20.08.2019 - 09:35 Uhr
EslarnOberpfalz

Unvergessene Reise mit vielen Eindrücken und Erfahrungen

Der südwestliche Landesteil von Tansania ist wegen seines ausgeprägten Natur- und Tierreichtums, aber vor allem der vor Ort trotz verherrschender Armut gastfreundlichen Menschen bekannt.

Bischof Beatus Urassa begrüßte mit Mitarbeitern die sechs Freunde aus der Oberpfalz.
von Karl ZieglerProfil

Das Land Afrika als Wiege der Menschlichkeit durften zwei Frauen und vier Männer aus Eslarn und Schönthal während einer 14-tägigen Reise ins ostafrikanische Tansania nach Einladung durch Bischof Dr. Beatus Urassa kennen lernen. Bei den Tagesausflügen wurde der Bischof von Sumbawanga zusammen mit den Besuchern aus Oberpfalz von tiefgläubigen Menschen mit überschwenglichen Freudengesängen und der suahelischen Willkommensgruß "Karibu" und Dankesworten "Asante sana" empfangen.

Ein Herzenswunsch des ehemaligen Eslarner Pfarrvikars Beatus Urassa und seit 2018 amtierenden Bischofs von Sumbawange war ein Besuch aus seiner ehemaligen Oberpfälzer Pfarrei Eslarn. Die über zehnstündige anstrengende Anreise mit dem Flugzeug zur bedeutsamsten tansaischen Handels- und Hafenstadt Daressalaam am indischen Ozean wurde bei der Ankunft von einem freudestrahlenden Bischof mehr als belohnt. In den ersten beiden Tagen sammelten Pfarrer Erwin Bauer, Elisabeth Würfl, Michaela Ach und Karl Ziegler aus Eslarn und Karl Meier und Ludwig Haberl aus Schönthal bei der weiten Anfahrt zum Bistumsitz quer durch das südliche Tansania bereits viele Eindrücke vom bezauberten Land und der überschwenglichen Freunde der Afrikaner. Deutlich erkennbar war auf dem Land die absolute Armut der Bevölkerung. Die Fahrt führte durch den Mikumi-Nationalpark, wo einige landesübliche afrikanischen Tierarten gesichtet wurden. Am Bischofhaus der Diözese Sumbawanga begrüßten mit freudestrahlender Begeisterung eine Gruppe von Geistlichen und Schwestern mit Mitarbeitern in Kiswahili ihren "Baba" und die bayerische Abordnung. Ein gut eingespieltes Team sorgte für eine tadellose Unterkunft und landestypische Speisen.

Auch das Klima war in der Region Sumbawanga gemäßigt und erträglich. Beim leckeren Safari-Bier wurden heimische und bayerische Bräuche ausgetauscht und Freundschaften geschlossen. Die Grußworte in Kiswahili "Asante sana" und "Karibu" und der herzergreifende Gesang begleiteten die Besucher täglich in Gottesdiensten und auf Ausflügen. Während des Aufenthalts wies Bischof Beatus Urassa auf die vielen offenen Baustellen und seine noch umzusetzenden Ideen in seinem Bistum hin, zeigte aber auch mit Stolz die mit Spendengeldern bereits geschaffenen Werke. "Um den Menschen ein lebenswertes Dasein zu bieten, habe ich noch viel Arbeit und bin um jede Unterstützung dankbar." In den katholischen Einrichtungen wie Kindergarten, Schulen, Landwirtschaftsschule und im Priesterseminar begrüßten die einheitlich gekleideten Kinder und Jugendliche die Besucher aus Deutschland mit einstudierten Liedern und vor allem mit freundlichen Lächeln. Die Nächte verbringen die Jugendlichen vereint in einem bescheidenen engen Raum auf harten Matratzen, Holzlattenrosten und ohne Insektenschutznetz. In Sumbawanga schuf das katholische Bistum einige lebendswichtige Brunnen und ein Schulheim für Kinder mit Albinismus, die sich über mitgebrachte Kopfbedeckungen der Besucher freuen durften.

