01.02.2019 - 15:47 Uhr
EschenbachOberpfalz

Peter Schobert wird neuer Schulleiter am Gymnasium Eschenbach

Peter Schobert ist ab 16. Februar der neue Schulleiter am Gymnasium Eschenbach. Im Interview mit Oberpfalz-Medien verrät er, was die ersten Aufgaben sind und warum er diese Stelle annimmt.

Peter Schobert wird am 16. Februar neuer Schulleiter am Gymnasium Eschenbach.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Seit 1984 ist Peter Schobert Lehrer am Gymnasium Eschenbach. Der gebürtige Franke übernimmt nun mit 63 Jahren die Nachfolge von Schulleiter Knut Thielsen. Er studierte Lehramt Deutsch und Sport an der Universität Erlangen. Danach absolvierte er sein Referendariat in Aschaffenburg und Unterschleißheim. In seinen 35 Jahren am Gymnasium Eschenbach durchlief er nahezu alle Positionen, war Verbindungslehrer für Unter- und Oberstufe, Kollegstufenbetreuer und Personalrat.

ONETZ: Guten Tag Herr Schobert, sie sind ab dem 16. Februar Schulleiter am Gymnasium Eschenbach, sind Sie erleichtert, dass das geklärt ist?

Peter Schobert: Es ist ja nichts völlig Neues für mich. Der Vorteil ist ja, dass ich den Laden kenne. Ich weiß im Wesentlichen, worauf ich mich eingelassen habe. Es ändert sich das Betätigungsfeld, raus aus dem Unterricht und mehr Delegieren und Leiten. Außer die vier Stunden in meiner Abiturklasse, die führe ich noch zu Ende.

ONETZ: Sie sprechen es selbst an. Wird Ihnen das Unterrichten denn nicht fehlen?

Was ich nicht vermissen werde, ist das Korrigieren. Das fällt mit zunehmenden Alter schwerer. Der Unterricht selbst wird mir aber sicherlich fehlen. Deswegen werde ich mich auch nicht scheuen, die ein oder andere Vertretungsstunde zu machen.

ONETZ: War es für Sie denn ein berufliches Ziel Schulleiter zu werden?

Nein, ein Ziel war es nicht. Möglichkeiten dazu gab es aber schon. So wurde mir angeboten für fünf Jahre nach München zu gehen und Sportlehrer weiter- und auszubilden. Nach dieser Zeit wäre mir eine Schulleiter-Stelle garantiert worden. Ich hätte mich auch am Elly-Heuss-Gymnasium oder am Augustinus-Gymnasium bewerben können. Aber ich habe mich dagegen entschieden, einerseits aus familiären Gründen und andererseits weil ich dann unter Knut Thielsen stellvertretender Schulleiter geworden bin. In der Lebensplanung war eine Stelle als Schulleiter eigentlich nicht mehr drin.

ONETZ: Wie hat es sich nun ergeben, dass Sie doch noch Schulleiter werden?

Ausschlaggebend war, dass ich von vielen Seiten angesprochen worden bin: "Bewirb dich doch. Das wäre gut für die Schule." Auch wenn ich die Stelle nicht bekommen hätte, wäre die Welt nicht untergegangen. Eine große Rolle hat schon gespielt, dass es die Stelle hier am Gymnasium Eschenbach ist. Vielleicht war es eine gewisses Verantwortungsgefühl für die Schule.

ONETZ: Eine interne Nachbesetzung des Schulleiters ist nicht die Regel. Welche Rolle spielte die Bewerberzahl dabei?

Das Gymnasium Eschenbach ist eine Landschule. In Regensburg, Nürnberg, Augsburg oder Bayreuth ist die Zahl der Bewerber sicherlich größer.

Eschenbach

ONETZ: Wie sehen Sie die derzeitige Situation des Gymnasiums Eschenbach?

