04.09.2020 - 15:14 Uhr
EschenbachOberpfalz

Mehr als 100 Tage Bürgermeister in Eschenbach: Lange Tage und eine Flut an Informationen

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Seit rund 100 Tagen ist Marcus Gradl (CSU) neuer Bürgermeister in Eschenbach. Corona überschattete den Start in die neue Aufgabe. Dennoch fühlt er sich gut angekommen, und der Neue im Rathaus hat noch viel vor.

Seit etwas mehr als 100 Tagen ist Marcus Gradl (CSU) Bürgermeister von Eschenbach.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die Corona-Pandemie legte nahezu das komplette öffentliche Leben nach der Kommunalwahl still. Dabei ist der neue Eschenbacher Bürgermeister eigentlich kein stiller Vertreter seiner Zunft, sondern einer mit vielen Ideen und Plänen. „Bei Corona kann keiner abschätzen, wie es weitergeht. Es ist mir wichtig, dass die Bürger sich auf die Stadt und mich verlassen können. Das möchte ich vermitteln. Ich bin daher froh, dass sowohl private Initiativen als auch der Verein „Gemeinschaft Hand in Hand“ ehrenamtliche Einkäufe während Corona übernommen haben“, sagt er.

Seit rund 100 Tagen ist Gradl neuer Bürgermeister der Rußweiherstadt. Den Start in seine neue Aufgabe erlebte er durchwegs positiv, was er vor allem den Mitarbeitern der Stadt zuschreibt: „Ich bin im Rathaus gut aufgenommen worden. Auch oder gerade weil es wegen Corona nicht einfach ist, sind alle noch enger zusammengewachsen. Zunächst hieß es für mich natürlich, die Abläufe kennenzulernen.“ Dass das Bürgermeisteramt sehr zeitintensiv ist, habe er schnell gemerkt. „Ich beginne im Normalfall um 6.45 Uhr und oft endet der Tag gegen 20 Uhr. Überrascht war ich von der täglichen Info-Flut. Zahlreiche E-Mails und Zuschriften müssen bearbeitet werden“, gibt Gradl zu.

Marcus Gradl (CSU) ist neuer Bürgermeister in Eschenbach

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Kurz nach seinem Amtsantritt kam es zu einem kleinen Beben im Stadtrat. Die CSU verlor durch einen Fraktionswechsel die Mehrheit im Gremium. Für Gradl ist das aber kein Grund zum Streit. „Die Zusammenarbeit im Gremium ist gut. Vom Grundsatz will jeder das Beste für Eschenbach. Es werden verschiedene Blickwinkel diskutiert. Mir ist es wichtig, dass die Diskussionen sachlich geführt werden“, erklärt der Bürgermeister.

Die bisher angestoßenen oder inzwischen fertiggestellten Projekte bewertet Gradl positiv. „Zudem bin ich froh, dass wir nun wieder eine Vielzahl an städtischen Bauplätzen haben. Eine schon mehrere Jahre andauernde Grundstücksverhandlung konnte im ersten Monat meiner Amtszeit positiv gelöst werden. Zudem konnte ein Pachtverhältnis aufgelöst werden“, bilanziert er. Auch zum Urnenwaldfriedhof habe er bisher meist positive Rückmeldungen bekommen.

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Absehbar ist laut Gradl die Fertigstellung des Umbaus im ehemaligen Vermessungsamt, wo neben der ursprünglichen Planung nun auch eine Veranstaltungsfläche im ehemaligen Garagentrakt entstehen werde. Dort seien künftig auch Trauungen mit barrierefreiem Zugang möglich. Die Arbeiten für die neue Mini-Golf-Anlage dürften laut dem Bürgermeister wohl im Oktober 2020 abgeschlossen werden. „Eingebunden in ein Tourismuskonzept dürfte dies gut angenommen werden“, hofft er.

Doch die Projektliste des Bürgermeisters ist weiterhin voll: „Der Bereich Volksschule II muss neu gestaltet werden. Zudem müssen wir Lösungen zur Kinderbetreuung auf den Weg bringen.“ Auf längere Sicht macht Gradl der Zustand mancher Wohnblöcke am Stirnberg Sorgen. Auch in Sachen Einkaufsmöglichkeiten und weiterer Wohnraum will er Gespräche führen. Was die umstrittene Situation an der Schloderer- und Rußweiherkreuzung betrifft, will er zeitnah Beschlüsse im Stadtrat zum weiteren Vorgehen fassen lassen. Auch an der Freizeitanlage Rußweiher stünden noch weitere Sanierungen an.

Es besteht also keine Gefahr, dass dem neuen Bürgermeister langweilig wird. Schließlich sind da auch noch die unvorhersehbaren Herausforderungen wie Corona oder der mögliche US-Truppenabzug. „Eschenbach ist die größte Wohnsitzgemeinde für Amerikaner. Es gilt in enger Abstimmung mit der Regierung Anschlusskonzepte zu entwickeln. Auch der Netzaberg biete Entwicklungsmöglichkeiten“, erklärt Gradl. Er verweist auf Gespräche mit verschiedenen Mandatsträgern und ist überzeugt, dass Ministerpräsident Markus Söder die Region nicht hängen lassen werde.

Info:

Zur Person

  • Name: Marcus Gradl
  • Alter: 45
  • Familienstand: verheiratet, drei Kinder
  • Partei: CSU
  • Bürgermeisteramt: hauptberuflich
  • Stadtrat: CSU (ursprünglich 6 Sitze, nach Fraktionswechsel 5 Sitze), SPD (5 Sitze), Freie Wähler (ursprünglich 3 Sitze, nach Fraktionswechsel 4 Sitze), ÜCW (2 Sitze)
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