15.10.2018 - 16:27 Uhr
EschenbachOberpfalz

Pächterwechsel im Hexenhäusl

Nach elf Jahren verlassen Angelika Bohne und ihr Mann Hans-Jürgen das Hexenhäusl am Rußweiher. Die Stadt Eschenbach sucht einen neuen Pächter. Das Häusl soll weiterhin Gastronomie und Anlaufstelle für Touristen und Einheimische bleiben.

Das Hexenhäusl am Rußweiher ist eine Info-Stelle für Wanderer, Camper, Touristen und Einheimische. Derzeit sucht die Stadt Eschenbach nach einem neuen Pächter.
von Redaktion ONETZ Kontakt Profil

"Wir haben schon länger darüber nachgedacht, aber seit Juni steht es nun fest", erklärt Angelika Bohne. Sie und ihr Mann gehen am 21. November in den Ruhestand. Einfach fällt ihnen dieser Schritt nicht, schließlich stand das Hexenhäusl elf Jahre unter ihrer Führung. "Wir waren hier sehr gern, aber es wird Zeit zu gehen."

Egal ob Camper, Spaziergänger oder Eschenbacher - alle waren im Hexenhäusl stets willkommen und bekamen dort gutbürgerliche Gastronomie. Im Erdgeschoss befindet sich zudem eine Info- und Servicestelle für Touristen und Camper. Hier finden Gäste auch zahlreiche Prospekte der Landkreis-Touristik-Werbung.

"Amerikaner wollten mich schon in die USA mitnehmen. Aber dafür bin ich schon zu alt", meint die 71-jährige mit einem Schmunzeln. Immer wieder wird das Ehepaar gefragt, warum sie gehen. Die Gründe liegen für Angelika Bohne auf der Hand: "Wir sind beide mittlerweile über 70 Jahre und mit der Zeit merkt man einfach auch das Alter und die Gesundheit." Zudem möchte das Ehepaar im kommenden Frühjahr umziehen.

"Unsere Tochter wohnt in der Nähe von Coburg und hat dort ein Haus. Sie bot uns an, zu ihr zu kommen." Dort wolle Angelika noch ein paar schöne Jahre mit ihrem Mann verbringen. Am 17. November wird es eine kleine Abschiedsparty geben. "Wir werden keine Einladungen verschicken. Aber wer möchte, kann den Abend mit uns verbringen", meinte Bohne.

Bürgermeister Peter Lehr bedauert es sehr, dass das Ehepaar Bohne geht: "Sie sind eine Institution gewesen." Derzeit sucht die Stadt nach einem neuen Pächter. "Es sind schon erste Gespräche geführt worden. Aber was Genaueres steht noch nicht fest", erklärt Lehr.

Das Gebäude am Rußweiher soll weiterhin als Gastronomie betrieben werden. "Das Hexenhäusl, als Informationsstelle für den Natur- und Geopark, wird als eine wichtige Anlaufstelle für Camper, Touristen, Wanderer und Einheimische erhalten bleiben." Auch den Verleih von E-Bikes und Booten soll der neue Pächter mit übernehmen.

Bevor das Hexenhäusl am Mittwoch, 21. November, schließt, macht es vom 25. Oktober bis zum 4. November Urlaub. Ab Montag, 5. November, ist es aber wieder da. Wer noch Gutscheine hat, kann sie bis 20. November einlösen.

Für Gäste und Künstler:

Das Hexenhäusl entstand in den 1960er Jahren als Servicestation für Camper. 1989 übernahm erstmals für zwei Jahre die heutige Pächterin die Versorgung der Gäste. In den 1990er Jahren zauberte Künstlerin Christina Hausmann eine bunte Hexe auf die anthrazitfarbige Schieferverkleidung. 2012 nutzte die Stadt Fördermittel für einen Neubau. So wurde das Gebäude zur „Infostelle Hexenhäusl“. Neben barrierefreien Sanitärräumen für Camper entstand eine Gastronomie, deren guter Ruf weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Im Dachgeschoss gibt es derzeit eine Ausstellung des Naturparks Oberpfälzer Wald und des Geoparks Bayern-Nordböhmen. Ein Livestream eines Fischadler-Horstes, der sich im Naturschutzgebiet Großer Rußweiher befindet, ergänzt die Ausstellung. (do)

Angelika und Hans-Jürgen Bohne gehen nach elf Jahren Hexenhäusl in den Ruhestand. Ihren Lebensabend verbringen sie bei ihrer Tochter.

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