05.05.2019 - 11:51 Uhr
EslarnOberpfalz

Motorradbraut auf dem Weg zum Bierthron

Sie fährt Motorrad und geht unter Atemschutz in brennende Häuser, um Menschen zu retten. Derzeit hat Lisa Wagner noch ein ganz anderes Ziel: Die Eslarnerin will Bayerische Bierkönigin werden.

Die Eslarnerin Lisa Wagner gibt eineinhalb Wochen vor der Krönungsgala zur Bayerischen Bierkönigin noch einmal richtig Gas, um mit möglichst viel Rückenwind aus der Internet-Abstimmung ins Finale zu gehen.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Im Juli wird die gebürtige Neustädterin 23 Jahre. Dann möchte sie als Botschafterin des Bayerischen Brauerbundes in der ganzen Welt herumreisen, interessante Menschen kennenlernen und für den Gerstensaft aus dem Freistaat werben. Im Interview mit Redakteur Uwe Ibl sprach sie über ihre Vorstellungen, Pläne und das Training, um beim Finale am Donnerstag, 16. Mai, im Münchner Löwenbräukeller den Thron zu besteigen.

ONETZ: Was ist Ihr Lieblingsbier?

Lisa Wagner: Ich wechsel ab. Es kommt darauf an, ob es Sommer oder Winter ist. Im Sommer bevorzuge ich etwas fruchtiges wie Weizen und im Winter eher etwas malzigeres. Ein Lieblingsbier habe ich eigentlich nicht. Mit dem Papa gehe ich zum Brauen ins Kommunbrauhaus zu Georg Zierer, dem wahrscheinlich ältesten aktiven Braumeister in Deutschland. Unseren Sud holen wir vom Kommunbrauhaus mit dem Traktor ab und fahren ihn zu unserem Felsenkeller. Wenn das Bier gegärt hat und fertig ist, helfe ich immer mit, es in Flaschen zu füllen. Es ist interessant, wie viel Arbeit im Bier steckt. Meist brauen wir zweimal im Jahr: Im Sommer ein Helles und im Winter ein Dunkles. Beide reifen und lagern in unserem eigenen Felsenkeller

ONETZ: Warum wollen Sie bayerische Bierkönigin werden?

Lisa Wagner: In unserer Mädelstruppe bin ich die einzige, die Bier trinkt. Die Freundinnen und mehrere Kumpels haben mir gesagt, dass ich mich bewerben soll. Ich habe es spannend gefunden, auf diesem Weg mehr übers Bier zu lernen.

ONETZ: Wie bereiten sie sich auf die Wahl zur Bierkönigin vor?

Lisa Wagner: Die sieben Finalistinnen waren für zwei Tage zu einem Bierseminar in Kulmbach eingeladen. Im gläsernen Brauhaus kann man alle Vorgänge der Bierherstellung beobachten. Ich lese die Unterlagen, die wir dort bekommen haben und durchforste das Internet. Ich lerne die zwölf Biersorten, von denen man eine im Finale ins Glas schenken und vorstellen muss. Selbst beim Weizen habe ich Übung. Ich bediene häufig für Vereine beispielsweise beim Feuerwehrfest, beim Schützenverein oder zuletzt beim Maibaumaufstellen. Etwas Angst habe ich, dass es dann auf der Bühne vielleicht nicht klappt.

ONETZ: Wie sehen Sie die Chancen, die Krone zu gewinnen?

Lisa Wagner: Das ist schwierig einzuschätzen. Man muss sich gut vorbereiten und sollte viel wissen. Wenn der Vortrag über das Bier gut wird, dann kommt es auf die persönliches Chemie zwischen Jury und Kandidatin an.

ONETZ: Zwei Konkurrentinnen, Marina Schicker aus Waldsassen und Carola Landgraf aus Hohenberg an der Eger, kommen in diesem Jahr aus Nordostbayern. Kennen Sie sich?

