19.07.2019 - 12:27 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Jeder spinnt auf seine Weise"

Lebenshilfe aus berufenem Mund: Kathrin Karban-Völkl gibt Antworten auf Fragen zur menschlichen „Spinnerei“. Mit ihrem Vortrag beschert sie einer begeisterten Frauenrunde einen nachdenklichen und zugleich heiteren Vormittag.

Mit einem Mittel, das vor "Spinnerei" schützt, bedankt sich Monika Stopfer vom Katholischen Frauenbund bei Kathrin Karban-Völkl für die in überaus heiterer Weise vermittelten Lebenshilfen.
von Walther HermannProfil

Die monatliche Frühstücksveranstaltung des Katholischen Frauenbundes wurde zu einem bereichernden Hörerlebnis. In mitreißender Art nahm die Religionspädagogin ihre Zuhörerinnen mit auf eine Reise zu Verhaltensweisen gegenüber Mitmenschen, der sie den schlichten Beinamen „Ich und die anderen“ gab.

Aus dem Joachim-Ringelnatz-Zitat „Jeder spinnt auf seine Weise, einmal laut und einmal leise“ folgerte die Frohnatur aus Kemnath mit Zustimmung aus der Frühstücksrunde: „Wir sind alle etwas verrückt.“ Überzeugt zeigte sie sich, "dass wir viel verstanden haben, wenn dies ein jeder versteht". Ziel war es, der Frauenrunde Antworten auf vier Fragen zu geben, die dazu beitragen, die "menschliche Spinnerei" zu verstehen.

„Wie oft denken Sie darüber nach, was die anderen über Sie denken?“ So lautete die erste Frage. Heiterkeit löste Kathrin Karban-Völkle mit dem Gedanken aus, dass dies schon „vor dem Kleiderschrank“ beginne. Mit weiteren Beispielen dafür, „was wir uns alles zusammenspinnen“, rief sie dazu auf, kein "gedachtes Spinnenwerk" und keine Rätsel aufzubauen, „was der andere denkt“.

Mit der Frage „Wie oft reden Sie über den anderen?“ verband die Referentin in der Regel keine guten Dinge. Sie forderte dazu auf, damit nicht hausieren zu gehen und Gerüchte in die Welt zu setzen, die sich verändern, verfälschen und mit Verdachtsargumenten "am anderen kleben bleiben". Vielmehr empfahl sie die Beachtung der „drei Siebe“ des griechischen Philosophen Socrates: Wahrheit, Güte und Notwendigkeit.

„Wie reden Sie mit dem anderen?“ Diese Frage verband die Religionspädagogin mit der einfachen Empfehlung: „Sag die Wahrheit, aber auf nette Weise.“ Sie würzte ihre Aussagen mit Beispielen aus dem täglichen Leben und sorgte damit dafür, dass der sprichwörtliche Funke stets auf Neue auf ihre Zuhörer übersprang.

„Doppelt so viel zuhören wie reden“, lautete ihre Antwort auf die Frage „Wie oft hören Sie zu?“. Die Referentin rief zu wertschätzenden Reaktionen auf und sah in Menschen, die zuhören, gute Freunde. Variantenreich spielte sie mit „Mmh“-Reaktionen, die dazu beitragen, Menschen kennen zu lernen. Am Beispiel einer eigenen Erfahrung legte sie dar, dass oft nicht gleich zu erkennen sei, was hinter der Maske des anderen stecke.

Einen musikalischen Anstrich erhielt die Veranstaltung, als Kathrin Karban-Völkl für ein gemeinsames Lied zu ihrer Gitarre griff: „Wir wollen aufsteh'n, aufeinander zugeh'n, voneinander lernen, miteinander umzugeh'n.“ Nach einer Ermahnung - "Wir sind Gäste auf dieser Welt und wollen keine verbrannte Erde hinterlassen" - appellierte sie an die Frauen: „Finger weg vom Glück des anderen und an nichts denken“, „Hören Sie auf, sich ständig zu vergleichen! Der Vergleich fällt meistens negativ aus“, „Lösen Sie sich von Menschen, die Ihnen nicht gut tun und schlechte Laune haben“, „Gehen Sie auf Suche, was uns verbindet“.

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