Knut Thielsen hat viele Dinge angestoßen, Projekte wie "sozialwirksame Schule". Das ist nun installiert, aber muss noch mit Leben gefüllt werden. "Schule mit Courage", "Schule ohne Rassismus" und natürlich die Großbaustelle Digitalisierung, die bereits seit Jahren läuft. Ich glaube, dass ich als "Insider", der bereits viele Leute kennt, mich vielleicht schneller einarbeite als ein externer Nachfolger.

ONETZ: Digitalisierung ist ein großes Thema. Welche Pläne gibt es dazu am Gymnasium Eschenbach?

Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem vom Landratsamt signalisiert wurde, dass allen weiterführenden Schulen Gelder für Verkabelung bereit gestellt werden. Dass wir in allen Klassenzimmern mindestens mittleren Standart haben, wird aber sicherlich noch mindestens ein Jahr dauern. Aber ich muss auch klar sagen, dass die Digitalisierung nicht für eine Verbesserung des Unterrichts steht, sondern Sie ermöglicht nur viel mehr. Nur weil unsere Klassenzimmer modern ausgestattet sind, ist nicht alles automatisch besser.

ONETZ: Was sind die Herausforderungen in der Position des Schulleiters?

Meistens sind es diese diffizilen Einzelentscheidungen. Manchmal gibt es als Schulleiter eben Situationen, in denen es verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten gibt. Da hoffe ich, dass ich mir auch mal Rat von meinem Vorgänger einholen kann. Vieles ist auch nicht klar planbar, als Lehrer hat man einen klaren Stundenplan. Das ist es, was diese Position stressig macht.

ONETZ: Wie wollen Sie diesen Stress ausgleichen?

Meine Kinder sind schon lange aus dem Haus, deswegen bin sehr froh, dass wir Hunde haben. Diese Stunde am Tag werde ich mir auch in Zukunft nehmen, um mit den Hunden raus zu gehen. Das ist die Zeit, in der ich abschalte. Auch das Fitnessstudio ist ein Ausgleich für mich.

ONETZ: Was hat sich denn an der Schule am meisten verändert?

Medien und Elektronik! Die Kinder haben eine ganz andere Art der Ablenkung als früher. Das könnte der Gesellschaft in Zukunft Schwierigkeiten bereiten. Auch die Dauer der Konzentration hat sich verändert. Das führt dazu, dass man sich selbst dabei ertappt: "Bin ich jetzt noch Lehrer oder schon Entertainer, um die Kinder bei der Stange zu halten?" Darauf muss reagiert werden, auch in den Lehrplänen. Der Schulsport sollte einen höheren Stellenwert haben. Dabei geht es nicht darum einen Olympiasieger hervorzubringen, sondern um Gesundheit und Ausgleich.

ONETZ: Wie können Sie als Schulleiter da ansetzen?

Bei der Sozialkompetenz. Die beobachte ich zum Beispiel beim Skikurs, wo in der Abendgestaltung eine durchaus sozialer Ton unter den Schülern herrscht. Ich denke, dass man das Ergebnis solcher Fahrten gar nicht überbewerten kann. Der Sozialisationsfaktor bei solchen Fahrten ist im normalen Unterricht nicht zu erreichen. Deswegen diskutieren wir schon länger über ein neues Fahrtenkonzept.

ONETZ: Wie sieht dieses Konzept aus?

Ziel ist, dass es in jeder Jahrgangsstufe eine Fahrt gibt, an der alle teilnehmen. Im Moment gibt es eine Lücke in der 9. und 10. Klasse. Aber natürlich müssen wir auch die finanzielle Belastung für die Eltern im Blick haben. Das wird sicherlich ein Spagat, den es zu meistern gilt. Darüber wird im Juli im Kollegium noch abgestimmt.

ONETZ: Wie wollen Sie an die neue Aufgabe herangehen?

Man muss immer das Klima in der Schule im Blick haben, im Kollegium, unter den Schülern, unter den Eltern. Wenn man das erkennt, kann ein Schulleiter auch wenig die Richtung vorgeben. Ich werde versuchen genau zu beobachte, viele Gespräche zu führen, unvoreingenommen und offen zu sein. Es ist eben eine Position, die nicht um 13 Uhr endet.

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