Lisa Wagner: Wir haben uns beim Casting getroffen. Aber da war jeder mit sich selbst beschäftigt. In Kulmbach habe ich mich mit Marina unterhalten. Wir haben nur übers Finale gesprochen. Manche haben nichts verraten, wie sie sich vorbereiten, aber mit der Waldsassenerin habe ich mich ganz gut verstanden. Eigentlich sind alle ganz nett, aber ich habe andere Themen, bin oft mit Jungs unterwegs, fahre Motorrad und bin Atemschutzgeräteträgerin bei der Feuerwehr. Vor ein paar Tagen habe ich in Amberg am Bierfest auf der Bühne eine Ansage gemacht, dass die Leute für mich im Internet voten sollen. Danach kam jemand auf mich zu und sagte: "Ich kann leider nicht für Dich stimmen, weil meine Schwester kandidiert auch."

Direkt zur Internetabstimmung:

ONETZ: Haben Sie schon ihr Dirndl für den Galaabend?

Lisa Wagner: In der Vorstellungsrunde hat man zunächst eines an, das man von zu Haue mitbringt. Auf den Bildern im Internet trage ich das weiße Festbraut-Kleid vom Feuerwehrfest 2018. Beim Finale bekommen wir für die zweite Runde ein neues Dirndl, das am Ammersee maßangefertigt wurde.

ONETZ: Wie ist die Unterstützung in der Region?

Lisa Wagner: Die Marktgemeinde hilft mir und macht viel Werbung. In jedem Email fordert das Rathaus den Empfänger auf, für mich im Internet abzustimmen. Meine Freunde verbreiten meine Kandidatur weiter und unterstützen mich, indem sie mit mir auf Veranstaltungen und Bierfeste gehen. Gemeinsam reden wir die Leute an, für mich zu voten. Mein ehemaliger Klassenlehrer, Herr Wiesent, hat seine Schüler erinnert, für mich zu stimmen. Derzeit bin ich online auf Platz vier. Ich hoffe auf einen guten Start ins Finale und deshalb mindesten auf Platz drei.

ONETZ: Auf was freuen Sie sich bei einem Sieg?

Lisa Wagner: Ich würde mich freuen, vieles kennenlernen zu können, die Biervielfalt und neue Leute zu erleben sowie zu sehen, wie unsere Biertradition auch in anderen Ländern einen Platz gefunden hat. Ich bin gespannt und ein offener Mensch, der gerne mit anderen redet, die er noch nicht kennt.

Lisa Wagner:

Die 22-jährige Eslarnerin absolviert derzeit als Abschluss der Ausbildung zur Erzieherin ihr Anerkennungsjahr in der Kindertagesstätte Waldthurn, nachdem sie die Berufsfachschule in Neustadt besucht hatte. Nach dem M-Zweig an der Mittelschule Vohenstrauß hatte Lisa Wagner in Oberviechtach zwei Jahre Kinderpflegerin gelernt und in diesem Beruf zwei Jahre in München in einer Kinderkrippe gearbeitet. Für die Ausbildung zur Erzieherin, zog sie anschließend wieder zu den Eltern und den beiden Brüdern nach Eslarn. (ui)

Lisa Wagner trinkt gerne den Zoigl, der im eigenen Felsenkeller der Familie lagert.
Im Winter ein Dunkles, im Sommer ein Weizen, Lisa Wagner genießt gerne ein Bier, will gerne mehr über den Gerstensaft wissen und als Bayerische Bierkönigin das Nationalgetränk ein Jahr lang repräsentieren.
Vater Johann Wagner unterstützt die Kandidatur von Tochter Lisa zur Bayerischen Bierprinzessin.
Die Eslarnerin Lisa Wagner gibt eineinhalb Wochen vor der Krönungsgala zur Bayerischen Bierkönigin noch einmal richtig Gas, um mit möglichst viel Rückenwind aus der Internet-Abstimmung ins Finale zu gehen.
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