18.08.2019 - 17:50 Uhr
EschenbachOberpfalz

Vom Praktikanten zum Professor

Die Ausstellung"Pillen, Pasten und Tinkturen - 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach" gewährt historische Einblicke.

Professor Josef Krieglstein (links) als junger Pharmaziepraktikant in der Stadt-Apotheke Eschenbach.
von Autor HEVProfil

Welch eine Karriere: Und die lässt sich im Museum "Beim Taubnschuster" noch bis Donnerstag, 22. September, in der Sonderausstellung "Pillen, Pasten und Tinkturen - 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach" nachverfolgen. Der prominenteste Mitarbeiter in der Stadt-Apotheke war ohne Zweifel Josef Krieglstein, der es im Laufe seiner Universitätslaufbahn zum Professor für Pharmakologie brachte.

Der im Sudetenland geborene Krieglstein gehörte nach der Vertreibung zum ersten Schülerjahrgang der 1948 gegründeten privaten Oberrealschule in Eschenbach. Nach dem Abitur entschloss er sich ein Pharmaziestudium aufzunehmen. Dazu war damals vor dem Studium ein zweijähriges Praktikum in einer öffentlichen Apotheke notwendig. Apotheker Erich Garrecht, der von 1952 bis 1959 die Stadt-Apotheke Eschenbach leitete, nahm den jungen Mann als Pharmaziepraktikanten auf.

Nach erfolgreichem Vorexamen studierte Krieglstein an der Universität Erlangen Pharmazie und Medizin in Rekordzeit und hatte mit 29 Jahren bereits zwei Doktortitel in der Tasche. Mit 34 Jahren wurde er außerplanmäßiger Professor an der Universität Mainz und mit 36 Jahren ordentlicher Professor in Marburg. Krieglstein wurde einer der führenden Pharmakologen Deutschlands und saß auch in der Arzneibuchkommission der deutschen Apothekerschaft.

Er lebt heute als emeritierter Professor in Cölbe bei Marburg und widmet sich im Ruhestand seit einiger Zeit der Malerei. Seine Bilder wurden auch schon im Taubnschusterhaus gezeigt. Sein Wirken wird in der aktuellen Apothekenausstellung im Eschenbacher Museum gewürdigt.

Ein Bild zeigt ihn als Pharmaziepraktikanten zusammen mit der damaligen Apothekenhelferin Agnes Reindl (verheiratete Klarner) und dem Mitarbeiter Karl Schüller vor dem Eingang der Stadt-Apotheke. Die Apotheke war von 1848 bis 1966 in dem heutigen Haus Bundscherer neben der Bergkirche untergebracht.

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