11.10.2019 - 10:17 Uhr
EslarnOberpfalz

Soldat steht wieder

Das abgebaute Wahrzeichen vom Tillyplatz wurde nach einigen Monaten wieder installiert. Die beiden Schrifttafeln sollen demnächst folgen.

Das Denkmal am Tillyplatz steht wieder.
von Karl ZieglerProfil

Die Marktgemeinde als Träger ließ bei den Straßenbauarbeiten das Denkmal am Tillyplatz zur Restauration abbauen. Die beiden Gedenktafeln sollen noch rechtzeitig vor dem Volkstrauertag aufgestellt werden. Das 1914 geschaffene Denkmal erinnert an die Kriege 1866 sowie 1870/1871 und soll als Mahnmal für den Frieden auch die nächsten 100 Jahre überstehen.

Die Figur mit der Fahne stellt einen bayerischen Soldaten dar, der im Volksmund liebevoll „Seppl“ genannt wird. Direkt unterhalb des ganz in weiß schimmerten Soldaten wurden links und rechts im Sockel die Namen der Kriegsteilnehmer in Stein gemeißelt. Auf der Rückseite sind dagegen die Namen des Krieger-Ehrenmal-Komitees vermerkt, die für die Aufstellung verantwortlich zeichneten. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg schuf man Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten. Da während des vergangenen Jahrhunderts das Denkmal der Witterung ausgesetzt war und am Stein der Zahn der Zeit nagte, entschloss sich der Marktrat zu einer grundlegenden Sanierung.

Die Arbeiten am denkmalgeschützten Werk wurden mit dem Landesamt für Denkmalpflege eng abgestimmt und nach einer Ausschreibung an die Firma Flöttl als wirtschaftlichsten Bieter vergeben. Die Art der Restaurierung und das Versetzen des Denkmals um wenige Meter in Richtung Ludwig-Müller-Straße entfachte im Marktrat und unter der Bevölkerung kontroverse Diskussionen. Wichtig für alle war eine Wiederherstellung der Lesbarkeit der Schriften und der Erhalt des denkmalgeschützten Soldaten.

Warum ein Antrag auf Komplettsanierung des Krieger- und Soldatenvereins im Marktrat zu einer derartigen „heißen Debatte“ geführt hatte, können sich viele im Nachhinein nicht mehr erklären. Bei allen Beteiligten stand die Wiederherstellung des Kriegerdenkmals im Vordergrund. Auch der Wunsch, zur Klärung des Sachverhalts den Bauausschusses zu beauftragen, wurde nicht weiter verfolgt.

„Die Schrift, die unsere Vorfahren vor über 100 Jahren eingearbeitet haben, wurde, wie in der Ausschreibung vorgesehen, nachgearbeitet“, erläuterte Bürgermeister Reiner Gäbl. Zudem sei er der Überzeugung, dass jede andere Art der Bearbeitung den Denkmalcharakter unwiderruflich zerstört hätte. Auch vom „Versetzen“ kann laut Gäbl keine Rede sein. „Das Denkmal wurde entsprechend der Neigung am Tillyplatz so neu gestaltet, dass es sich einfügt und von Feuchteschäden bewahrt wird.“ Anderer Meinung war Albert Grießl, der das Denkmal durch Sandbestrahlung behandeln lassen wollte. Zudem sollte die Schrift nachgezogen und mit schwarzer Farbe lesbarer gemacht werden. „Von Zerstörung hatte niemand gesprochen.“

In den kommenden Tagen wird die Firma Seebauer die restlichen Stufen setzen. Danach installiert der Steinmetzbetrieb Flöttl die Schrifttafeln wieder. Zu den Gesamtkosten wollte die Marktgemeinde auf Anfrage keine Zahlen nennen. Als Begründung wurde ein Schreiben des Bayerischen Innenministeriums vom 24. September angeführt, in dem die Bekanntgabe von Kosten als problematisch angesehen wird.

Das Denkmal wurde 1914 aufgestellt und schimmerte ganz in weiß.
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