Auf den Dörfern ist es zum Teil heute noch üblich, dass Anwesen nicht mit dem Familiennamen der Eigentümer unterschieden werden, sondern mit einem oft über Jahrhunderte, trotz mehrerer Besitzerwechsel gleichgebliebenen Hausnamen bezeichnet werden. Diese Hausnamen sind ein Stück Heimatgeschichte. Sie geben rückblickend häufig Auskunft über das frühere Leben, über Handwerksberufe, Eigenheiten früherer Bewohner, über die Lage der Gehöfte an markanten Stellen im Dorf oder auch über Spitznamen. Unter diesem Gesichtspunkt regte die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach an, die altehrwürdigen Anwesen mit ihren Hausnamen zu versehen, um diese historischen Merkmale der Nachwelt zu erhalten. Für die daran interessierten Eigentümer wurden einheitliche ovale Acryl-Schildern beschafft, auf denen der Hausname steht, und wenn bekannt, die Bedeutung des jeweiligen Begriffs oder auch geschichtliche Datumsangaben ergänzt sind. Neben den Gemeinden unterstützte diese Aktion finanziell das EU-Förderprogramm Leader, so dass für die Erwerber dieser Schilder nicht die veranschlagten 10 Euro, sondern nur noch ein Eigenbeitrag von 5 Euro erforderlich ist.
Aus der Gemeinde Neukirchen nahmen den Kauf der Hausnamenschilder 85 Familien wahr, aus der Gemeinde Weigendorf 58 und aus der Gemeinde Etzelwang 13. Im historischen Gemeindestadl in Etzelwang überreichten die Bürgermeister Winfried Franz (Neukirchen), Roman Berr (Etzelwang) und Reiner Pickel (Weigendorf) die ersten Schilder an deren Eigentümer. Der größte Teil der Bestellungen befindet sich allerdings noch in der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen. Die Verwaltung bittet deshalb darum, die Schilder zum Preis von nur noch 5 Euro baldmöglichst in der Geschäftsstelle Neukirchen abzuholen.
Etzelwang
17.06.2018 - 12:29 Uhr
Hausnamen für die Nachwelt erhalten
von Leonhard Ehras
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