11.07.2020 - 19:36 Uhr
EslarnOberpfalz

Offensive gegen unschöne Gemäuer in Eslarn

Die leerstehenden und teilweise maroden Häuser sind für Einheimische und Gäste in Eslarn kein schöner Anblick. Die Gemeinde will dagegen etwas unternehmen.

Das direkt an der Kapellenstraße befindliche alte Gemäuer mit dem hohen Gras ist kein schöner Anblick.
von Karl ZieglerProfil

So manches Anwesen in Eslarn ist teilweise nicht nur in einem schlechten Zustand, sondern für den Ort auch kein Aushängeschild. Ein Beispiel ist nicht nur das leerstehende alte Heubinderjacklhaus in der Kapellenstraße, sondern auch das Stahlziereranwesen direkt neben dem Rathaus. Die Marktgemeinde versucht mit der Leerstandsoffensive "Brückenland Bayern-Böhmen" dagegenzusteuern und die Häuser vor dem Verfall zu retten.

In den vergangenen Jahrzehnten sind viele junge Menschen arbeitsbedingt in die Städte gezogen. Zurück geblieben sind die alten Häuser der Eltern und Großeltern, menschenleer, verlassen und aufgegeben. Die alten Gemäuer mit herabfallenden Außenputz sind nicht gerade ein schöner Anblick, stören zudem die (An)-Bewohner und können den Eigentümer und den Markt finanziell belasten. Die Gemeinde muss dafür sorgen, dass Passanten nicht von einstürzenden Wänden und herabfallenden Dachziegel gefährdet werden.

Kein schöner Anblick sind das "Stahlziererhaus" am Marktplatz und das "Heubinderjacklhaus" an der Kapellenstraße. Am Marktplatz 2 direkt neben dem Rathaus soll bereits seit dem 17. Jahrhundert ein Anwesen stehen. Der erste Besitzer war Bäcker Michael Weigl, dem in den ersten 200 Jahren weitere Bäcker wie die "Stahl-Bäcker" folgten. Nach dem Tod der im Volksmund bekannten "Stahlziererkathl" übernahmen Erbnachfolger das Anwesen. Interesse an dem Anwesen signalisierte auch die Marktgemeinde.

Ein weiteres Objekt mit Verfallsdatum ist das Anwesen an der Kapellenstraße. Dem Heubinderjacklhaus sieht man die 180 Jahre durch den maroden Außenputz deutlich an. Der abfallende Putz und die Meter hohen Grasbüschel sind für die Eslarner und vorübergehenden Gäste kein schöner Anblick. Das Haus am Bühl wurde 1840 nach dem Hausnamen des ersten Eigentümers Jakob Schaller „Heubinderjackl-Haus“ und einige Jahre später nach dem Besitzer Peter Schaller „Peterschneider-Haus“ genannt. Nach den Aufzeichnungen von Heimatforscher Dr. Josef Hanauer war auch der Schneider Johann Schaller 1894 einer der Eigentümer. Das Haus wurde in den Jahren den Nachkommen vererbt und weiter verkauft.

In Eslarn soll es nach einem Analyseergebnis der Leerstandsoffensive "Brückenland Bayern-Böhmen rund 80 (Stand 2012) derartig unbewohnten Häuser geben, die teilweise in einem schlechten Zustand sind. Manche wurden von den Eigentümern aufwendig restauriert oder notdürftig hergerichtet oder werden zum Verkauf angeboten.

Mancher Nachbar wäre froh, wenn er seinen Grund um einige Quadratmeter erweitern könnte. Wie so oft scheitert es am Kaufpreis, da auch die Abrisskosten für den Erwerber zu Buche schlagen. Mit der Leerstandsoffensive bemüht sich die Gemeinde um eine Verbesserung der Lage. Ein erfolgreiches Beispiel ist die Installierung einer Metzgerei in einem leerstehenden Teilbereich des Mathesen-Anwesens am Marktplatz.

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