Zu einem Hör- und Gaumengenuss wurde die jährliche Mitgliederversammlung der Whiskyfreunde Eschenbach. Unter dem Motto „Internationale Single Malts“ gingen sie im Malzhaus auf eine Whisky-Weltreise. Sie war eine Steigerung der Mitgliederversammlung 2019 mit „Schottlandreise“, die Hans Rupprecht in seiner Rückschau Revue passieren ließ. Er weckte damit Erinnerungen an die Whiskyregionen Highlands, Speyside, Ostküste, Isle of Skye und Islay, vor deren gezeigten Landschafts- und Destillenbildern die Whiskyfreunde Fettercairn, Signatory Vintage, Clynelish und auch Bowmore und Ardberg Corryvreckan genossen hatten.
Vor dem Einstieg in das Tasting-Zeremoniell 2022, zu dem er Whisky-Genießer aus einem Umkreis von 30 Kilometern und auch einen Liebhaber aus Oberbayern willkommen hieß, informierte er vor einem Tisch mit Whiskyutensilien über Regeln beim Whiskykauf und über dessen richtige Lagerung. Im Kauf von Whisky sah er zudem eine Wertanlage. Seine Hinweise dazu „krönte“ er mit der Nachricht: „Der Verkauf einer Flasche 40-jährigem Bormore erbrachte 8999,90 Euro und ein 71-jähriger Whisky wechselte gar gegen 169.999,90 Euro den Besitzer.“ Rupprecht sprach von Spekulationsobjekten zahlungskräftiger Liebhaber. Er vergaß auch nicht an die Forderung von Whisky-Papst Richard Paterson zu erinnern: „Vor dem Trinken mit dem Whisky plaudern und ihn fragen: Wie geht es dir?“
Den weiteren Abend gestalteten Davis Collins, Christian Gebell, Holger Götz, Roland Schusser und Erwin Traßl. Sie stellten geschmackliche Besonderheiten der an diesem Abend vorgestellten sieben Whisky-Varianten vor und bereicherten ihre Vorträge mit Informationen zu Geschichte, Jahresproduktion und Stellenwert der jeweiligen Destillerie. Nach jeder rhetorischen Vorbereitung war Genießen angesagt. Der Kostprobe von „Redbreast“ aus Irland folgten „Slyrs Madeira aus Deutschland (Schliersee), „Nikka Yoichi“ aus Japan, „Willett Pot Still Reserve“ aus den USA, „Mortlach G&M Destillery Labels“ aus Schottland, „Amrut Fusion“ aus Indien und „Kavalan Sherry Oak“ aus Taiwan.
Die auffallendste und ungewöhnlichste Flaschenform hatte der von Davis Collins vorgestellte „Willett Pot Stil Reserve“, von dem die Brennerei jährlich etwa 11 000 Liter eleganten und milden Kentucky Straight Bourbon Whisky produziert. Sie beeindruckte mit ihrem gedrungenen Unterteil und dem hohen, dünnen Hals. Häppchen und Weißbrot trugen dazu bei, dass nach jeder Kostprobe Zunge und Gaumen „neutralisiert“ werden konnten . Erwin Traßl ging noch der Frage nach: „Woran erkennt man einen guten Whisky im Supermarkt?“. Er hinterfragte die Beschreibungen des Flaschen-Etiketts und gab an, „was drauf stehen sollte“. Erst gegen Mitternacht endete die aromareiche und gesprächsintensive Mitgliederversammlung, die auch neue Whiskyfreunde angelockt hatte.













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