03.10.2021 - 11:25 Uhr
EslarnOberpfalz

30 Jahre Sportarena in Eslarn: TSV und Gemeinde stemmen Mammutprojekt

Rund 3,5 Millionen D-Mark kostete der Eslarn Sportpark vor 30 Jahren. Der Aufwand hat sich gelohnt. Mit einem Zuschuss in Höhe von 80 Prozent und vielen Eigenleistungen wurde das Areal Vorzeigeprojekt in der Region.

Zum Sportzentrum Eslarn gehören eine Kegelbahn (vorne), die TSV Gaststätte, das Schützenheim und die großflächigen Sportplätze.
von Karl ZieglerProfil

Der Bau eines Sportzentrums in Eslarn wurde dadurch möglich, dass die Marktgemeinde Eslarn im Zusammenhang mit der Flurbereinigung ein Grundstück ankaufte. Der Marktrat beschloss 1987 unter Bürgermeister Karl Roth (1984 bis 1995) die Übernahme der Bauträgerschaft. Durch den Einsatz des gebürtigen Eslarner Landtagsabgeordneten Ernst Michl (CSU) und des Weidener Bundestagsabgeordneten Ludwig Stiegler (SPD) wurde das auf rund 3,5 Millionen Mark geschätzte Mammutprojekt mit rund 80-prozentigem Zuschuss gefördert. Alle nicht gedeckten Baukosten mussten von den Vereinen in Form von Eigenleistungen gestemmt werden.

Die ersten Gespräche für ein Sportgelände wurden unter TSV-Vorsitzendem Hans Bauer 1979 (1977 bis 1985) geführt. Nach weiteren 9 Jahren folgte der Spatenstich und im September 1991 unter TSV-Vorsitzendem Geog Rauch (1986 bis 1992) die Einweihung. Die Gemeinde finanzierte den B-Schulsportplatz mit einer 100-Meter-Bahn und der Weitsprunganlage und der TSV den A-Platz. Eine wesentliche Unterstützung bei den gewaltigen Erdbewegungen für das Sportgelände stellte vor allem der Einsatz der amerikanischen Streitkräfte mit Schubraupen und Lastwagen aus dem Standort Grafenwöhr dar.

Zwischen Amerikanern und Eslarnern begann eine harmonische Zusammenarbeit und Freundschaft. „Die Amerikaner trugen den Humus ab und wir beschafften Diesel und Brotzeiten und übernahmen Handlangertätigkeiten“, erinnerten sich langjährige TSV-Mitglieder. Die Mithilfe einer US-Pioniereinheit sollte laut dem amerikanischen Oberstleutnant Tom Peine aus Grafenwöhr ein solidarischer Dank an die Bewohner des Grenzlandes sein: „Sport ist international". Für Unbeteiligte sah es so aus, als wollten die Amerikaner in Eslarn eine Militärbasis bauen.

Gleichzeitig stemmte der TSV 1990 den Bau eines vereinseigenen Sportheims mit Gaststätte, Kellerräumen und einer Mietwohnung. Staatliche Gelder gab es nur für die Sportplätze und sanitären Anlagen. Als Motor und Vorarbeiter der Großbaustelle wurde unter den zahlreichen Helfern der TSV-Vorsitzende Georg Rauch genannt, der als gelernter Maurer und vor allem als Rentner täglich auf der Baustelle anwesend war und es wie viele ehrenamtliche Helfer auf über 100 freiwillige Stunden brachte.

An das geschaffene Werk und den 1998 verstorbenen Vorsitzenden Georg Rauch, der für sein Lebenswerk von der Marktgemeinde die Bürgermedaille in Gold erhielt, erinnert am Sportzentrum der „Georg-Rauch-Brunnen“. Seit 1995 bereichert zudem die Hösl-Zuschauer-Tribüne das Sportgelände. Während der Baumaßnahme bewirtete TSV-Vereinswirtin Anneliese Rewitzer in der alten Sporthalle die Arbeiter vorbildlich mit fester und flüssiger Kost.

Der TSV musste von den Gesamtkosten in Höhe von rund 450.000 Mark insgesamt 219.770 Mark an Eigenleistungen erarbeiten und hatte anteilig die Planungskosten in Höhe von 30.485 Mark zu tragen. Finanziert wurden die Schulden aus dem Verkauf des alten Sportheims, aus Vereinsmitteln und vor allem mit einem Kredit, der in den folgenden Jahrzehnten abbezahlt werden konnten.

Die neue Sportanlage beflügelte die erste Fußballmannschaft des TSV zum Aufstieg in die Bezirksliga Nord, und auch eine Stadionzeitung berichtete erstmals über den TSV-Fußball. An das großflächige Sportgelände reiht sich nicht nur die TSV-Gaststätte, sondern mit gewaltigen Arbeitsleistungen schufen die Schützen um Schützenmeister Hans Werner (1984 bis 1996) eine Schützenhalle und die Kegler um Vorsitzenden Rudolf Will (1984 bis 1996) eine Kegelbahn.

Insgesamt 30 Monate arbeiteten über 100 freiwillige Helfer am neuen Sportzentrum und die solidarische Gemeinschaft schuf ein Aushängeschild für die Marktgemeinde. Die enormen körperlichen und finanziellen Leistungen waren nur aufgrund des einvernehmlichen Miteinanders zwischen der Marktgemeinde und den Vereinen, sowie durch die staatliche Förderung möglich. Die Bauarbeiten kamen 1991 erst nach 30-monatiger harter Arbeit zum Abschluss, so dass am 22. September 1991 die Einweihung des Sportzentrums durch Pfarrer Hugo Wagner stattfinden konnte.

„Die Gemeinde ist stolz auf das neue Sportzentrum, um das Eslarn in der Region beneidet wird“, stellte damals Bürgermeister Karl Roth fest. Einen Dank für das überwältigte Engagement an die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter kam von der Marktgemeinde und den Vereinsführungen. Die neuen Sportstätten sorgten bei den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beim Fußball, Schießen, Kegeln und Spicken für sportlichen Elan.

Ein Fußballverein feiert Geburtstag

Schirmitz
Die Mitglieder der Vereine leisteten beim Bau der TSV-Gaststätte und der Kegelbahn (v.l.) viele ehrenamtlichen Stunden.
1991: Im Beisein der Ehrengäste vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr, aus der Politik, von Behörden und Vereinen dankten am Rednerpult Bürgermeister Karl Roth und TSV-Vorsitzender Georg Rauch (von rechts) allen für die kräftige Unterstützung.
Info:

Sportzentrum Eslarn in Zahlen

  • 30 Monate dauern die Arbeiten für das neue Eslarner Sportzentrum
  • Das Großprojekt wird am 22. September 1991 fertiggestellt
  • Die Baukosten betragen 3,5 Millionen Mark
  • Der Zuschuss beträgt 80 Prozent
  • Den Rest stemmen die Vereinsmitglieder in Eigenleistung
  • Zum Sportzentrum gehören eine Kegelbahn, eine Gaststätte, das Schützenheim und Sportplätze
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