Die Slogans "Alles zu seiner Zeit" verbunden mit "Timing ist alles", also auch die Einflussnahme auf zeitliche Abläufe, kennzeichnen den Lebensweg von Martin Schregelmann. Der Etzenrichter Bürgermeister feiert am Samstag, 10. September, seinen 60. Geburtstag. Hier kommt wieder der Begriff "Timing" ins Spiel, denn dieser Termin trifft punktgenau mit seinem 10. Amtsjubiläum als Gemeindeoberhaupt zusammen. Die zwei Feste können also zusammengelegt werden. "Das ist rationell und praktisch", sagt er, wenn auch "Kommissar Zufall" Regie führt.
Ganz oben steht bei Schregelmann die Familie. "Die Bedeutung steigt immer mehr in meinem Bewusstsein", stellt er fest und orientiert sich danach, schraubt an den Prioritäten, reduziert Stammtisch, Fußballplatz und andere Freizeitbeschäftigungen. Dabei kann er sich auf die Rückendeckung durch seine Ehefrau Andrea verlassen. Sohn Florian arbeitet als Möbeldesigner am Chiemsee, Tochter Franziska im öffentlichen Dienst bei der Stadt München, sie hat ihren Lebensmittelpunkt nach Niederbayern verlegt. Dort lebt Enkel Korbinian, der seit kurzer Zeit eine Sonderstellung für Opa Martin einnimmt.
Kinder haben höchsten Stellenwert
Kinder, nicht nur die eigenen, haben für Schregelmann höchsten Stellenwert. "Das gilt für die erweiterte Familie, für die Kindergarten- und Schulkinder in Berufs und Privatleben", meint der Jubilar. Beim Sportverein trainierte er mit großem sportlichen Erfolg und Enthusiasmus vor mehr als 25 Jahren Nachwuchsteams. In guten wie in schlechten Zeiten genießt der 1. FC Nürnberg die Sympathie des Fußballfans. Seine aktive Karriere als Torjäger verlief mit dem notwendigen Timing, der Spaßfaktor stand oben, ließ Platz für andere Engagements.
So engagierte sich der politisch interessierte junge Etzenrichter für die Junge Union, verhalf der JU zu einer Blütezeit und nahm damals die Inspiration von Franz Josef Strauß und einigen Kommunalpolitikern an. Nicht zu vergessen: Vater Hubert Schregelmann war als überzeugter CSUler und langjähriger Gemeinderat ein einflussreiches Vorbild. Wie im Sport erfreute sich der Jugendliche auch eines musikalischen Talents. Bei der Jugendblaskapelle spielte er gekonnt die Posaune. Wobei seine musikalische Geschmacksrichtung breit angelegt ist, von guter Blasmusik bis zu Hardrock reicht.
Vorgänger zu früh gestorben
2012 wählten die Etzenrichter Schregelmann mit einer Zweidrittelmehrheit zum Bürgermeister, ohne Schärfe im Wettbewerb ums Amt. „Ich sah mich in der Pflicht nach dem Tod meines Vorgängers und Freunds Martin Wallinger“, blickt Schregelmann zurück und räumt ein, sich gedanklich zuvor schon mit dem Rückzug aus der kommunalen Politik beschäftigt zu haben. Eine beruflich notwendige Umorientierung, zuvor arbeitete er in als Technischer Zeichner und war langjähriger Betriebsrat in einer Weidner Firma, beeinflussten die von der Partei getragene Entscheidung, die Nachfolge für den viel zu früh verstorbenen und im Ort sehr beliebten Wallinger anzutreten und den CSU-Vorsitz zu übernehmen. Das Timing spielte hier Schicksal.
Im Gemeinderat stand sein Engagement stets im Zeichen von Konsens. Schregelmann gilt als Mann der leisen Töne, strebt in der Regel Kompromisse an und wird als Pragmatiker gesehen. Letzteres war mit messbaren Erfolg verbunden, ihm gelang die Errichtung des Edeka-Götz-Markts verbunden mit der Wohnbebauung an der Wildenauer Straße. Weitere Resultate, die sich sehen lassen können: Einrichtung des Dorfplatzes, Durchführung der Dorffeste ab 2014 und Impulsgebung für die Chronik, Sanierung der Ludwig-Meier-Schule mit Ergänzung um die Ganztagsschule, Umbau des KiGa und Anbieten der Kinderkrippe, Umsetzen des Waldkindergartens, LED-Umstellung der Straßenbeleuchtung, Co-Finanzierung der Urnenwand im katholischen Friedhofes, Einsatz für die Patenschaft mit Algund. Was die Nachfolge in der örtliche CSU angeht, so setzte die Abgabe des Vorsitzes an Wolfgang Würschinger schon ein deutliches Zeichen, die Folge als Gemeindeoberhaupt bleibt offen.
Hintergrund
- 60. Geburtstag und 10. Amtsjubiläum als Bürgermeister am gleichen Tag
- 2012 mit einer Zweidrittelmehrheit als Nachfolger von Martin Wallinger gewählt, 2020 mit 59,2 Prozent wiedergewählt
- Familienstand: verheiratet, eine Tochter einen Sohn, einen Enkel
- Beruflicher Werdegang: Lehre im Hüttenwerk Weiherhammer, Technischer Zeichner bei BHS Weiherhammer (1979 bis 1993), als Projektleiter Wechsel zu einem Mitbewerber aus der Schweiz Standort Weiden
- Hobby: Posaune spielen, Musik, Sport Fußball, Trainer, Aktiver, Fan beim SV
- Gemeinderat seit 32 Jahren
- Fraktionssprecher der CSU: 1994 bis 2012, Zweiter Bürgermeister von 2002 bis 2012
- Ortsvorsitzender der CSU: 2014 bis 2020
- Fußballtrainer im SV-Nachwuchsbereich von 1993 bis 2005
- Posaunist bei der Blaskapelle von 1977 (Gründungsjahr der Kapelle) bis 1992















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