17.12.2020 - 11:19 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Architekt Emil Lehner: Falkenberg hat eine hohe Qualität

Mit Blick auf Gestaltungssatzung und Fibel sagt Bürgermeister Matthias Grundler: „Ich glaube, dass uns die Modernisierung Falkenbergs gut tut.“ Die Bürger sollen nicht nur ein Wort mitreden.

Der Markt Falkenberg – hier ein Archivbild von der Wiesauer Straße (aufgenommen im Sommer 2020) - will die Struktur des Ortes erhalten und zusammen mit den Bürgern weiter gestalten. Man will sich einer Modernisierung öffnen.
von Werner RoblProfil

„Wir behandeln heute ein wichtiges Projekt. Damit stellen wir die Weichen, wie man in Falkenberg künftig bauen kann“, kommentierte Bürgermeister Matthias Grundler den „Hauptpunkt des Abends“. Priorität habe neues Bauland. „Darüber hinaus aber auch die Innenentwicklung im Ort“, ergänzte das Gemeindeoberhaupt in der Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstagabend. Er bezog sich auf die derzeit noch gültige Gestaltungssatzung und die dazugehörige Fibel aus dem Jahr 1991, deren Überarbeitung nach Ansicht des Gremiums längst überfällig war.

Aus diesem Grund hatte man sich bereits vor Monaten für eine Überarbeitung ausgesprochen. Damit beauftragt wurde das Architektur- und Stadtplanungsbüro SHL in Weiden. Die Entwürfe stellten nun Christina und Dr. Emil Lehner vor. Ziele der Überarbeitung seien, so Grundler, der Schutz und die Erhaltung des historischen Ortskerns. „Den Sanierungswilligen möchte man aber mehr Gestaltungsspielraum einräumen“, erläuterte der Bürgermeister die Grundgedanken der derzeit aber noch nicht fertiggestellten Neufassung. Emil Lehner und dessen Tochter Christina war es ein Anliegen, den Marktrat in die weitere Arbeit einzubinden, um die gewünschten Änderungen oder Ergänzungen mit aufzunehmen. Endgültig darüber beschlossen wurde am Abend aber noch nicht.

Lehner, am Computer unterstützt von seiner Tochter Christina, sprach von einem Angebot an alle Bürger, „um die Qualität des Ortes zu verbessern“. Verbindlich sei die Fibel nicht. „Wir möchten einen Leitfaden schaffen, ohne dabei Druck auszuüben." Er warb um einen Dialog zwischen den Gremien, Fachleuten und den Bau- beziehungsweise Sanierungswilligen. „Die endgültigen Entscheidungen trifft der Marktrat“, unterstrich der Architekt. Lehner versprach: „Wir möchten den Menschen die Möglichkeit bieten, zeitgemäß zu wohnen.“ Anhand von Beispielen verdeutlichte der Fachberater, was andernorts bereits umgesetzt werden konnte.

Junge Menschen motivieren

Mit Blick auf Falkenberg sprach Lehner von „einem lebendigen Ensemble mit hoher Qualität“. Man spüre hier eine gewisse Vielfalt und Harmonie, auch was die Gebäude anbelangt. „Wir möchten junge Menschen motivieren und um Bereitschaft werben, in dieser Struktur leben zu wollen“, betonte Lehner an anderer Stelle. „Die schönen Gemeindebereiche konnten nur deshalb entstehen, weil man viel Bürgersinn zeigte.“ Die Zielsetzung laute, den nachfolgenden Generationen ihren Ort Falkenberg mit gutem Gewissen übergeben zu können. „Der Markt hat sich in den zurückliegenden Jahren positiv entwickelt“, fasste er das von weiteren Beispielen begleitete Referat zusammen. Was das Thema Photovoltaikanlagen betrifft erinnerte Lehner daran, „Fingerspitzengefühl“ zu zeigen. Man könne aber über alles reden, um Lösungen zu finden. „Nicht alles was möglich ist, kann so auch umgesetzt werden.“

Bürgermeister Matthias Grundler zeigte sich beeindruckt und kommentierte: „Darin enthalten sind alle Aspekte, mit denen wir der neuen Zeit entsprechen.“ Grundler ergänzte: „Falkenberg geht einen kreativen Weg der städtebaulichen Entwicklung.“ Zusammenfassend äußerte der Bürgermeister den Wunsch, dass man das dann fertige Konzept Anfang kommenden Jahres auf den Weg bringen möchte, um danach die Behörden einzubinden. Anklingen ließ Grundler auch die entsprechenden Förderungen, die die Kommune bereitstellt.

„Schafft fließende Übergänge“

CSU-Marktrat Hans Enslein stellte fest, dass man im vorgestellten Sanierungsgebiet einige Gebäude außer Acht gelassen habe. „Diskutiert darüber“, schlug Emil Lehner eine mögliche Ausweitung vor. Starre Grenzen im Sanierungsgebiet lehnte er ab. „Schafft fließende Übergänge und mehr Atmung“, bat er die Räte um Nachbesserung des Sanierungsplans der Gemeinde. "Sofern dies in euren Augen notwendig ist", schob er nach. „Über manche Straßenzüge müssen wir uns tatsächlich noch Gedanken machen“, schloss sich Matthias Grundler an. Nicht einbinden könne man die umliegenden Dörfer, bedauerte Lehner auf Anfrage von CSU-Marktrat Hans Enslein. „Aber wir werden uns auch für sie einsetzen und Gespräche mit dem Amt für Ländliche Entwicklung führen“, versprachen Lehner und Bürgermeister Grundler.

Besonderes Augenmerk legte man in der Gemeinderatssitzung auf Hygiene- und Corona-Schutzvorschriften, auf die Bürgermeister Matthias Grundler aufmerksam machte. Für ein wenig vorweihnachtliche Stimmung sorgten Plätzchenteller auf den weit auseinander gestellten Tischen und heiße Getränke im Tagungszentrum unterhalb der Burg Falkenberg. Nach wie vor finden die Marktratssitzungen nicht im Rathaus, sondern im deutlich geräumigeren Brauhaussaal statt.

Hier ein Bericht zur November-Sitzung des Falkenberger Marktgemeinderats

Falkenberg
Die bereits fertigen Teile der Gestaltungssatzung beziehungsweise der Gestaltungsfibel stellte Dr. Emil Lehner (Zweiter von rechts) am Dienstag im Marktrat vor. Mit im Bild Bürgermeister Matthias Grundler (links) und der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau, Thomas Weiß (rechts).

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