03.06.2020 - 15:17 Uhr
EslarnOberpfalz

Marktrat: Mit Pflanztrögen kein Fass aufmachen

Den Antrag können wohl viele Anwohner nachvollziehen. Pflanztröge und ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sollen Raser in einer Eslarner Ortsstraße bremsen. Doch das Konzept bekommt Gegenwind im Gremium.

An der Einfahrt in den Auenweg gibt die Beschilderung die zulässige Geschwindigkeit vor, die jedoch von vielen Verkehrsteilnehmern nicht eingehalten. Marktrat Bernd Reil wollte deshalb die Aufstellung von Pflanztrögen als "Bremse". Die Entscheidung über den Antrag erfolgt, wenn brauchbare Messergebnisse vorliegen.
von Walter BeyerleinProfil

Marktrat Bernd Reil hatte die Anträge zum Aufstellen von Pflanztrögen und für den Erlass eines Durchfahrtsverbotes mit dem Zusatzzeichen „Anlieger frei“ in der Ortsstraße „Auenweg“ eingebracht. Der Antragsteller sieht mit den Trögen die Möglichkeit, das Tempo in dieser Straße zu bremsen und landwirtschaftliche Fahrzeuge aus dieser Straße zu bringen.

Marktrat Siegfried Wild machte dagegen für seine Fraktion deutlich, sich nicht mit der Aufstellung von Pflanztrögen anfreunden zu können. Es stelle sich die Frage, wer die Pflanztröge pflege, was sicher auf die Gemeinde zurückfalle. Außerdem würden die Tröge im Teerbelag der Straße ihre Spuren hinterlassen. Als noch wichtiger nannte Wild die Schaffung eines Präzedenzfalles, weil es andere vergleichbare Siedlungen in Eslarn gebe. Marktrat Albert Grießl sprach sich für die Auswertung von den Messzahlen eines aufzustellenden Tempo-Sys-Gerätes auf, um entsprechend der dann ermittelten Realität eine Entscheidung zu treffen. Der landwirtschaftliche Verkehr lasse sich „abzählen“ meinte Grießl. Marktrat Wolfgang Voit sah eine „subjektive Belastung“ als vorhanden an und sprach sich auch für die Auswertung der Zahlen eines Messgerätes aus. Marktrat Thomas Kleber nannte die Pflanztröge kein „Allheilmittel“. Mit einem Durchfahrtsverbot werde ein „Fass aufgemacht“, befürchtet Kleber. Damit lehne er die Aufstellung von Pflanztrögen ab.

Antragsteller Reil hat zwischenzeitlich mit den betreffenden Personen gesprochen. Auch er sehe in der Auswertung der Messergebnisse die Möglichkeit, nach Lösungen zu suchen. Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister Reiner Gäbl beide Anträge zurückzustellen und bis zum Erhalt eines eigenen Tempo-Sys-Gerätes ein solches bei der Kreisverkehrswacht auszuleihen. Die Entscheidung über den Antrag erfolgt, wenn brauchbare Messergebnisse vorliegen. Das Marktoberhaupt machte aber auch deutlich, dass die Gemeinde keinerlei Möglichkeiten habe, gegen Verstöße verkehrsrechtlicher Bestimmungen vorzugehen.

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In seiner Sitzung lehnte der Marktgemeinderat den Zuschussantrag des TV Vohenstrauß auf dauerhafte Förderung des Ski- und Snowboardzentrums Fahrenberg ab. Der TV wird wegen seines Förderantrages an die ILE-Naturparkland verwiesen. Dazu hatte Bürgermeister Gäbl über Gespräche mit den anderen beteiligten Kommunen verwiesen, denen gleichlautende Zuschussanträge zugegangen waren. Es bestand Einigung darüber, die Zuschussfrage über die ILE-Naturparkland zu regeln.

Die Schützengesellschaft Hubertus Eslarn beabsichtigt umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen und Schönheitsreparaturen auf ihrem Schießstand. Um die Zuschüsse des Verbandes zu erhalten, muss der Benutzungsvertrag ab der Zuschussgewährung noch mindestens weitere 25 Jahre laufen. Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat, die Nutzungsdauer auf 30 Jahre zu verlängern, aber den Begriff „Schönheitsreparaturen“ im bestehenden Vertrag zu streichen. Wiederum einstimmig beschloss der Marktgemeinderat sich an der Markterkundung nach der neuen Gigabitrichtlinie zu beteiligen.

Mit deutlichen Worten wies Bürgermeister Reiner Gäbl eine Aussage von Marktrat Bernd Reil im Bericht „Freie Wähler wollen Raiffeisenmarkt retten“ zurück, der ihm vorgehalten hatte, nicht bereit gewesen zu sein, direkten Einfluss auf die Vorstände der Bank und deren „wohl überlegten und unwiderrufbaren, wenn auch bitteren Entscheidung“ zur Schließung des Marktes genommen zu haben. Gäbl nannte diese Äußerung eine Unwissenheit. Fast schon „Krokodilstränen“ komme die Aussage gleich, wenn geglaubt werde, dass bei Einkäufen in diesem Markt „alles besser werde“. Gäbl verband diese Äußerung mit der Frage an mehrere Marktgemeinderatsmitglieder, ob sie oder die von ihnen vertretene Organisation im Raiffeisenmarkt Eslarn eingekauft habe. Nur Marktrat Albert Grießl gab dazu eine Erklärung ab und schilderte seine Gepflogenheit beim Einkauf anlässlich eines Umbaues. An Bernd Reil gerichtet, meinte das Marktoberhaupt, dass seine Meinung – mit anderen Umsätzen könne der Markt erhalten werden – genau so verpuffe, wie seinerzeit seine Meinung zur Kombiklasse.

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