16.08.2020 - 15:19 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Zoigl-Skulptur in Falkenberg im Doppelpack

Erst gab's große Diskussionen um den richtigen Platz für ein Zoigl-Denkmal. Der ist mittlerweile am Fuße der Burg gefunden. Doch nun hat der Markt ein neues Problem: Falkenberg hat für den Standort plötzlich zwei Denkmäler.

Bürgermeister Matthias Grundler gefallen die Bronze-Figuren der „Abträger“, deren Gesichter aber keinen Personen aus Falkenberg nachempfunden wurden, wie er deutlich hervorhebt.
von Werner RoblProfil

Für Bürgermeister Matthias Grundler war diese Entdeckung selbst eine faustdicke Überraschung, wie er sagt. Die beiden Denkmäler sind in einer Halle der Raiffeisenbank eingelagert. Mit dem Zoigl-Denkmal soll der Platz zwischen Brauhaus und Rathaus deutlich aufgewertet werden. Es ist auch eine entsprechenden Gestaltung des Umfeldes geplant. Doch wie soll das nun mit zwei Denkmälern umgesetzt werden?

Bereits vor vier Jahren, damals noch unter Bürgermeister Herbert Bauer, war die Skulptur Thema im Gemeinderat. "Wir waren anfangs sehr skeptisch", erinnert sich der neue Gemeindechef an die damalige Rathaus-Debatte. Eine der Aussagen lautete "Braucht's das überhaupt?" Für den Zoigl müsse doch gar nicht noch besonders geworben werden.

Beginn der Reihe in Eslarn

"Nicht zuletzt stand auch die Standortfrage im Raum, was die Sache nicht einfacher machte", so Grundler. Zähneknirschend habe man sich vor drei Jahren dann per Grundsatzbeschluss für eine Skulptur entschieden, um Falkenberg "nicht auszuschließen." Denn die Planung sieht vor, in jedem der Oberpfälzer Kommunbrauorte, also auch in Mitterteich, Neuhaus, Windischeschenbach und Eslarn, solch ein Denkmal aufzustellen.

Vor diesem Hintergrund reifte die Erkenntnis, dass das künftige Denkmal für eine Aufwertung des Kommunbrauer-Ortes und des immateriellen Kulturgutes Zoigl nicht schlecht sei. "Wir sehen es auch als Alleinstellungsmerkmal", fasst Bürgermeister Grundler zusammen.

Im vergangenen Jahr war auch die Zoiglskulptur in Windischeschenbach noch eine "Baustelle"

Windischeschenbach

Die Skulpturen-Reihe beginnt in Eslarn, den Schlusspunkt setzt Mitterteich. "Dem Amberger Künstler, Harald Bäumler, war es ein Grund-Anliegen, das Sieden, Heimtragen, Abfüllen, Ausschenken und das Genießen des Bieres in Bronze in den einzelnen Elementen festzuhalten", beschreibt Bürgermeister Grundler die gegossene Symbolik an den fünf verschiedenen Stationen der nördlichen Oberpfalz. "Wir sind ein Kommunbrauer-Ort und wollten verhindern, dass nur wegen uns die Symbolkette abreißt", erklärt Bürgermeister Grundler. Anders als aber vom Künstler gedacht, lehnte Falkenberg das zunächst angebotene "Genießen" (dargestellt in Form eines Bierkruges und zwei Händen) kategorisch ab. Stattdessen wollten die Falkenberger die für den Markt typischen "Abträger" (siehe Infokasten) dargestellt haben. "Zudem kamen wir zur Auffassung, dass eine weitere Gestaltung, in Form eines Brunnens, der Sache einen besonderen Reiz geben würde", lässt Grundler weiter anklingen.

"In den ersten Maitagen eröffnete man mir im Brauhaus, dass das in Auftrag gegebene und in einer Straubinger Gießerei gefertigte Denkmal mit den Figuren der ,Zoigl-Abträger' fix und fertig sei. Grundler weiter: "Gesagt wurde aber auch, dass die damals angebotene, von den Gemeinderäten aber strikt abgelehnte Ursprungs-Version "Bierkrug, Flamme und Hände" ebenfalls lieferbar sei. "Ich war ganz perplex", gesteht Grundler.

"Wir wussten von alldem nichts! In Auftrag gegeben war ja nur das eine. Eine Doppelbestellung in zwei unterschiedlichen Varianten gab es ja nicht", erklärt Grundler. Er meint aber, dass es dem Künstler wohl ein großes Anliegen war, jedes der Elemente einzubinden. Der Krug für das "Genießen" hätte dann gefehl", folgert Grundler.

Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass die Krug-Version deutlich kleiner ausfällt als ursprünglich geplant. Statt der damals genannten 4,50 Meter ist sie nur noch 1,50 Meter hoch, misst Bauhofmitarbeiter Andreas Zölch nach. Hinzu kommt aber noch ein stabiler Granitsockel in Form eines Zoigl-Sternes, auf dem die Skulptur Platz finden wird. An Kosten entstehen der Gemeinde anteilig rund 11 000 Euro (inclusive Sockel). Die Umfeldgestaltung wird laut Grundler mit 40 Prozent städtebaulich gefördert. Die endgültigen Summen für die Areal-Gestaltung, rund um die Brunnen, stehen aber noch nicht fest.

Angenehme Überraschung

Für eine angenehme Überraschung sorgte dann aber das Angebot des Künstlers Bäumler: "Wir konnten uns auf einen Paket-Preis einigen, der dem eines einzigen Denkmales entspricht und nahmen das Angebot daher an." Somit bekommt Falkenberg gleich zwei Bier-Denkmäler. Bezahlen aber muss der Markt - nach Lage der Dinge - aber nur die Hälfte für je ein Denkmal, zuzüglich der Gestaltungskosten für die Areale. Aktuell warten die noch eingelagerten Kunstwerke aber auf den baldigen Aufbau. Für die "Krug-Skulptur" muss aber erst ein passender Ort gefunden werden. Der fehlt nämlich noch. Das bleibt Aufgabe der Markträte. "Möglich wäre eine Stelle auf der Gemeindewiese "Droht", die der Goldsteig-Wanderweg berührt", schlägt Bürgermeister Grundler vor. "Oder einfach nur irgendwo am Zoigl-Wanderweg.

Hintergrund:

Die "Abträger"

Typisch für die Kommunbrauer Falkenbergs ist die Darstellung der "Abträger". Zwei starke Männer tragen den fertigen Bier-Sud per stabiler Stange in einem Bottich vom Brauhaus in die nahe gelegenen Bierkeller der Privat-Hausbrauer. Dort erst wird der Sud durch die Zugabe von Hefe zu Bier vergoren."Damit's schmeckt, muss die Temperatur passen", beschreibt Matthias Grundler. "Nach dem Gärprozess wird das beliebte Getränk abgefüllt." Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erinnert der Bürgermeister auch an die zahlreichen Kellerrechte, die in Falkenberg bis heute existieren. Derzeit prüfe man, welche Rechte bzw. Keller aktuell noch genutzt werden. Laut Grundler steht aber das Ergebnis der Erhebung noch nicht endgültig fest. (wro)

Bauhofmitarbeiter Andreas Zölch hat noch einmal nachgemessen. Die Skulptur mit Krug und Hände misst nur noch 1,50 Meter und ist damit deutlich kleiner als die Ursprungsversion.
Krug und Hände werden mit einer Flamme ergänzt. Sie stellen die Symbolik des Brauvorganges (Flamme) und des Genießens dar.
Im Gespräch mit Bauhofmitarbeiter Andreas Zölch erinnerte Bürgermeister Grundler an die Anlieferung Mitte Juli per Zwei-Achs-Anhänger.
Die beiden Skulpturen sind derzeit in einer Halle der Falkenberger Raiffeisenbank untergebracht.
Vorne im Bild: die „Abträger“, dahinter: Flamme, Krug und Hände. Mit den beiden Versionen überraschte Künstler Harald Bäumler den Bürgermeister Falkenbergs, Matthias Grundler.
Ortstermin am Brauhaus mit Bürgermeister Grundler und Bauhofmitarbeiter Andreas Zölch (von rechts). Der vorhandene Granit-Brunnen wird zurückgebaut. An dessen Stelle wird die Zoigl-Skulptur mit den „Abträgern“ errichtet. An welcher Stelle der vorhandene Brunnen errichtet wird, bleibt aber noch offen.
Der Platz für Skulptur mit den „Abträgern“ wurde bereits gefunden. Mit dem Zoigl-Denkmal und dem entsprechenden Umfeld soll der Ort zwischen Brauhaus und Rathaus aufgewertet werden.
Die Gemeindewiese – „Droht“ – wird vom Goldsteig berührt. Hier könnte - aber nur vielleicht - einmal die Version „Krug“ stehen. „Das ist aber noch sehr ungewiss“, betonte Bürgermeister Grundler.
Nicht zum ersten Mal besucht Bürgermeister Grundler die Halle der Raiffeisenbank, um sich die beiden Denkmäler – hier die „Abträger“ – genauer anzuschauen.
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