts geändert haben. Angesichts der zahlreichen Vorstrafen des Mannes, zweier offener Bewährungen und eines zurzeit schon wieder im Raum stehenden Strafbefehls sei es "ein Risiko", nochmals alle Zeugen hören zu lassen, stellte Vorsitzender Richter Reinhold Ströhle fest. Wenn sich der Vorwurf bestätigen würde, werde die Staatsanwaltschaft wahrscheinlich zwei Jahre, wie in der ersten Instanz gefordert, beantragen.

Der 24-Jährige und sein Verteidiger Konze nahmen, nach längerer Bedenkzeit, die Berufung zurück. Staatsanwältin Katrin Gaida die ihrige ebenso.

https://www.onetz.de/grafenwoehr/vermischtes/verpruegelter-ersthelfer-fuehlt-sich-vom-kreisverband-in-stich-gelassen-mr-hvo-schmeisst-hin-d1761208.html

https://www.onetz.de/grafenwoehr/vermischtes/angegriffener-brk-helfer-widerspricht-aussagen-der-kreisleitung-und-erhebt-vorwuerfe-uneinigkeit-beim-brk-d1748444.html

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