Josef Schießlbauer (27), Markus Schindler (24) und Christof Kaa (24) haben ein Jahr nach der Gründung ihrer Bavaria Fotobox gut lachen - miteinander, über ihren so nicht geahnten Erfolg und nicht zuletzt auch über sich selbst.Am wichtigsten ist ihnen freilich, dass auch andere lachen. Weil sie an ein besonderes Ereignis nicht nur Handy-Schnappschüsse erinnern, sondern "echte", ausgedruckte Fotos. Im Gespräch mit der Redaktion lachen die drei Jung-Unternehmer auch erst einmal - als sie von ihren gescheiterten ersten Versuchen erzählen, ihre erste Fotobox zusammenzubasteln.
Im Garten gesägt
"Wir haben im Baumarkt Holz gekauft und im Garten gesägt", verrät Markus Schindler. Das Ergebnis war nicht das, was die Gründer haben wollten. Denn ihnen war klar: Eine Fotobox ist keine neue Idee. "Aber wir haben gedacht: Das kann man besser machen", sagt Christoph Kaa. Dass sie "was miteinander machen wollen", verbindet die drei schon seit Kindertagen. Sie sind in Etsdorf aufgewachsen, waren schon immer "beste Kumpels". Da kam die Schnapsidee, gemeinsam eine Firma aufzuziehen, fast zwangsläufig. Dass es dann ausgerechnet eine Fotobox werden sollte, war Zufall. Eigentlich stehe man nie allein vor so einem Kasten - "also hat man da immer Spaß". Und selbst dem grimmigsten Zeitgenossen zaubere so ein Gerät ein Lächeln ins Gesicht. So einfach ist das. Auch mit der Firmengründung.
Ist es tatsächlich, wenn man den dreien zuhört. Vielleicht auch deshalb, weil alle drei ihr Unternehmen als Hobby sehen und hauptberuflich auf geregelten Pfaden wandeln. Josef Schießlbauer hat der mittleren Reife eine kaufmännische Ausbildung angeschlossen, seinen Fachwirt gemacht und ist dann in die Industrie, in den Vertrieb gegangen, wo er jetzt sein Geld verdient. Ähnlich ist es bei Markus Schindler. Er hat der Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker noch zwei Jahre Technikerschule draufgepackt. Wirtschaftsschule, technischer Produktionsdesigner, nachgeholtes Abi an der BOS und aktuell letztes Semester im Maschinenbaustudium - auch Christoph Kaa hat schon einiges vorzuweisen.
Dann kam die Fotobox. Vor ziemlich genau einem Jahr. Die Idee beschreibt Kaa so: Das nicht mehr ganz neue Thema müsste man "von Grund auf neu überdenken und dann komplett neu entwickeln." Markus Schindler ergänzt das Wort "weiterdenken", Kaa packt noch das "Indiviualisieren" dazu - kein öder Holzkasten, sondern eine schicke Fotobox, die sich durch Foliendesign individuell dem Anlass oder auch einem Sponsor anpassen lässt, und die digitale Technik voll ausreizt. Vom echten Fotobuch, das auf der Hochzeitsfeier alle Gäste miteinander gestalten, bis zum digitalen Bild vom Firmenfest, das man kombiniert mit einem Gutschein sofort ausdrucken oder posten kann.
Wichtig: langsam wachsen
Es hat ein bisschen gedauert, bis die drei ihre erste Box fertig hatten. Dass sie nicht nur selbst planen, sondern auch bauen und vermarkten, gehört für sie dazu. Inzwischen haben sie drei Geräte. Daraus eine eigene Firma zu machen, war "vielleicht ein bisschen mutig, oder auch leichtsinnig", aber es hat offensichtlich geklappt. Alle drei haben Ersparnisse als Startkapital investiert. Ihre Ausbildungen in Konstruktion, Technik und Vertrieb seien sicher hilfreich gewesen. Ganz wichtig sei es aber gewesen, "langsam zu wachsen". Ein bisschen Glück war freilich auch dabei. Die Firma Godelmann gab dem Trio eine Chance und brachte es als einer der Sponsoren des Vereins mit der Fotobox zur Saisoneröffnung zum 1. FC Nürnberg.
Junge Gründer
Wie funktioniert das mit der Firmengründung? „Am wichtigsten ist, dass man sich traut, es auszuprobieren“, meint Christoph Kaa. „Auch wenn vieles nicht sofort funktioniert.“ Die größten Blockaden, meint Josef Schießlbauer, „finden im Kopf statt. Und ohne Risiko geht es nicht“.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse sei gewesen, „dass man erstmal Geld ausgeben muss, bevor man was verdienen kann“, berichtet Kaa: Die drei haben in Werbung investiert und sich auch anfangs kostenlos bei Veranstaltungen präsentiert, um auf sich aufmerksam zu machen.
Von ihren Freunden seien sie anfangs eher belächelt worden, verrät Markus Schindler. „Jetzt werden wir von ihnen weiterempfohlen“, ergänzt Christoph Kaa. Nur nicht stehenbleiben, lautet die Devise. Die drei tüfteln schon an einer neuen Idee, die sie aber noch nicht verraten wollen. Und sie suchen langfristige Geschäftspartner, die die Fotobox dauerhaft nutzen wollen.
Und obwohl es gut läuft, sind sie ihrer ursprünglichen Geschäftsidee treu geblieben, wie Kaa sagt: „Unser Ziel war es nicht, das große Geld zu verdienen. Wir wollten etwas gemeinsam machen, mit dem wir Mehrwert generieren, etwas, womit wir Leuten Freude machen.“













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