19.06.2020 - 10:39 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Flauschiger Nachwuchs im Burgturm

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Geeignete Brutplätze für den Turmfalken sind, wie es scheint, Mangelware. Wohl auch deshalb brüten im Turm der Falkenberger Burg gleich drei Paare dieser gewandten Flugkünstlern. Aus 19 Eiern sind 11 Küken geschlüpft.

Dicht an dicht gedrängt schauen die fünf jungen Turmfalken mit großen Augen ihr Gegenüber an. Nicht eine Maus, die Vater oder Mutter regelmäßig zum Brutplatz bringen, streckt sich ihnen entgegen, sondern eine Kamera, mit der sie abgelichtet werden.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Wer weiß, vielleicht hat der Name des Ortes und der Burg im weitesten Sinn ja auch etwas mit den Falken zu tun. Im Volksmund wird der Turmfalke auch als Kirch-, Dom- oder Mauerfalke bezeichnet, was bereits Rückschlüsse auf seine bevorzugten Brutareale zulässt. Dass gleich drei Brutpaare den Turm der Burg als Kinderstube benutzen, ist nicht verwunderlich. Laut der freien Enzyklopädie Wikipedia kann es, vorausgesetzt das Nahrungsangebot ist in einem Lebensraum reichlich vorhanden, zu regelrechten Brutkolonien kommen.

Nichts mit Krähen am Hut

So sei aus dem Erdinger Moos in der Nähe von München aus den 1930er Jahren eine Kolonie belegt, wo 20 Paare Saatkrähen und 15 Turmfalkenpaare "in größter Nähe zueinander brüteten". Doch mit Krähen wollen die Falkenberger Falken nichts zu tun haben. Gottfried Üblacker, Hausmeister auf der Burg und der Mann, der sich um die drei Turmfalkennester kümmert, hat beobachtet, wie sich beide Arten den ganzen März über um die Kinderstuben, die auch für Krähen interessant sind, bekriegten. Letztendlich entschieden diese Grabenkämpfe die Turmfalken für sich.

Drei neue Brutkästen

Drei Nester stehen den Vögeln in Falkenberg auf drei Turmseiten unterhalb des Daches zur Verfügung. Vor zwei Jahren hat Üblacker dafür neue Kästen gebaut. Im ersten Jahr war nur einer besetzt, dann zwei Kästen und heuer alle drei. Die Altvögel haben in diesem Jahr insgesamt 19 Eier gelegt, aus denen 11 Jungvögel geschlüpft sind. Gottfried Üblacker ist jeden Tag einmal oben, um nach dem Rechten zu sehen. „Von zu Hause aus beobachte ich meine Schützlinge außerdem immer wieder mit dem Fernglas.“ Am Donnerstag, 23. April, schlüpfte der erste Falke aus einem Ei im Nest, das gegenüber der Kirche angebracht ist. Ein anderes geht Richtung Burghof und das dritte Richtung Schwaige.

Von zu Hause aus beobachte ich meine Schützlinge außerdem immer wieder mit dem Fernglas.

Gottfried Üblacker

Innerhalb von etwa vier Tagen legen die Turmfalkenweibchen ihre Eier und bebrüten sie 30 Tage. Das erklärt, warum in allen Nestern Küken unterschiedlicher Größe sind. In einem Nistkasten wird das Brutgeschäft sogar mit einer handelsüblichen Überwachungskamera aufgezeichnet. Ein Notbehelf. Im kommenden Jahr sollen eine spezielle Nistkastenkamera installiert und über kurz oder lang die Bilder aus dem Innern des Nestes auch im Web übertragen werden.

Schon immer Gäste auf der Burg

Der ehemalige Bürgermeister Herbert Bauer sagt, dass er zeit seines Lebens in der Marktgemeinde von Turmfalken auf der Burg weiß. Der 87-jährige Karl Mark hat Turmfalken schon in seiner Jugendzeit auf der Burg beobachtet. Der Naturfreund und Vogelschützer war Mitinitiator, dass die Strommasten um Falkenberg schon vor vielen Jahren vogelsicher gemacht wurden.

Bericht über die Wiedereröffnung von Teilbereichen der Burg Falkenberg

Falkenberg
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