31.01.2021 - 13:07 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Falkenberg vor großen Aufgaben: Planen, gestalten und viel investieren

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Gemeinsam eine gute Zukunft gestalten. Dies ist die Kernbotschaft von Matthias Grundler. Blickt der Falkenberger Bürgermeister auf die Aufgaben und Projekte in den nächsten Monaten, wird ihm nicht bange. "Wir haben eine super Mannschaft."

100.000 Euro sind heuer für die Sanierung des Felsenkellers in der Schwaige (Bild) und ein touristisches Konzept eingeplant, informiert Bürgermeister Matthias Grundler.
von Harald Dietz Kontakt Profil

"Wir packen jede Menge an. Die Ausweisung neuer Bauparzellen bleibt ganz oben auf der Agenda. Parallel kümmern wir uns aber auch um die Bekämpfung von Leerständen und die Innenentwicklung", informiert Bürgermeister Matthias Grundler im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "In Falkenberg wollen wir in der ersten Jahreshälfte eine modernere Gestaltungssatzung, die für das sogenannte Sanierungsgebiet im Ortskern gilt, beschließen und gleichzeitig die Fördermöglichkeiten für Sanierungswillige verbessern." Aber auch für die Ortsteile soll es mittelfristig neue Möglichkeiten geben, so Grundler, der dazu auf erste Gespräche mit den Förderstellen verweist. Wichtig seien auch eine gute Entwicklung der Grundschule und des Kindergartens.

Wasserleitung

Ein großer Brocken bleibe 2021 die Sanierung des Wasserleitungsnetzes sowie die Erweiterung des Oberflächenwasserkanals in der Wiesauer Straße. Insgesamt sind laut Grundler hier rund 700.000 Euro veranschlagt. "Zudem führen wir die Kamerabefahrungen fort, um den Zustand des Kanalnetzes genau zu erfassen. Erstmals legen wir für Falkenberg ein digitales Leitungskataster an, das die Arbeit für Baufirmen, aber auch den Bauhof immens erleichtern wird." In den Ortsteilen werde man künftig bei Maßnahmen genauso verfahren, kündigt der Bürgermeister an.

Leerstände bekämpfen, Bauplätze schaffen und Wasserleitungen sanieren: Drei von vielen Vorhaben, die Falkenberg heuer zu meistern hat. Bürgermeister Matthias Grundler zeigt sich zuversichtlich.

"Weil wir durch die Wasserleitungssanierung eine einmalige Chance haben, verlegen wir auch 2021 konsequent spezielle Leerrohre für eine spätere Glasfasererschließung mit." Dazu werde der „Masterplan“ für das Glasfasernetz in Falkenberg fortgeschrieben. "Und wir wollen dieses Jahr in das neue Gigabit-Förderprogramm einsteigen. Die erste Stufe, die Markterkundung, läuft bereits." Für den Breitbandausbau werde Falkenberg um die 100.000 Euro im Haushalt 2021 benötigen.

Felsenkeller

"Für die Sanierung des Kellers in der Schwaige und ein touristisches Konzept sind für das neue Haushaltsjahr 100.000 Euro reserviert." Auch für die Ertüchtigung der Hammermühlbrücke wird Geld gebraucht. Derzeit arbeite das Ingenieurbüro Lehner & Baumgärtner an einer Planung, "damit wir eine belastbare Kostenschätzung erhalten". Matthias Grundler erläutert: "Wenn die Kosten greifbar sind, stehen allerdings noch Gespräche über die Finanzierung an." Der Fernwärmeanschluss des Rathauses an die bestehende Pelletsheizung der Burg sei eine der noch offenen Fragen. "Zudem stehen noch Sanierungsmaßnahmen am Kessel im Brauhaus an, für die ich mit um die 25.000 Euro rechne."

Neues Löschfahrzeug

Die Planungen für ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr Falkenberg würden heuer vorangetrieben. "Mit 300.000 bis 400.000 Euro wird man hier rechnen müssen, auch wenn eine Anschaffung erst 2022 oder 2023 zu Buche schlagen wird. Eine Herausforderung werden dabei auch Umbaumaßnahmen am Feuerwehrgerätehaus, die durch die Neuanschaffung nötig werden." Die Kosten hierfür könnten aber erst beziffert werden, wenn die Planung stehe. "Auch gilt es das Okay der Regierung der Oberpfalz für die feuerwehrrechtlichen Aspekte einzuholen. Ein Thema, mit dem sich der Marktrat gemeinsam mit der Feuerwehr intensiv beschäftigen wird."

