Eschenbach
14.12.2020 - 16:15 Uhr

Stadtrat segnet "Masterplan Kita Eschenbach" ab

Mit dem Anbau von Räumen für Mensa und Kinderkrippe sowie von „Reihenhäusern“ soll die Kindertagesstätte der Stadt Eschenbach zukunftssicher gemacht werden. Der Stadtrat fasst dazu weitreichende Beschlüsse.

Kindertagesstätte Eschenbach: Konzept möglicher Bauabschnitte. Bild: Architekturbüro Lenk
Kindertagesstätte Eschenbach: Konzept möglicher Bauabschnitte.

In der letzten Sitzung des Jahres 2020 traf der Stadtrat Grundsatzentscheidungen über das weitere Vorgehen zur Neuausrichtung der Kindertagesstätte. Den Abschluss der erforderlichen vielfältigen Arbeiten prognostizierte Architekt Günther Lenk für Herbst 2023 – er sah darin eine Idealvorstellung.

Zu den bestehenden Raumproblemen und zu den bisherigen Überlegungen einer Abhilfe gab Bürgermeister Marcus Gradl einen Kurzüberblick. Er informierte dabei einen großen Zuhörerkreis über die bisherigen Beratungen des Gremiums.

Der Bürgermeister begann seine Zeitreise am 12. Dezember vergangenen Jahres, als in einer Sitzung des Stadtrats in Sachen Kita – Anbau einer Kinderkrippengruppe und Mensa-Erweiterung für 2,5 Millionen Euro – keine Entscheidung getroffen werden konnte. Eine Förderung von 35 Prozent war bereits im August 2019 abgelaufen.

„Im Mai dieses Jahres wurden die Planungen sofort wieder aufgenommen“, erklärte Gradl und berichtete von Besprechungen mit dem Kita-Team und einer Besichtigung der neugeschaffenen Kindertagesstätte in Kemnath. Wegen erneut in Aussicht stehender Fördermittel habe er es sich zum Ziel gesetzt, die Planung seines Vorgängers im Amt umzusetzen und die Einrichtung unter Berücksichtigung eines Sicherheitsberichts teilzusanieren.

Der Bürgermeister verwies auf einen bereits mit Regierung und Jugendamt abgestimmten Plan mit temporärer Lösung zur Kinderbetreuung in Containerbauweise, um Zeit zur Neuausrichtung zu gewinnen. Diese – an einem separaten Standort im Bereich "Umgriff Bergkirche“ mit Kindergarten- und Krippengruppen – begründete er mit einer Auskunft des Jugendamts, wonach unter einer Leitung nur sieben Gruppen bestehen dürften und im Bereich Stirnberg Entfaltungsmöglichkeiten fehlten.

Bei der Sondersitzung des Stadtrats zur Kindergartenproblematik am 10. Juni habe sich das Gremium "lediglich für die Containerlösung ausgesprochen". Die weiteren Planungen dafür seien aufgenommen worden.

Gradl informierte auch über die Besichtigung einer Kita in Modulbauweise durch die drei Bürgermeister in Oberasbach und über positive Grundstücksverhandlungen im Bereich der Einrichtung am Stirnberg, die eine Neuausrichtung der gesamten Planung ermöglichten. Als Ziele der Stadt nannte er: „keine langen Wartelisten und eine kinderfreundliche Stadt mit einem zeitgemäßen, ausreichenden Betreuungsangebot.“

Die Planung dafür stellte Günther Lenk mit seiner Tochter Martina vor. Der Architekt sprach von einem „Masterplan Kita Eschenbach“, der durch den Erwerb einer angrenzenden Grundstückfläche ermöglicht worden sei und „eine Anlage an einem Ort mit Verbesserung der Parksituation“ garantiere. Während der Bauarbeiten gab er als Ziel vor: „Nur am Standort umziehen.“

Sein Plan sieht in einem ersten Schritt den Bau der Mensa im Osten des bestehenden Gebäudes vor, die auch als Mehrzweckraum genutzt werden kann. „Die Art der Essensausgabe wird noch zu klären sein“, merkte Lenk an. Da die bestehende Spielfläche für Bauten mit weiteren Gruppenräumen vorgesehen sei, hielt er es für wichtig, vor Baumaßnahmen auf der neu erworbenen Fläche einen Ersatzspielplatz anzulegen. Die Fällung der Bäume dafür laufe bereits.

Mit Interesse verfolgten Stadträte und Zuhörer die Ausführungen des Architekten zur Größe der Spielflächen. Vorgegeben seien zehn Quadratmeter pro Kind. Zurzeit stehe für 150 betreute Mädchen und Buben eine Fläche von 4014 Quadratmeter zur Verfügung. Der neue Spielplatz liege mit 2815 Quadratmeter für künftig 198 Kinder ebenfalls deutlich über dem Soll, betonte Lenk.

