09.11.2020 - 11:10 Uhr
EslarnOberpfalz

Seit 140 Jahren Gesang in Eslarn

Die 1880 gegründete "Liedertafel" gehörte zu den ersten Chorgemeinschaften in der Grenzgemeinde. In den Jahrzehnten erloschen jedoch so manche Stimmen und Vereine. Aktuell müssen Sänger und Musiker wegen Corona pausieren.

Der Männerchor bereicherte zahlreiche Veranstaltungen.
von Karl ZieglerProfil

Eine der ältesten Singgemeinschaften in Eslarn war nachweislich die 1880 gegründete "Liedertafel" unter dem Vorsitz von Pfarrer Johann Moser. Der Priester leitete von 1876 bis 1895 die Pfarrei und einen Chor. Nach dem es um die "Liedertafel", von der nicht viel bekannt ist, ruhiger wurde, trafen sich die Männer 1920 in verschiedenen Gaststätten zum Singen. Eine Viehseuche machte weitere Treffen nicht leicht, so dass sich die Sängergruppe in der Gaststube "Krone von Bayern" und später im Nebenzimmer von Georg Karl zur sogenannten "wilden Liedertafel" trafen.

Blick auf die Geschichte Eslarns

Eslarn

Im 20. Jahrhundert wurde es um die "Liedertafel" stiller. 1920 gründeten Florian Zierer, Anton Forster und Georg Schlaffer mit 30 Gleichgesinnten im Gasthof "Zur Krone von Bayern" den Gesangverein "Liederkranz". Zur Vereinshymne bestimmten die Mitglieder das Lied "Vorbei", das Zitherspieler Georg Schlaffer in Noten fasste. Mit Joseph Vitzthum schrieb Johann Kraus für den Männerchor das Lied "Der Himmel auf Erden" um und schaffte eine Partitur mit acht Singstimmen. Den Vorsitz übernahm Hans Müller und das Dirigieren Hermann Hartl. Einer der ersten öffentlichen Auftritte eines vierstimmigen Männerchors unter Leitung von Lehrer Karl Meindl war nach der Allerseelenandacht die Gestaltung der Einweihung des Friedhofs am 8. November 1920.

Weitere Chorgemeinschaft

Von 1923 bis 1935 trat mit dem Gesangs- und Orchesterverein "Harmonie" eine weitere Singgemeinschaft an die Öffentlichkeit. Die große Leidenschaft des Gesangs wurde während der nationalsozialistischen Herrschaft vehement gebremst, da jegliche Vereinstätigkeiten verboten wurden. Nach einigen Treffen startete der Verein "Liederkranz" 1947 im Gasthof "Wienerhof" einen Neubeginn. 29 Sänger bestimmten Josef Forster zum Vorsitzenden. Das Dirigieren übernahm Josef Karl.

Nach der Einführung des Volkstrauertags ab 1952 sang der "Liederkranz" jährlich zum Gedenken an die Opfer der Gewaltherrschaft. In den Folgejahren verstärkten Sänger des "Liederkranzes" den ins Leben gerufenen Kirchenchor und ab 1987 den von Peter Kleber unter der Leitung von Karl Rauch gegründeten gemischten Chor. Die Mitglieder des "Liederkranzes", in dem ab 1973 und ab 1987 Herbert Lanz den Vorsitz übernahm, umrahmten verschiedene Veranstaltungen.

Aktivitäten eingestellt

Da in den Folgejahren führende Stimmen überwiegend aus Altersgründen immer weniger wurden, musste der "Liederkranz" wie auch andere Klangkörper die Aktivitäten einstellen. Der Männerchor wies ein hohes Durchschnittsalter von weit über 65 Jahren auf und war vor allem auf Nachwuchs. Ein Mitgliederaufruf für den ruhenden Gesangverein "Liederkranz" war vergeblich, brachte aber beim Kirchenchor eine Neubelebung.

Die Pandemie zwang nach einer Gesangsprobe die Chorgemeinschaft zu einer Pause. Aus Mitgliedern des "Liederkranzes" und Kirchenchors entstand 2012 der durch Herbert Lanz gegründet Beerdigungschor. Weitere Sänger gründeten den Singkreis, die Schola und den Dreigesang.

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