30.06.2020 - 13:53 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Sehr sensibilisiert" ins Fitnesstudio

Mit Mund- und Nasenschutz, ständiger Desinfektion und Mindestabständen nimmt das Fitnessstudio „Sportakus“ wieder den Übungsbetrieb auf. Nach 83 Tagen Zwangspause kommt für Betreiber und Nutzer der lang ersehnte Tag der "Erlösung".

Florian Meier legt großen Wert auf einen hohen Desinfektionsstandard.
von Walther HermannProfil

Wie bei allen öffentlichen Einrichtungen kehrte auch in Florian Meiers Fitnessstudio ab 17. März coronabedingt große Ruhe ein. Fast drei Monate später öffnete sich für Mitglieder erst wieder die Tür zur Übungshalle. Bereits zwischen 6 und 7.30 Uhr, noch vor der Fahrt zur Arbeit, stürmten circa 15 Trainingsbegeisterte an die Geräte. Vorausgegangen waren Abstimmungen mit dem Landratsamt zu Fläche, Höhe und Lüftung des Fitnesstudios.

Der Eintritt eines jeden Besuchers wird durch die Registrierung seiner Mitgliedskarte festgehalten. Über Kameras können Kontakte mit anderen Besuchern nachvollzogen werden. Da zusätzlich jedes zweite Cardio-Gerät gesperrt ist und die Kraft- beziehungsweise Trainingsgeräte den nötigen Mindesabstand aufweisen, zeigt sich Meier überzeugt: „Unser Studio garantiert eine bessere gesundheitliche Sicherheit als viele Einkaufsmärkte und Wartezimmer.“ Ergänzend zu diesen Vorkehrungen desinfizieren die Trainer jedes Gerät in einem hohen Turnus. Meier legt Wert auf einen hohen Desinfektionsstandard.

Während der verordneten Ruhezeit ist er mit seinen Mitarbeitern nicht untätig geblieben. Durch teilweise erneuerten Boden, das Lackieren von Geräten und kleine Neuanschaffungen werteten sie aus Rücklagen das Studio auf und gaben damit den solidarischen und treu gebliebenen Kunden etwas zurück.

Obwohl die verordnete Sperrzeit wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden mit sich brachte, hält Meier die Maßnahme gesundheitspolitisch betrachtet für vertretbar. Insbesondere bei Reha-Patienten haben sich aber durch die übungsfreie Zeit Rückfälle eingestellt, die in Sachen Muskelaufbau einen Behandlungsneubeginn erforderlich machten.

„Nach der Öffnung unseres Fitnessstudios sind die Mitglieder zögerlich zurückgekommen. Sie hatten noch große Bedenken und waren sehr sensibilisiert und gar scheu“, räumt der Chef des Fitnesstudios einige Wochen nach der Wiederaufnahme des Betriebs ein. Er hat sogar Mitglieder beobachtet, die in Zivil die Halle beraten, um sich erst einmal ein Bild von den neuen Regularien zu machen. Meier spricht von einem Herantasten an die neue Situation. Dem zunächst noch schleppenden Besuch folge inzwischen aber eine zunehmende Rückkehr zum Übungsbetrieb.

Zwei komplett ausgefallene Monate haben auch Auswirkung auf die monatlichen Mitgliedsbeiträge und die wirtschaftliche Situation. Während sich bei einigen Mitgliedern der Jahresvertrag um die beiden ausgefallenen Monate verlängert, wird für einen weiteren Teil der monatliche Einzug des Beitrags bei Nutzung des Studios für zwei Monate ausgesetzt. Erfreut und dankbar zeigt sich Meier, dass 50 Prozent der Mitglieder sich solidarisch zeigen und an der bestehenden Beitragszahlung nichts änderten.

Er mahnt jedoch den „sehr schleppenden“ Informationsfluss seitens der Regierung an. Der Chef des Fitnessstudios vermisst genaue Vorgaben dazu, wie sich Betreiber verhalten sollen. Folge sind nach seinen Erkenntnissen unterschiedliche Handhabungen. So sind nach eigenem Hygiene- und Abstandskonzept bei ihm inzwischen auch wieder die Umkleideräume geöffnet.

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