08.10.2021 - 10:00 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Debatte im Marktrat Falkenberg über Freiflächen-Photovoltaikanlagen

Ausgiebig hat sich der Gemeinderat Falkenberg dem Thema Photovoltaik auf Freiflächen gewidmet. Im Blickpunkt steht ein Kriterienkatalog.

Immer wieder gibt es Anfragen zum Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Ein Kriterienkatalog soll den Falkenberger Markträten bei der Entscheidung helfen.
von Werner RoblProfil

Photovoltaik auf Freiflächen war nicht zum ersten Mal Diskussionspunkt im Marktrat Falkenberg. „Die Anfragen in den Kommunen reißen nicht ab.“ Die Reaktionen seien unterschiedlich, so Bürgermeister Matthias Grundler.

„Die Energiewende ist ein wichtiges Thema“, unterstrich Grundler in der aktuellen Sitzung des Gemeinderats. Grundler informierte: „Aktuell liegt dem Markt Falkenberg eine konkrete Anfrage vor.“ Das Gemeindeoberhaupt empfahl daher, anhand eines Kriterienkatalogs eine Richtschnur für künftige Entscheidungen auszuarbeiten, um damit die Zulässigkeit von Freiflächen-Photovoltaikanlagen festzulegen. „Darüber sollten wir uns heute Gedanken machen und die Ergebnisse zu einer späteren Stoffsammlung zusammenführen. Nach Festlegung der Kriterien kann über den ausgearbeiteten Katalog in einer der folgenden Marktratssitzungen beschlossen werden“, erläuterte Grundler. Ferner erklärte das Marktoberhaupt: „Der Kriterienkatalog soll im Fall einer konkreten Anfrage zur Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage eine Hilfe sein.“

Mehr als Burg und Zoigl

Eckpunkte sind unter anderem Wohnbebauung, Tourismus und Landschaftsbild, ortsbildprägende Bauwerke, Naturschutz, Leitungsführung, Landwirtschaft. Grundler verlangte: Keine negativen Auswirkungen auf bebaute Flächen. Als ein „großes Thema, das immer stärker wird“ bezeichnete er den Tourismus in Falkenberg. Der Ort sei nicht nur wegen Burg und Zoigl sehr beliebt. "Waldnaabtal, Waldnaabaue und Goldsteig sind die Big Points." Grundler weiter: „Unser Ort ist eine der Hauptschlagadern des regionalen Tourismus.“

Obergrenzen

Man müsse auch Konflikte mit der landwirtschaftlichen Nutzung zur Nahrungsmittelproduktion ernst nehmen. Mit „keine Existenzgefährdung eines Landwirts durch ein Projekt“ lieferte Grundler ein weiteres Schlagwort. Wichtig sei auch die Offenlegung von Referenzprojekten, wesentlichen Unternehmensdaten, Sicherheiten und Bürgschaften. An anderer Stelle forderte Matthias Grundler die Schaffung weiterer Rahmenbedingungen beziehungsweise eine Festlegung von Flächen-Obergrenzen für den Bau von Anlagen.

Hubert Schedl (Zweiter Bürgermeister und CSU-Fraktionssprecher) meinte: „Der Energiebedarf wird steigen. Ich bin aber dagegen, dass alles zugestellt wird.“ Johannes Bauernfeind (CSU) merkte an: „Von einer Höchstgrenze halte ich persönlich nichts. Es muss so viel wie möglich an alternativen Energien produziert werden.“ Veronika Höcht (CSU): „Ich finde es gut, dass wir uns dafür aussprechen, über die Anträge einzeln zu beschließen.“ Hans Enslein (CSU) sagte: „Der Katalog wurde gut ausgearbeitet. Mir persönlich gefällt auch eine mögliche Bürgerbeteiligung.“ Alexandra Hasenfürter (CSU) unterstrich: „Die Anlagen werden zum künftigen Landschaftsbild dazugehören.“

Gerhard Enslein (Fraktionssprecher der UBF) war wichtig: „Wir müssen Flächenhöchstgrenzen schaffen.“ Rita Wildenrother (UBF) hob hervor: „Ich favorisiere auch weiterhin die Anlagen auf den Dächern. Die Errichtung von Solarzellen auf Flächen lehne ich ab.“

Abstimmen mussten die Markträte am Sitzungsabend noch nicht. Die Hausaufgabe „Stoffsammlung“ werde man in einer der nächsten Sitzungen eingehend beraten und darüber beschließen, so Bürgermeister Grundler.

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„Wir müssen Flächenhöchstgrenzen schaffen.“

Gerhard Enslein (UBF)

 

 

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