Eslarn
06.09.2018 - 10:47 Uhr

Tillyplatz samt Umfeld wird teurer

Mit ein paar Tausendern ist es nicht getan. Die Marktgemeinde erwischt es in voller Breitseite.

Trotz erheblicher Kostensteigerung sprach Bürgermeister Rainer Gäbl von einem wirtschaftlichen Angebot und rechnete mit einem Ausbau der Heubachgasse (im Vordergrund) bis zum Tillyplatz noch in diesem Jahr. Bild: fjo
Trotz erheblicher Kostensteigerung sprach Bürgermeister Rainer Gäbl von einem wirtschaftlichen Angebot und rechnete mit einem Ausbau der Heubachgasse (im Vordergrund) bis zum Tillyplatz noch in diesem Jahr.

Freilich möchte die Kommune die angepackten Baumaßnahmen zügig fortführen und irgendwann zu Ende bringen. Die Ausschreibung zur Neugestaltung des Tillyplatzes war demnach eine logische Sache. In den Bauabschnitt I packte das beauftragte Ingenieurbüro den Ausbau der Heubachgasse mitsamt dem geplanten Hofgarten beim Neubau der Arbeiterwohlfahrt. Noch keimte Hoffnung bei den Verantwortlichen, als sechs Firmen Interesse an der Ausschreibung zeigten. Mehr als ernüchternd fiel nun das Endergebnis aus, denn letztlich urteilte der Marktrat am Dienstagabend über ein einziges Angebot, das im Rathaus eintraf.

Die Kostenschätzung betrug 298 097 Euro lautete. Denn das Gremium sah sich einer Gesamtsumme von nunmehr 455 624 Euro gegenüber gestellt. Zumindest ist darin der Neubau der Wasserleitung im betroffenen Gebiet mit Kosten von rund 20 600 Euro enthalten.

Bürgermeister Rainer Gäbl wusste um die Betroffenheit im Gremium und erklärte: „Wir haben einfach derzeit eine Marktlage mit stetig steigenden Preisen.“ Mehr als nüchtern fiel jedoch die anschließende Erklärung dazu aus: „Das Angebot bewegt sich zwar auf einem hohen Niveau; ist aber trotzdem als wirtschaftlich im Sinne der Vorschriften zu betrachten.“ Aufgrund der enormen Erhöhung fiel die Beschlussfassung im Marktrat letztlich auch nur unter Vorbehalt aus: Zu den erhöhten Kosten ist eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Regierung der Oberpfalz als Förderstelle unumgänglich. Die Chancen der Marktgemeinde beurteilte Gäbl trotzdem positiv: „Mittlerweile taucht dieses Problem flächendeckend auf.“ Ein Antrag auf eine Anhebung der Zuschussmittel - damit sich am Fördersatz von 80 Prozent nichts ändere - würde durch die Kommune noch geschehen.

Angesichts der sich abzeichnenden Probleme bat Albert Gollwitzer (FWG) um Auskunft zum veranschlagten Zeitrahmen für die Maßnahme. Bürgermeister Gäbl antwortete hoffend mit einem Abschluss bis zum Ende des Frühjahrs 2019. Zumal die Firma bereits vor Ort sei und in der Heubachgasse aktuell vorarbeite. Der Optimismus des Bürgermeisters fand jedoch in einer „frühzeitigen Winterpause“ seine Grenzen. Mit einer Fertigstellung der Tragschicht für die Heubachgasse rechnete Gäbl dennoch.

Damit wäre auch die seit Jahrzehnten bestehende Engstelle noch heuer beseitigt und befahrbar. Insoweit blieb dem Bauunternehmen im Frühjahr 2019 die Zeit, um den Hofgarten anzugehen. Die nicht absehbaren Unsicherheiten schlugen sich im Beschluss nieder, als Gollwitzer und Albin Meckl (FWG), sowie Kurt Baumann und Wolfgang Voit (beide CSU) gegen die Vergabe an die Firma Baumer, Oberviechtach, stimmten.

