Mit sportlichen Höchstleistungen, außergewöhnlichem Teamgeist und bewegenden Momenten ist am Wochenende der 20. Via-Carolina-Lauf zu Ende gegangen. Zum letzten Mal bewältigten zahlreiche Läuferinnen und Läufer die rund 324 Kilometer entlang der historischen Via Carolina – der mittelalterlichen Goldenen Straße – von Prag über den Grenzübergang Tillyschanz bei Eslarn bis nach Nürnberg. Gelaufen wurde wie seit der Premiere 2006 Tag und Nacht unter dem Motto „Laufen gegen Krebs“ zugunsten krebskranker Kinder.
Was einst mit 75 Läufern in fünf Teams begann, entwickelte sich in zwei Jahrzehnten zu einem grenzüberschreitenden Charity-Ereignis, das Sport, Geschichte und soziales Engagement verband. Gründer Mario Wallrath hatte die Idee, auf der historischen Handelsstraße zwischen Prag und Nürnberg Spenden für die Kinderkrebshilfe zu sammeln.
33 Etappen bis Nürnberg
Nach seinem Tod 2017 führte ein ehrenamtliches Organisationsteam um seinen Sohn Marc Wallrath gemeinsam mit Eduard Rose, Holger Pampel, Wolf-Dieter Walter, Roger Hampel sowie Uschi und Peter Hübner das Lebenswerk weiter – ganz im Sinne des Gründer-Mottos: „Geht nicht, gibt es nicht.“
Der Jubiläumslauf startete am Samstag am Altstädter Rathaus in Prag. Über die Karlsbrücke führte die Strecke in 33 Etappen nonstop bis zum Nürnberger Hauptmarkt. Begleitfahrzeuge, Radfahrer und GPS-Überwachung sorgten für Sicherheit. Am frühen Sonntagmorgen erreichten die Sportler den ehemaligen Grenzübergang Tillyschanz bei Eslarn. Bürgermeister Thomas Kleber begrüßte die Teilnehmer, Musik und Applaus begleiteten den Empfang auf bayerischem Boden.
Für Aufsehen sorgte ein Zwischenfall kurz vor der Grenze: Rund 800 Meter vor dem letzten tschechischen Ort stürzte unmittelbar hinter einem Läufer ein Baum auf die Straße. Verletzt wurde niemand, die Feuerwehr beseitigte das Hindernis schnell. Organisator Holger Pampel kommentierte augenzwinkernd: „Vermutlich hat der starke Luftzug unseres schnellen Läufers Simon Bong den Baum umgeworfen.“ Auch sportlich setzte der Abschiedslauf Maßstäbe. Elf neue Etappenrekorde und ein neuer Gesamtstreckenrekord unterstrichen das hohe Niveau.
Musik und Applaus
Simon Bong vom Team Rödl gewann erneut die anspruchsvolle „Königsetappe“ von Bela nad Radbuzou zur Tillyschanz in 39:48 Minuten. Schnellstes Team war FAU Sport der Universität Erlangen. Mit einer Gesamtzeit von 23:38:18 Stunden und fünf Etappensiegen sicherte sich die Mannschaft beim Prag-Nürnberg-Jubiläumslauf den Gesamtsieg. Trotz aller Rekorde stand der Teamgedanke im Mittelpunkt. Den Preis für den besten Teamgeist erhielten erstmals alle Mannschaften. Andreas „Andy“ Gabler vom Team parkrun! wurde als Läufer mit den meisten Streckeneinsätzen ausgezeichnet. Den Jury-Preis erhielt das Team „Run together Come together“ aus Neustadt an der Weinstraße, das sich als erstes Team aus größerer Entfernung anmeldete.
Nach den letzten Kilometern wurden die Teilnehmer auf dem Nürnberger Hauptmarkt mit Musik, Applaus und einem gemeinsamen Zieleinlauf empfangen. Über zwei Jahrzehnte kamen durch Startgelder und Spenden beachtliche Beträge für die Kinderkrebshilfe zusammen. Nach insgesamt 6480 gelaufenen Kilometern endet damit eine Veranstaltung, die Geschichte und Gegenwart, Bayern und Tschechien sowie sportliche Spitzenleistungen und Menschlichkeit miteinander verband. Das Vermächtnis des verstorbenen Gründers Mario Wallrath bleibt bestehen: „Ein einzigartiger Team-Lauf, der Kultur und Sport, Menschen und Städte verbindet.“














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