Dem Stadtrat lag ein Antrag der CSU/ÜCW-Fraktion auf die Einrichtung eines Jugendtreffs vor. „Der Stadtrat verfolgt seit Jahren die Bemühungen dazu“, erklärte Bürgermeister Marcus Gradl. Die Einrichtung im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus sei aus Brandschutzgründen gescheitert. Seit geraumer Zeit biete sich das SCE-Heim als Lösung an. Zum vorliegenden Antrag nahm Andreas Hermann Stellung. Der Jugendbeauftragte erinnerte daran, dass ein Jugendtreff in Sitzungen des Stadtrats der vergangenen Jahre wiederholt Thema war. Es seien viele Möglichkeiten diskutiert worden, „doch leider sind viele davon bereits wieder weggefallen“.
Für unbestritten hielt Hermann die weiterhin bestehende Aktualität. Dazu wurde er konkret: „Vor allem jetzt während der Corona-Krise merken wir, wie sehr die sozialen Kontakte fehlen. Deswegen ist uns daran gelegen, den Jugendtreff möglichst bald umzusetzen, damit mit dem Ende der Kontaktbeschränkungen ein Probebetrieb starten kann.“ Er verwies auf die Beratungen des Jugendausschusses im vergangenen Jahr, bei denen verschiedene Möglichkeiten erörtert und die Variante SCE-Heim als „momentan beste Lösung“ befunden wurde.
Bereitschaft und Geld da
Hermann verwies auf ein seit längerem vorliegendes fertiges Konzept zur Umsetzung in der ehemaligen Schützenstube und in den angrenzenden Räumlichkeiten im SCE-Heim. Er sprach von der nach wie vor bestehenden Bereitschaft seitens des SCE, einen Jugendtreff im Heim aufzunehmen und versicherte: „Die nötigen Ausgaben sind bereits seit längerem im Haushalt eingeplant.“ Konkret: Im städtischen Haushalt 2020 sind unter „Einrichtungen der Jugendarbeit“ bereits 2 500 Euro für „verschiedene Aufwendungen für Verwaltung und Betrieb/Jugendtreff“ angesetzt und bereitgestellt.
Zu den mit dem Sportclub geführten Gesprächen führte Hermann aus: „Der SCE kann sich für die Durchführung eines Probebetriebs einen befristeten Pachtvertrag für monatlich 300 Euro Warmmiete, inklusive aller Nebenkosten, vorstellen. Die Aufsicht sollte vorerst durch eine geeignete Fachkraft der Stadt gestellt werden, eventuell durch Erhöhung der Stunden einer Erzieherin oder die Schaffung eines Minijobverhältnisses. Im Vergleich zu der Lösung, die Betreuung an einen externen Dienstleister zu übergeben, werden deutliche Kosteneinsparungen erzielt.“ Ergänzend verwies er auf Gespräche im Jugendausschuss, bei denen befürwortet wurde, den Jugendtreff für wenige Stunden in der Woche selbstverwaltet zu öffnen. Langfristig sollte es auch das Ziel sein, den Jugendtreff „komplett selbstverwaltet“ zu gestalten.
„Wir haben im Kindergarten vorgefühlt“, informierte Marcus Gradl. Zwei Erzieherinnen seien bereit, sich auf Stundenbasis im Jugendtreff einzubringen. Für eine externe Betreuung sprach sich Karolina Forster aus. Die ehemalige Jugendbeauftragte empfahl, sich bei bereits tätigen Jugendtreffs und beim Kreisjugendring Rat zu holen. Die Unterbringung eines Jugendtreffs beim SCE betrachtete Thomas Ott als optimal und erkannte gar eventuelle Synergien. Als Beispiel nannte er Speinshart, räumte jedoch ein: „Die Situation in Eschenbach ist jedoch anders.“
Andere Gemeinden nicht wie Eschenbach
Ott sprach sich dafür aus, für einen Jugendtreff „Geld in die Hand zu nehmen“. Als Andreas Hermann das „Beispiel Kemnath“ nannte, wo die Selbstverwaltung läuft und „Erzieherinnen gleichgestellt mit Externen“ sind, hielt Forster entgegen: „Das Modell Kemnath ist nicht 1:1 auf Eschenbach anwendbar.“ Leichte Skepsis meldete auch Elisabeth Gottsche an, die von negativen Erfahrungen in Grafenwöhr sprach, jedoch betonte: „Nur in der Anfangszeit.“ „Wir sehen die Bedenken“, räumte Jürgen Schäffler, stellvertretender Jugendbeauftragter, ein und versicherte: „Wir werden den Versuch starten und uns persönlich einbringen.“
Marcus Gradl rief dazu auf Mut zu dem Vorhaben zu beweisen und kündigte nach dem einstimmigen Votum des Gremiums an, weitere Schritte einzuleiten, einen Stellenplan in den Haushalt aufzunehmen und sich für Spielgeräte einzusetzen. Es gelte, einen Jugendtreff zum Laufen zu bringen, der „kein Rohrkrepierer“ werden soll.















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