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien hebt der Falkenberger Bürgermeister hervor: "Klar ist, dass die Vielzahl an Projekten sich nur stemmen lässt, wenn das Team in der Verwaltung, im Marktgemeinderat und am Bauhof motiviert ist und alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Aber da wird mir nicht bange, weil wir eine super Mannschaft haben."

Zuschüsse

Und wie sieht es heuer mit Fördermitteln aus? Fließen sie in ausreichender Höhe? Dazu informiert Bürgermeister Grundler: "Wir setzen auf eine starke Unterstützung – vor allem des Freistaates. Städtebauförderung und der Denkmalschutz sind hier zwei starke Partner. Aber auch der Zuschuss zur Sanierung und Verbesserung unserer Wasserleitungen und einiger Kanalabschnitte bedeutet eine enorme Entlastung. Auch für den Breitbandausbau dürfen wir beim neuen Gigabit-Programm auf Förderungen hoffen." Der Markt Falkenberg beantrage auch wieder Stabilisierungshilfe. "Und wir hoffen, hier Investitionszuschüsse zu erhalten."

Steuereinnahmen

Ist ein Einbruch bei der Gewerbesteuer oder anderen Einnahmen zu befürchten? Hier antwortet Matthias Grundler mit einem klaren Nein. Die Steuerkraft pro Kopf sei in Falkenberg weiterhin hoch. "Größte Einnahmequelle ist und bleibt die Gewerbesteuer, aber auch der Anteil an der Lohnsteuer spielt für uns eine große Rolle." Bisher seien keine Einbrüche zu verzeichnen. Nur sehr vereinzelt habe es Meldungen gegeben, dass Betriebe ihre Gewerbesteuervorauszahlungen vorsorglich herabsetzen lassen wollten. "Falkenberg ist einer von drei Orten im Landkreis, die keine Kompensationsleistungen des Freistaats für coronabedingte Steuerausfälle erhalten haben."

"Die Fülle an Aufgaben und Investitionen, die wir anpacken müssen, wird künftig neue Kreditaufnahmen notwendig machen."

Bürgermeister Matthias Grundler

Auf die Frage nach der Leistungsfähigkeit der Gemeinde Falkenberg führt der Bürgermeister aus: "Wir wirtschaften schon seit Jahren solide, daran halten wir fest." Haushaltskonsolidierung sei enorm wichtig. Grundler: "Mit den 750.000 Euro an Stabilisierungshilfen 2020 konnte die Verschuldung von knapp 1,3 Millionen Euro auf 580.000 Euro zum Jahresende 2020 gesenkt werden. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 622 Euro – vorher 1351 Euro. Wir sparen uns ab 2021 dadurch jährlich rund 30.000 Euro an Zins und Tilgung. Damit bleibt uns Luft, neben der Wasserleitungssanierung die Entwicklung neuer Baugebiete, die Stärkung des Ortskerns und der Ortsteile oder den Breitbandausbau voranzutreiben." Der Bürgermeister räumt aber ein: "Die Fülle an Aufgaben und Investitionen, die wir anpacken müssen, wird künftig neue Kreditaufnahmen notwendig machen."

Zoigl-Denkmäler

Und wie geht es mit den beiden Zoigl-Denkmälern für Falkenberg weiter? "Für das zweite Denkmal, den Krug, braucht es noch den passenden Platz. Es sollte zum Verweilen einladen." Man wolle beide Denkmäler innerhalb von zwei Jahren aufstellen und "dabei die Gelegenheit nutzen, mehr Informationen über den Zoigl, den Ort und seine Geschichte sowie die Natur rund um Falkenberg zu präsentieren". Hier gelte es ein Konzept auszuarbeiten, "das den Keller in der Schwaige beinhaltet, den wir sanieren".