In der Kapellenstraße kann Agnes Härtl nach übereinstimmendem Beschluss die beantragte Scheune mitsamt Carport bauen, auch wenn für das Gebiet kein Bebauungsplan besteht.

Die Aufnahme zur Beratung eines weiteren Förderprogramms der bayerischen Staatsregierung zur Innenentwicklung begründete Gäbl mit dem Fristende für entsprechende Anträge am 5. Oktober. Immerhin ginge es um einen Fördersatz von 60 Prozent für Maßnahmen im Wert von bis zu 50 000 Euro. Weil aber durch die Programme zum Leerstand und im Zusammenhang mit der Gestaltungsfibel, sowie dem ISEK schon alles erfasst und entsprechende Daten vorhanden wären, könne Eslarn auf dieses Förderprogramm verzichten. Ohne Beschluss und ohne Wortmeldung nahm das Gremium diese Aussage an.

Den Zinssatz für die inneren Verrechnungen der Trinkwasser-Versorgug senkte das Gremium gemeinschaftlich nach einer Empfehlung des bayerischen Gemeindetags. Der seit 2013 geltende Satz von 4 Prozent wurde auf 3,75 Prozent gesenkt.

Aus dem nicht öffentlichen Teil der Augustsitzung informierte Geschäftsleiter Georg Würfl über die Auftragsvergabe der Beweissicherung rund um den Tillyplatz an Bernhard Laurer, Laaber. Gebilligt sei das Nachtragsangebot des Steinmetzbetriebs Flöttl aus Schönsee zur Erweiterung der Kosten für den neuen Zoigl-Brunnen vor dem Rathaus.

Karl Grießl (CSU) brachte die Umleitungen aufgrund des Ausbaus der Staatsstraße in Richtung Pfrentsch zur Sprache. Weil der Feld- und Waldweg über Thomasgschieß häufig genutzt werde, bat der Marktrat um eine Befestigung mittels Schotter. Gäbl bestätigte das Ansinnen, wofür sogar kostensparend das Fräsmaterial der Straße zur Verfügung stehe. Der Weg werde aber auch nach der Aufwertung nicht für eine Nutzung durch LKW‘s zur Verfügung stehen. Das Gewerbegebiet Zankltrad sei rückwärtig durch den Schwerlastverkehr erschlossen. Einer etwaigen weiteren Anfrage nach einer einseitigen Sperrung im Bereich der Baustelle kam der Bürgermeister zuvor.

Auf seine Erkundigung beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach habe er von den neuen Vorschriften Kenntnis erhalten. Den hierdurch nun geforderten Sicherheitsbereich gebe der verbleibende Straßenraum nicht mehr her. Sogar bei der Sanierung der Ostmarkstraße wäre eine halbseitige Sperrung nicht mehr möglich gewesen. Nach zwei bis zweieinhalb Monaten Bauzeit rechne er mit einer Fertigstellung bis auf Höhe der „Ritterklause“. Dann bestehe eine kürzere Umleitungsmöglichkeit über die Steinbosstraße. Meckl ärgerte sich trotzdem: „Das man zwei solche Straßen voll sperrt“, wobei er die Maßnahme in Burgtreswitz mit einschloss. Die Ausschilderung der Umleitung in Moosbach beurteilte Meckl zudem als „schlecht“.

Am Ende des öffentlichen Teils entzündete sich noch eine wortstarke Diskussion, als Kurt Baumann (CSU) die Situation der Verbindung zwischen der Johann-Wagner-Straße und der Schellenbachstraße anschnitt. Zumal der Bürgermeister mit dem Hinweis auf einen „endgültigen Plan, der durch den Marktrat ging“ konterte und dazu kommentierte: „Wenn ihr nicht reinschaut, braucht ihr euch hinterher nicht beschweren.“ Baumann gab deswegen keinesfalls gleich klein bei: „Es wird uns viel erzählt von diesen Plänen.“ Wenig später schien Gäbl seine Wortwahl zu bedauern, denn er erklärte: „Wir werden uns den Zustand zur gegebenen Zeit ansehen und dann in einer Sitzung des Bauausschusses darüber beraten.“

 
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