Für Bauabschnitt II sieht der Plan des Architekten die Errichtung von Räumen für vier Kindergartengruppen in Modulbauweise auf dem jetzigen Spielplatz vor. Entstehen werden dafür gegliederte "Reihenhäuser" mit kleinen vorgelagerten Gärten „mit viel Luft und Licht und separater Garderobe-Situation“. Diese haben den Stellenwert eines Neubaus, was für die Förderung von Bedeutung sein wird. Die Modulbauweise biete zudem „den Luxus, auch nach noch oben zu erweitern“, machte Lenk deutlich.

Sein Zeitplan beginnt mit der Einreichung des Förderantrags „noch im Dezember“. Bis Ende des Jahres 2021 sollen Mensa und Spielplatz fertiggestellt sein.

Etwas Spielraum lässt der Architekt für die Anbauten in Modulbauweise für die Kindergartengruppen: Februar bis Juni übernächsten Jahres. Bis Ende 2022 soll zudem die Generalsanierung des bestehenden Gebäudebereiches abgeschlossen sein. Weitere Arbeiten seien noch bis September 2023 vorgesehen.

Nach der Information, dass acht von zwölf angeschriebenen Modulbauern (Container) ihr Interesse an einer Auftragsvergabe bekundet haben (nach Vorarbeiten und Erschließung durch regionale Firmen), sprach Thomas Riedl (FW) die Vorteile einer Holzbauweise an. Lenk stimmte ihm zu, gab jedoch Preis- und einen erheblichen Zeitvorteil bei Modulbauweise zu bedenken.

Beim Bau mit Containern sei für den Förderantrag allerdings eine „genau definierte Begründung erforderlich, warum die Maßnahme nicht herkömmlich und in einzelnen Gewerken“ betrieben wird. Als Beispiele dafür nannte der Architekt Raumbedarf und Zeitnot. Den Nachteil einer konventionellen Bauweise sah er auch in „einer möglichen europaweiten Ausschreibung“.

Eschenbach11.12.2020

Die teilweise Tonlage eines längeren „Zwiegesprächs“ zwischen Peter Lehr (SPD) und Marcus Gradl löste teils Unmut im Gremium aus. Es begann mit der Frage „Was passiert, wenn der Bedarf an Kinderkrippenplätzen zunimmt?“. Lehr ging es um „nicht schon frühzeitig geschaffene Krippenplätze“.

An der Aussprache beteiligten sich auch die Stadträte Reinhard Wiesent (CSU), Lina Forster (SPD) und Elisabeth Gottsche (FW), die ihre „Hochachtung“ zum Planungsgespräch Lenks zum Ausdruck brachten und die jetzige Lösung „besser als das ursprüngliche Vorhaben“ ansahen. Gradl schätzte den jetzigen Bedarf an Gruppen mit sieben Krippen- und sechs Kindergartengruppen ein.

Klaus Lehl (FW) beendete die Aussprache mit dem Hinweis darauf, dass es „vor einem Jahr noch viele offene Fragen und Meinungen“ zur Ausrichtung der Kindertagesstätte gegeben habe, und gab zu bedenken, dass bei einer vorschnellen Entscheidung nicht die Möglichkeiten der jetzigen Lenk-Planung bestanden hätten. Er nannte diese eine „super Entscheidungshilfe“. In einer kurzen Stellungnahme berichtete Kita-Leiterin Elvira Brand von drei Kinderkrippengruppen, deren Aufnahmefähigkeiten bis Februar 2021 erschöpft sei.

Mit großer Einmütigkeit legte das Gremium schließlich die künftige Gruppenzahl in der städtischen Kindertagesstätte fest: fünf Kindergarten-, vier Krippen- und eine altersgemischte Gruppe. Ebenso einstimmig wurden die Umsetzung des Mensa-Anbaus, die Planungen für die Außenspielbereiche, der Neu-/Anbau der vier Module und die Generalsanierung des bestehenden Gebäudes beschlossen.

Für Bürgermeister Marcus Gradl war damit „ein Meilenstein auf den Weg gebracht“. „In der Planung liegt Herzblut drin“, bescheinigte er Architekt Günther Lenk.

Nach der Vorstellung der Planungen verfolgen Günther und Martina Lenk die Aussprache zur Neuausrichtung der .örtlichen Kindertagesstätte Bild: rn
Nach der Vorstellung der Planungen verfolgen Günther und Martina Lenk die Aussprache zur Neuausrichtung der .örtlichen Kindertagesstätte
 
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