Überraschung im vergangenen Jahr: Für Falkenberg gibt's zwei Zoigl-Denkmäler

Falkenberg

Stichwort Burg Falkenberg: "Es ist hart, dass die Gastronomie insgesamt dieses Jahr derart gebeutelt wurde", beklagt der Bürgermeister mit Blick auf die Corona-Beschränkungen. "Das geht auch an der Burg nicht spurlos vorüber. Besonders bitter war auch, dass die Hygienevorschriften es unmöglich gemacht haben, Burgführungen anzubieten." Auch der Ausfall der vielen kulturellen Veranstaltungen schmerze sehr. "Finanziell haben Kurzarbeitergeld und die Hilfspakete von Bund und Freistaat einiges abgefedert. Durch die gute Arbeit der letzten Jahre sowohl im gewerblichen Bereich als auch durch viele Spenden und das große ehrenamtliche Engagement war zudem ein solider Kassenstand vorhanden. Für das neue Jahr ruhen die Hoffnungen auf den warmen Monaten. Ab Mai soll auch der Biergartenbetrieb im Burghof wieder starten - wenn es die Auflagen zulassen." Kulturelle Veranstaltungen sollen auch stattfinden. So werde Johannes Bauer über die Marsmission der ESA (European Space Agency) referieren. Auch zum Todestag von Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg sei ein Vortrag geplant. "Ich hoffe auch, dass das eine oder andere Konzert möglich sein wird."

Gewerbeflächen

Viele Gemeinden in der Region brauchen weitere Gewerbeflächen. Hat auch Falkenberg Bedarf? Dazu sagt Bürgermeister Matthias Grundler: "Das Entscheidende sind die Arbeitsplätze, die in der Region angeboten werden. Und hier sind der Landkreis Tirschenreuth und die gesamte nördliche Oberpfalz mittlerweile bärenstark aufgestellt." Daher beteilige sich Falkenberg bewusst auch am interkommunalen Industriegebiet in Wiesau. "Große Ansiedlungen an zentralen Standorten zu bündeln, macht absolut Sinn." Auch die Behördenverlagerungen des Freistaates (Windischeschenbach, Waldsassen, Tirschenreuth, Marktredwitz) böten neue Chancen. "Zudem erwarten wir eine weiterhin dynamische Entwicklung der IGZ und auch die kleinen Betriebe im Ort sind eine starke Stütze für Falkenberg."

Bauland

Extrem gefragt seien Baugrundstücke. "Die Anrufe und Nachfragen reißen nicht ab. Der Bedarf ist hoch. Derzeit muss ich aber alle Interessenten vertrösten." Darum sei es heuer wichtig, "dass wir neue Bauparzellen ausweisen können". Aber auch die Behörden würden "ein Wörtchen mitreden". Die würden großes Augenmerk auf etwa 20 Baulücken im Ort und am Ortsrand legen – Flächen, die im Privatbesitz seien und derzeit nicht verkauft würden.

Wünsche und Hoffnungen

Gefragt nach dem persönlichen Wunsch für 2021 für Falkenberg und die Bürger sagt der Bürgermeister mit Nachdruck: "Vor allem Gesundheit." Beispiele wie das von Florian Lanz aus Waldsassen zeigten, "dass Corona jeden hart treffen kann". Grundler weiter: "Ich wünsche uns allen die Geduld, aber auch die Motivation, aus dem neuen Jahr trotz Corona das Beste zu machen. Mit dem Virus müssen wir umgehen lernen."

Veranstaltungen stünden auch heuer unter dem Vorbehalt der jeweils geltenden Hygieneregeln. Bürgerfest, Kirchweih und Weihnachtsmarkt stünden daher sicher auf dem Prüfstand. "Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich hoffe auf kreative Ideen der Vereine, auch im kleineren Rahmen Veranstaltungen und Aktionen anzubieten. Auch das Ferienprogramm soll es wieder geben." Matthias Grundler: "Die Fertigstellung der vom Soldatenbund sanierten Kapelle auf dem Kalvarienberg wird ein Highlight werden."

Die Gestaltungssatzung war im Dezember Thema im Falkenberger Gemeinderat

Falkenberg
Die Hammermühlbrücke muss ertüchtigt werden. Sobald die Kosten feststehen, folgen Gespräche über die Finanzierung.
Blick in den Felsenkeller in der Schwaige.
Der Felsenkeller in der Schwaige.
Vorne im Bild die „Abträger“, dahinter Flamme, Krug und Hände. Mit zwei Zoigl-Denkmälern wurde Bürgermeister Matthias Grundler vergangenes Jahr überrascht. Die Skulpturen lagern noch in einer Halle der Raiffeisenbank.

 

 

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