Nicht leicht hatte es die weibliche Bevölkerungsgruppe aufgrund verbreiteter Gewalt, durch das Umsorgen ihrer Kinder und der schweren Arbeit. Die teilweise an HIV erkrankte Frauen mühen sich mit ihren Kleinkindern auf dem Rücken und mit rund 40 Kilogramm Fischen oder kostbaren Wasser auf dem Kopf ab. Gleichzeitig erinnerte die Reise aufgrund der vor Ort ausgeübten Handwerke wie Nähen, Schneidern, Korbflechten und der beschwerlichen handlichen Feldarbeiten an in Deutschland längst vergangene Zeiten. Als Beförderungsmittel für Menschen und Waren dienen vor allem Fahrräder oder Mopeds, auf denen der Fahrer teilweise mit zwei Mitfahrern verschiedene Waren transportiert. Zum Fischen lud der Rukwa-See die Einheimischen und zum Schwimmen der zweitgrößte Tanganjika-See die Gäste ein. Der Zufall wollte es, dass zwei Fischerboote am Rukwa-See mit reichlich Fischen ankamen und die 40 Kilogramm schweren Behältnisse von Frauen auf dem Kopf entladen wurden.

Im Gegensatz zu dem verdorrten Landesinneren befindet sich am Seeufer eine grüne Grasfläche, auf der sich Hirten mit einer Herde Rinder niederließen. Ein absoluter Höhepunkt war zudem der knapp fünfstündige Sonntagsgottesdienst mit Firmung und einem hörenswerten gemischten Chor. Der Bischof spendete im Beisein zahlreicher Priester den über 100 Jugendlichen nicht nur das Sakrament der Firmung, sondern allen 2000 Besuchern einzeln den Segen. Ein weiteres Ziel war der zweitgrößte Wasserfall bei Kalambo, deren Wassermassen direkt an der Grenze zu Sambia über 200 Meter lautstark in die Tiefe fallen. Die Anfahrt ist nur auf einem beschwerlichen unbefestigten Holperweg durch den Busch oder zu Fuß über eine steile Steintreppe mit rund 500 Stufen möglich.

Eine faszinierende Pflanzen- und Tierwelt erwartete die sechs Abenteurer mit Bischof Beatus im Katavi Nationalpark, wo mit Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffeln und Nashörner die sogenannten "Big 5" heimisch sind. "Es ist schon atemberaubend einen Löwen mit seiner Gefährtin und eine in Ruhe fressende Giraffe aus einer Entfernung von fünf Metern zu beobachten." Mit Bischof Beatus Urassa und Pfarrer Erwin Bauer feierten im August zwei nach dem Sternzeichen besondere leidenschaftliche "Löwen" ihren Geburtstag. Die herzliche Aufnahme, Dankbarkeit und Einladungen der rührigen Freunde um Gastgeber Beatus in Sumbawanga wurde in Spenden und mit dem Dankesworten "Asante sana" zurückgegeben. "Wir wurden dort mit offenen Armen begrüßt, durften eine große Freundschaft erleben und Bischof Beatus hat sein Versprechen auf einen unvergesslichen Aufenthalt mehr als erfüllt" waren sich alle einig.

Im Namen aller dankte Bischof Beatus allen Gönnern in Eslarn und Umgebung auch für die durch Pfarrer Bauer übergebenen Einzelspenden von 1900 Euro und aus dem Sparschwein von 708,70 Euro. "Ich möchte allen Freunden in Isling danken und einen Gruß nach Eslarn senden." Im Flugzeug ging es vom westlichen Airport bei Mbeya von einer gemäßigten in eine schwülheiße Klimazone. Im östlich gelegenen Daressalaam besuchte die Gruppe ein mit Waffen bewachtes Kaufhaus und die große Kathedrale von Daressalaam, die von deutschen Benediktinern erbaut wurde. In der Stadt wurden die Unterschiede zwischen Arm und Reich besonders deutlich.

Beim Besuch der Pfarreien empfingen die Menschen ihren "Baba", Bischof Beatus und die Gäste aus Bayern, mit Jubelrufen und Gesang.
Wichtig für die Region ist der Bau weiterer Brunnen.
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