15.01.2020 - 10:20 Uhr
EslarnOberpfalz

Eslarn benachteiligtes Gebiet

Beim Weiler Büchlberg gibt es bereits eine Sonnenstromanlage. In der Verlängerung der Straße Richtung Kirchenholz wird gegenüber dem Weiher nun eine weitere Anlage geplant.

Anja Ruhdorfer informierte die Markträte zu der von ihrer Firma geplanten Sonnenstrom-Anlage nordöstlich von Eslarn.
von Josef ForsterProfil

Im Mittelpunkt der Sitzung des Marktrats stand am Dienstagabend die Änderung des gemeindlichen Flächennutzungsplans, damit eine weitere Fotovoltaik-Anlage entstehen kann. Einzig Kurt Baumann (CSU) stimmte gegen das Projekt, jedoch ohne seine Gründe zu nennen. Alle eventuellen Hindernisse räumte Anja Ruhdorfer vor der Abstimmung aus dem Weg. Weder der Standort im Landschaftsschutzgebiet, noch das Veto aus dem Landratsamt stellten Hürden dar. Vielmehr sah die extra zur Sitzung bis vom Starnberger See angereiste Projektleiterin „ganz Eslarn in einem benachteiligten Gebiet“ liegen, dem es zu helfen gelte.

Mit rosigen Argumenten pries die Referentin das Vorhaben ihrer Firma Greeninvest-Solar aus Starnberg den Markträten an. Von ihrer Anlage würden sogar die als extrem wertvoll eingestuften Biotope und Moore im direkten Umfeld profitieren. Die Naturschutzbehörde lehne diesen Standort zwar ab: „Aber wir sagen, es geht doch.“ Ruhdorfer erklärte auch wie: „Die benachbarte Anlage hat man halt einfach rausgenommen aus dem Naturschutz.“ Eine Begehung zwecks möglicher Brutvögel werde freilich zuvor stattfinden, falls die Behörde dies wünsche. Eine Eingrünung des Areals aber nur, wenn dies das Landratsamt fordere. Unter Hinweis auf andere „bayerische Beispiele“ versuchte die Rednerin die Markträte darüber hinaus von der Leistungsfähigkeit ihrer Firma zu überzeugen.

Albert Grießl (FWG) äußerte Bedenken, dass die Bevölkerung „nicht begeistert“ sein könnte und vermisste jegliche Speicherkapazitäten des erzeugten Stroms. Die Schuld hieran wies Ruhdorfer kurzerhand von sich: „Das ist nicht unser Thema. Hier schläft die Bundesregierung und Deutschland ist hier wenig weit.“ Mitreden wollte auch Karl Grießl (CSU), was jedoch Bürgermeister Reiner Gäbl nicht erlaubte. Er sei Pächter der betroffenen Fläche und dürfe sich deshalb als Beteiligter weder zu Wort melden, noch an der Abstimmung beteiligen. Entgehen werden der Kommune zudem 30 Prozent der Gewerbesteuer, die aufgrund des Firmensitzes nach Starnberg fließen.

Geschlossen genehmigte das Gremium am Beginn der Sitzung die Errichtung von Carports und einer Geräteüberdachung im Ortsteil Kreuth. Geschäftsleiter Georg Würfl informierte über die im nichtöffentlichen Teil behandelten Punkte der Dezembersitzung. Demnach seien die Sanierung der Kläranlage und der Trinkwasseranlagen auf dem Stückberg an das Ingenieurbüro Zwick, Weiden, vergeben worden. Bei der Planung des neuen Feuerwehrhauses wäre das Ingenieurbüro ATW13 aus Hersbruck zum Zuge gekommen. Für den weiteren Digitalausbau vertraue der Marktrat der bereits involvierten Firma Corvese. Die Firma Valex IT aus Luhe-Wildenau habe den Auftrag zur Lieferung weiterer EDV-Ausstattung für das Rathaus erhalten.

Mitteilungen des Bürgermeisters:

In seinen Mitteilungen erwähnte Bürgermeister Gäbl die Bürgerversammlung am Dienstag, 21. Januar, mit Beginn um 19 Uhr und den Termin für einen Vortrag über die Gestaltungsfibel am Mittwoch, 21. Januar. Beides finde in der Alten Turnhalle statt, ebenso die große Versammlung aller Kommunen im Altlandkreis Vohenstrauß inklusive Floß und Flossenbürg am Freitag, 7. Februar, um 18 Uhr. „Da freuen wir uns darauf“, kommentierte der Rathauschef seine Bekanntgabe aus München, nachdem Eslarn in das Programm „Marktplatz der Generationen“ aufgenommen sei. Um die Nivellierung der Schellenbachstraße entzündete sich zum Abschluss des öffentlichen Teils noch eine intensive Diskussion zwischen Gäbl und Kurt Baumann.

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