03.05.2020 - 12:40 Uhr
EschenbachOberpfalz

Wolfsriss bei Breitenlohe bestätigt

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr ist der Wolf inzwischen heimisch. Daher kommt es auch zu Wildrissen in der Nähe der umliegenden Ortschaften - so auch im Februar in der Nähe von Breitenlohe bei Eschenbach. Das ist nun bestätigt.

In der Nähe von Breitenlohe bei Eschenbach (rechts) ist eine Hirschkuh gerissen worden. Inzwischen ist bestätigt, dass es sich um einen Wolfsriss handelte.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Nach Angaben des Landesamt für Umwelt und dem Bundesforst sind auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr ein Wolfspaar und auch Tiere des Rudels aus dem Veldensteiner Forst unterwegs. Dass diese auch in der näheren Umgebung auf die Jagd gehen, ist nichts ungewöhnliches. So geschehen auch in der Nähe von Breitenlohe bei Eschenbach.

Eine Spaziergängerin entdeckte am 18. Februar bei Breitenlohe eine gerissene Hirschkuh und meldete es der Polizei. Jagdpächter Toni Ackermann, Hans Lehner vom Jagdverband und Vertreter des Bundesforstes wurden ebenso zum Ort des Geschehens gerufen. Es wurden DNA-Proben entnommen und der Fall wurde durch ein Mitglied des "Netzwerks Große Beutegreifer" aufgenommen.

Inzwischen steht fest, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. "Durch die Genetikanalyse konnten die Grafenwöhrer Fähe und ein weiterer nicht-individualisierbarer Wolf identifiziert werden", teilt ein Sprecher des Bundesforsts auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Der Wildriss spiegelt das natürliche Verhalten des Wolfes wieder und ist nicht der erste bestätigte Fall in der näheren Umgebung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.

"In Bayern gibt es immer wieder durchziehende Einzeltiere. Als standorttreue Tiere gelten in der Oberpfalz das Paar auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr und das Rudel, Elterntiere und gegebenenfalls Nachwuchs der letzten zwei Jahre, im Veldensteiner Forst", erklärt ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt.

Inzwischen soll es bei Breitenlohe seit Februar zwei weitere gerissene Hirschkühe gegeben haben. Da Ackermann daran gelegen ist, Gewissheit über den Wiederholungstäter zu erhalten, verständigte er erneut die Jagdbehörde über den Vorfall in seinem Revier. DNA-Proben wurden in diesen Fällen aber nicht genommen.

Einige Bewohner des Eschenbacher Ortsteils halten Nutz- und Haustiere. "Bisher hat sich gezeigt, dass nur etwa zwei Prozent der Wolfsrisse Nutztiere betreffen", beruhigt Hans Lehner vom Jagdverband die Einwohner. Von einer Erweiterung des Bewegungsradius könne wegen dem bestätigten Riss bei Breitenlohe nicht ausgegangen werden. "Wölfe nutzen sehr große Streifgebiete von 15.000 Hektar und mehr, bei denen sie sich nicht an menschlichen Eigentumsverhältnissen orientieren", erklärt ein Sprecher des Bundesforstes. Das tatsächliche Wolfsterritorium der Tiere auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr konnte zudem noch nicht eingegrenzt werden. Dazu wären umfangreiche Genetikanalysen nötig, teilt der Bundesforst mit.

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