17.06.2019 - 10:54 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Bücherflohmarkt für arme Kinder in Kenia

Über Kenia und die große Armut der Kinder auf dem Land referierte Lena Schulwitz beim Rotary-Club-Stiftland. Nun darf sie mit Spenden für zwei Kinderhilfswerke in Afrika rechnen.

Lena Schulwitz absolvierte ein Berufspraktikum in Kenia und hat vor dem Rotary-Club Stiftland darüber referiert.
von Ulla Britta BaumerProfil

Von Januar bis März war Lena Schulwitz aus Schönficht in Kenia, um dort ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Die 25-jährige Enkelin von Rotary-Club-Mitglied Gisbert Schulwitz betreute bereits im Dualen Studium Soziale Arbeit immer wieder Problemkinder, schwierige Jugendliche und unbegleitete Flüchtlingskinder. Da lag es auf der Hand, im Praktikum ebenfalls in Kindereinrichtungen in Kenia zu arbeiten.

Über ihre Arbeit in Afrika und über die große Armut in Kenia referierte sie nun vor Mitgliedern des Rotary-Clubs in der Burg Falkenberg. Lena Schulwitz berichtete von sozialen Ungleichheiten in Kenia, wo viele Reiche in den Städten lebten, aber auf dem Land die Armut groß sei. In den Dörfern gebe es oft keinen Strom und kein Wasser.

Auf engstem Raum

Während ihres Praktikums lebte Lena Schulwitz zuerst in einer Waisenunterkunft in der drittgrößten Stadt Kenias. Sie betreute im Rahmen des Hilfsprojekts "Makungu e. V." acht Waisenkinder, die auf engstem Raum in einer Dreizimmerwohnung leben müssen. Lena Schulwitz ermöglichte den Kindern Ausflüge. "Das ist aber nicht die Regel. Die Kinder können das nicht bezahlen. Ich habe die Ausflüge mit Spenden bezahlt", erzählte sie. Genutzt habe sie eine finanzielle Stütze des Rotary-Clubs.

Im Camp für Social Development arbeitete die Praktikantin dann in verschiedenen Schuleinrichtungen. "Leider werden die Kinder dort noch körperlich gezüchtigt", berichtete sie. Das habe sie entsetzt. Sie habe das kommunizieren wollen, sei aber auf Unverständnis bei den kenianischen Erwachsenen gestoßen. Wie groß die Armut sei, habe sie in einem Dorf erlebt, wo sich die Bewohner selbst mit Hacke und Schaufel eine Wasserleitung gegraben hätten. "Was ein Luxus ist. Normalerweise gibt es kein fließendes Wasser", so Lena Schulwitz.

Als Tragödie bezeichnete sie die mangelnde Motivation der Lehrer, zu viele Kinder in einer Klasse und besagte Züchtigung. Was aber von den Afrikanern sogar positiv gesehen werde. "Man sagte mir, die Kinder hätten keine Ansprüche an die Schule. Es sei bereits ein Privileg, dass sie in der Schule einmal am Tag eine Mahlzeit bekommen. Mehr würden sie nicht wollen."

Stolz erzählte die Referentin, dass sie einen zweiten Tisch habe spenden können, der vor Ort und mit ihrer Mithilfe geschreinert worden sei. In ihrer Freizeit hat sich die junge Frau aus Schönficht unter anderem mit einer Bergwanderung und einer Safari Kenias Natur angeschaut. Sie schwärmte von den Naturschönheiten Afrikas.

Rotary-Club-Präsident Jeff Beer bedankte sich bei ihr für den informativen Vortrag und für ihr Engagement. Es sei beachtlich für eine junge Frau, einfach nach Afrika zu gehen, um dort mit fremden Kindern zu leben. Der Rotary-Club Stiftland versprach Lena Schulwitz eine weitere Spende. Außerdem wird der Club von 19. bis 21. Juli auf dem Gelände von "Antik Schulwitz" einen Bücherflohmarkt veranstalten, dessen Erlös ebenfalls dem Kenia-Projekt gespendet werden soll.

Nach St. Petersburg

Jeff Beer informierte im Rahmen des Treffens in der Burg noch über Details der anstehenden Reise. Der Rotary-Club Stiftland fliegt mit 50 Teilnehmern für drei Tage nach St. Petersburg, wo unter anderem der Rotary-Club Petersburg besucht wird. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gab Jeff Beer außerdem bekannt, er werde am 13. Juli sein Amt als Präsident des Rotary-Clubs Stiftland nach einjähriger Amtszeit an Wolfgang Gropengießer abgeben.

Stolz zeigte Lena Schulwitz Bilder von Kindern am gespendeten Holztisch.
Rotary-Club-Präsident Jeff Beer bedankte sich bei Lena Schulwitz für den Vortrag mit einem Blumenstrauß und versprach der jungen Frau Spenden vom Rotary-Club für die Hilfswerke in Kenia.
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