Wachteln, Gänse, Enten, Hühner, Rassetauben und Ziergeflügel: Den züchterischen Wissensdefiziten des heimischen Rassegeflügels zu begegnen, den Erhalt genetischer Ressourcen des Federviehs zu fördern und Informationen zu Haltungsformen sowie zur Verbesserung der Wirtschaftsgeflügel-Linien standen im Mittelpunkt der Kreisversammlung und der Zuchtwart-Schulung des Verbandes Bayerischer Rassegeflügelzüchter. Im schmucken Kleintierzüchterheim lauschten zirka 40 Vertreter der Vereine aus Eschenbach, Floß, Neustadt/WN, Parkstein, Speinshart, Waidhaus/Pfrentsch, Tännesberg, Vohenstrauß und Windischeschenbach den Ausführungen der Kreiszuchtwarte und der Gutachter.
Nach Grußworten des örtlichen Vorsitzenden Werner Kennel, von 2. Kreisvorsitzenden Henry Rehfeldt und von Bezirksvorsitzenden Willibald Roauer aus Neumarkt lag der Schwerpunkt der Versammlung zunächst auf formaler Ebene. Zu besprechen gab es die Verteilung der Jahresmeldungen 2020, der Schaugenehmigungen, die Verteilung der Verbandsprämien und der Informationshefte. Hinweise gab es zudem auf die 70. Bezirksschau Oberpfalz, die in Verbindung mit der 27. Kreis- und Kreisjugendschau am 2. und 3. November in Waidhaus stattfindet. Der Kreisjugendleiter informierte über die Jahresmeldungen.
Anschließend hatten die Zuchtexperten das Wort. Alfred Sauer aus Waidhaus verwies auf Neuigkeiten bei der Züchtung japanischer Legewachteln. Mit bis zu 300 Eiern im Jahr sei die zierliche Wachtel bei guter Haltung ein Zuchtargument, berichtete Sauer. Schwerpunktmäßig konzentrierte sich der Experte auf Brutdauer, Futtermittel, Haltung und Verträglichkeit. Ferner stellte der Waidhauser in seiner Tierbesprechung Vorwerkhühner und Laufenten vor. Als Kreiszuchtwart und Preisrichter gab Sauer zahlreiche Ratschläge zur Aufzucht der kräftigen Landhuhnform, verwies auf die üppigen Rassemerkmale bei Hähnen und Hennen und beleuchtete Fehlerquellen. Auch das schnatternde Federvieh stand im Fokus der Betrachtungen.
Sauer lenkte die Aufmerksamkeit auf die sogenannten Laufenten, vergleichbar mit Pinguin- und Stockenten in ihrer Stammform aus Südostasien. Der Referent schwärmte von der schlanken, hoch und aufrecht stehenden Ente. „Sie laufen schnell, schwimmen gerne und sind effektive Schneckenjäger“, wusste Sauer und verwies auf hohe Legeleistungen. Allerdings schilderte der Kreiszuchtwart die Haltung als kompliziert und aufwändig. Idealerweise sei ein Grundstück mit kleinem Teich die beste Voraussetzung für das Wohlfühlambiente der Tiere. Damit verbunden sei allerdings auch der Vorteil eines guten Zuchterfolges.
Ein kostbares Gut nannte Siegfried Rupp bei einer weiteren Tierbesprechung die „Mittelhäuser Taube“. Mit der alten Bezeichnung „Weiße Wirtschaftstaube“ habe die Rasse früher besonders in der ehemaligen DDR als Schlachttaube gegolten. Aus dieser Zeit stamme auch der Spruch „gebratene Tauben fliegen uns nicht in den Mund“. In der Tat habe man bei der weißen Wirtschaftstaube „etwas in der Pfanne“. Am Samstagabend pries Rupp die Neuzüchtungen mit ihrer schlichten Schönheit und ihrer attraktiven Formengebung und Ausstrahlung als harmonische Gesamterscheinung an. Seine Schlussbetrachtung widmete Siegfried Rupp der Vererbungslehre der "Show Racer"-Taube mit ihrer beachtlichen Vitalität und Fruchtbarkeit. Meistens fülle sie als Zeichen ihrer Beliebtheit und unkomplizierten Haltung und Zucht lange Reihen von Ausstellungskäfigen auf den Schauen.















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