Eschenbach
17.12.2020 - 15:37 Uhr

SPD-Antrag zum beschlossenen Kita-Masterplan jetzt erst im Stadtrat

Der Eschenbacher Kita-Masterplan ist beschlossene Sache. Mitverantwortlich sieht SPD-Fraktionssprecher Thomas Ott dafür den Antrag seiner Partei vom 13. Mai. Der kam allerdings jetzt erst auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung.

Bei der sogenannten Klarner-Villa "im Umfeld der Volksschule" konnte sich die SPD den Neubau einer Kinderkrippe vorstellen. Bild: rn
Bei der sogenannten Klarner-Villa "im Umfeld der Volksschule" konnte sich die SPD den Neubau einer Kinderkrippe vorstellen.

Nach den einmütigen Beschlüssen des Stadtrats zur Neuausrichtung der Kindertagesstätte stand die Behandlung des ein halbes Jahr zurückliegenden Antrags der SPD zum gleichen Thema auf der Tagesordnung. Fraktionssprecher Thomas Ott räumte ein, dass der Antrag zu „diesem Zeitpunkt und an dieser Stelle auf den ersten Blick müßig wie ein Kropf“ sei. Er sah den Antrag jedoch als mitverantwortlich, „dass wir heute endlich zu einer gewinnbringenden Kindergartensitzung zusammensitzen“ und sah einen „ganz anderen Zeithintergrund“.

Ott blickte zurück auf die Sitzung vom Dezember 2019, in der Architekt Günther Lenk seine Pläne zum Anbau von Kinderkrippe, Mensa und Teilsanierung des Gebäudes in Höhe von 2,5 Millionen Euro vorgestellt hatte und wegen der enormen Kosten Peter Lehr als Bürgermeister, „auf dessen Wunsch die Planung ausgeführt wurde“, die Fraktionen beauftragte, sich Gedanken über alternative Lösungen zu machen. Als sich im Frühjahr 2020 langsam herausgestellt habe, dass die Anbauplanung aufgrund weiter gestiegenem Platzbedarf im Kindergarten sogar unzureichend war, habe sich die SPD-Faktion dazu Gedanken gemacht und wollte als mögliche Lösung den Neubau einer Krippe bei der Volksschule vorstellen.

Ott verwies darauf, dass in dem Antrag vom 13. Mai auch darauf hingewiesen wurde, dass dies nicht die einzige Lösung und ein eventueller Neubau auf dem Bahnhofsgelände und der Altbau mit Anbau zu prüfen seien. Er bemängelte: „Dieser Antrag erschien jedoch nicht auf der Tagesordnung der Sitzung vom 28. Mai 2020, obwohl das Thema Kindergarten dort behandelt wurde. Stattdessen hielt der neue Bürgermeister an der zuvor abgelehnten alten Lenk-Planung fest, weil diese fertig vorliege, schnell zu realisieren sei und man noch ablaufende Fördermöglichkeiten abgreifen könne.“ Ott räumte ein, dass Gradl damit zwar recht hatte, die hohen Kosten für die unterdimensionierte Planung und hohe Folgekosten für einen weiteren zukünftigen Neubau jedoch bestehen blieben und erinnerte daran, dass der Stadtrat „zum Glück die Planungen erneut ablehnte“.

Wichtiger als den SPD-Antrag hielt er jedoch das beigefügte „Zukunftspapier Kindergarten“ mit Lösungsansätzen wie: „Zusätzliche übergangsweise Container-Lösung, Neubau einer ausgelagerten Einrichtung für Krippe und Gruppe um keine alten Fördermittel einzubüßen, Generalsanierung des Altbaus oder Neubau eines komplett neuen Kindergartens für insgesamt zehn Gruppen und Kippen.“ Der Fraktionssprecher bedauerte, dass auch dieses Papier in den Folgesitzungen zum Thema Kindergarten „ignoriert“ wurde und gestand ein: „Die jetzige Lösung aus einem Guss an Ort und Stelle stand damals noch in den Sternen und wurde aus Platzmangel auf dem alten Kindergartengelände erst gar nicht angedacht.“

Ott sprach von einem „massiven Druck unsererseits“, der dazu geführt hat, dass der Antrag endlich auf die Tagesordnung der Sitzung vom 28. Oktober kam, allerdings nur im nichtöffentlichen Teil. Die SPD sei jedoch damit einverstanden gewesen, ihn auf eine bald geplante Kindergartensondersitzung zu verschieben und räumte ein, dass sich durch ein „unerwartetes Grundstückangebot“ nun ganz neue Möglichkeiten abzeichnen.

Bevor Ott versicherte, allen Gram zu vergessen und das Kriegsbeil begraben zu wollen, sich über die jetzige gewinnbringende Lösung freute, sich bei Lenk und der Verwaltung für die gelungene Planung bedankte und den SPD-Antrag zurückzog, erklärte er: „Den Antrag jetzt und an dieser Stelle endlich (Anm. d. Red.: auf die Tagesordnung) zu bringen, ist einerseits verwaltungsrechtlich vorgeschrieben, andererseits vermissen wir hier die Zusammenarbeit und den Dialog mit dem Bürgermeister und es ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht der SPD-Fraktion, die jetzt zu diesem Zeitpunkt dasteht, als ob sie Stadtrat und Verwaltung mit überflüssigen Anträgen belasten wolle.“

In seiner Antwort verwies Bürgermeister Marcus Gradl auf seine Ausführungen vor dem Vorstellen der Planungen durch Architekt Lenk und wollte nicht mehr auf Überlegungen zu Klarner-Villa und Bahnhofsgelände eingehen.

Eschenbach14.12.2020
 
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